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Kabarett

Die große Gala-Show des Wolfgang Krebs

Merkel, Söder, Seehofer – das waren prominente „Gäste“ im Reitstadel. „Moderiert“ wurde das von Edmund Stoiber.
von Michael David

Die Bundeskanzlerin ist eine der Figuren, die Krebs kabarettistisch imitiert.
Die Bundeskanzlerin ist eine der Figuren, die Krebs kabarettistisch imitiert. Foto: David

Neumarkt.„Sehr vergärte Ehrensäfte, Damen und Freunde, Intendanten und Verwandte, Herr und Frau Pfarrer und auch die, die nicht da sein können“, so begrüßt Edmund Stoiber alias Wolfgang Krebs das Publikum im ausverkauften Festsaal des historischen Reitstadels. Damit beginnt das aktuelle Sprachenlabyrinth „Die Watschenbaum-Gala“ des Kabarettisten Wolfgang Krebs. Seit 2007 widmete sich Wolfgang Krebs hauptberuflich dem Kabarett. 2012 wurde er in die Karl-Valentin-Gesellschaft aufgenommen.

Derbleckt wie am Nockherberg

Als Fernsehshow inszeniert und von Stoiber moderiert treten in der Gala im rasanten Wechsel überwiegend bayerische Politiker und fiktive Figuren wie Vereinsvorsitzender Schorsch Seberl oder der durchgeknallten Schlagerfuzzi Meggy Montana auf die Bühne. Denn ausgezeichnet wird, wer im vergangenen Jahr den größten Bock geschossen, den aberwitzigsten Unsinn verzapft und das dümmste Zeug geredet hat. Promis treten auf und derblecken ihren Kandidaten in bester Nockherberg-Manier.

Da ist „die Fünf-Minuten-Terrine“ unter den Ministerpräsidenten, Günther Beckstein, der aus der Versenkung auftaucht und erneut auf seine goldene Maßregel von den zwei Litern Bier, mit denen ein richtiger Bayer durchaus noch fahrtüchtig sei, hinweist. Diesmal ist der Franke aber vorsichtshalber mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Stoibersche Verballhornung von Seehofer

Auch der „Seevogel“, so eine der Stoiberschen Verballhornung von Horst Seehofer hat natürlich seinen großen Auftritt. In Gebirgsschützenuniform gockelt er auf der Bühne herum und wählt dabei erstaunlicherweise nicht Söder aus, sondern seinen Generalsekretär Andreas Scheuer. Der Heimatminister selbst hat es, wie soll es auch anders sein, auf Ilse Aigner abgesehen: „Die ist zwar noch nicht alt, aber die muss weg.“ Aber eigentlich weiß er auch nicht so genau Bescheid. Denn „wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage“?

Und natürlich, immer wieder Krebs Paraderolle, der Stoiber. Der Ministerpräsident a. D. erklärt dem Publikum die „Rehabilitationstheorie des Oscar-Preisträgers Alfred Einstein“ bis einem die Protonen und Neutronen, oder was auch immer, vor den Augen flimmern. Die Sisyphusarbeit, dieses unaufgeräumte Wollknäuel an Informationen zu entknoten überlässt er großzügig dem Publikum.

Furioses Finale à la Stoiber

Zum Ende hin wird schließlich der Watschenbaum-Kandidat ermittelt. Gewählt wird per Applaus-Akklamation. Doch der Lautstärkepegel zwischenDonald Trump und AFD-Politikerin Beatrix von Storch ist annähernd gleich. So entscheidet eine direkte Frage ins Publikum für den amtierenden US-Präsidenten. Der „Lady Gaga der bayerischen Politik“ gebührt natürlich das glamouröse Finale. Da explodiert er in Stoiberischer Art. Völlig außer Fassung und weit entfernt einer Laudatio für Trump – warum auch – driftete er in geistiger Abstinenz, mit einer ausgiebigen Sprachverwirrung über Stoibers persönlichen Watschenbaum-Favoriten, dem Smartphone und dem www. – Worldwide Wolfratshausen, Richtung politischen „Ascherdingsda“ und bringt das Publikum zum Ausrasten.

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