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Landwirtschaft

Die Helfer in der Not für den Hof

Wenn eine Arbeitskraft ausfällt, hilft der Maschinenring. Familie Haschke aus Labersricht bei Neumarkt erlebt das aktuell.
Von Andreas Friedl

Betriebshelfer Maximilian Hirteis ist auf dem Hof der Familie Haschke nicht nur mit dem Füttern der Nachzucht beschäftigt.
Betriebshelfer Maximilian Hirteis ist auf dem Hof der Familie Haschke nicht nur mit dem Füttern der Nachzucht beschäftigt. Foto: Friedl

Neumarkt.„Wenn sie unseren Max suchen, der dürfte beim Abdecken des Silogutes sein“, antwortet Anna Haschke auf die Frage, wo sich derzeit der landwirtschaftliche Betriebshelfer Maximilian Hirteis auf ihrem Hof aufhält. Ohne groß zu spekulieren, sieht man hier gleich den Grund für den Einsatz eines Betriebshelfers auf dem äußerst gepflegten Anwesen der Familie Haschke in Labersricht. Seit ein paar Tagen kann sich Anna Haschke wegen einer Beinverletzung nur mit Krücken fortbewegen.

Krankheit stoppt Ehefrau

Der inzwischen hinzugekommene 47 Jahre alte Herbert Haschke, ein Vollerwerbslandwirt wie er im Buche steht, ist sehr froh über die Mithilfe des Betriebshelfers oder der -helferin, die ihnen der Maschinenring Neumarkt zur Verfügung gestellt hat. „Wir sind ein bäuerlicher Familienbetrieb und sind an der Fortführung durch unseren 20-jährigen Sohn Stefan interessiert. Durch den krankheitsbedingten Ausfall meiner Frau, die neben dem Haushalt noch sehr viele Arbeiten am Hof erledigt, können wir nur durch die Unterstützung von Betriebshelfern das tägliche Arbeitspensum erledigen.“

Auf dem Weg zu den Silos, bei dem unsere Zeitung auch Hofhund Wuffi, ein vierjähriger Appenzeller begleitet, treffen wir auf die 26-jährige Regine Lösel, die aus dem Knoblauchsland bei Nürnberg stammt und in Breitenbrunn wohnt. Auch sie ist Betriebshelferin und ist dabei, den großen Gemüsegarten der Haschkes zu bearbeiten. Wie später auch bei Maximilian Hirteis, merkt man sofort, dass ihr Beruf auch Berufung ist. „Nach der üblichen Schulzeit habe ich mich zur Hauswirtschaftsmeisterin fortgebildet. Ich mache das hier sehr gerne, denn ich sehe, dass es der Familie Haschke Freude macht, wenn ich ihnen helfen kann.“ Sichtlich erfreut reagiert sie auch, als sie auf dem großen Traktor Platz nehmen darf und diesen innerhalb des Hofes umsetzen muss.

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Der Maschinenring

  • Betriebshelfer:

    Laut Beate Niebler Vorsitzende des Maschinenrings (MR) „Neumarkt plus e.V.“, Geschäftsführer Max Stadler und der Einsatzkoordinatorin Roswitha Zacherl sind beim MR derzeit fünf Betriebshelfer fest angestellt. Auf weitere acht bis zehn Helfer könne im Notfall zurückgegriffen werden.

  • Bedingungen:

    Die Entlohnung der Betriebshelfer geschehe über die Landwirtschaftliche Krankenkasse. Die maximale Verweildauer auf einem Hof liegt bei 16 Wochen. (naf)

Zu viert, Herbert Haschke, Sohn Stefan, Maximilian Hirteis und Regine Mösel machen sie sich dann auf, um mit einer Folie den eingelagerten Grasschnitt in einem Fahrsilo abzudecken. Es ist, als ob das Quartett gemeinsam schon zig Jahre zusammen nichts anderes tun würde. Keine lauten Kommandos oder negativen Worte, alles läuft wie am Schnürchen.

„Vor einiger Zeit war ich auch schon mal als Betriebshelfer hier, als Herr Haschke ausgefallen ist. Ich bin jetzt den fünften Tag am Hof und es macht wieder Freude, hier zu arbeiten – auch wenn der Tag um sechs Uhr mit Arbeiten im Kuhstall anfängt und gegen 19 Uhr erst ausklingt“, sagt Maximilian Hirteis.

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Betriebshelfer im Einsatz im Landkreis Neumarkt

Wie der erst 19 Jahre junge und engagierte Mann, der aus Tauernfeld kommt, weiter sagt, habe er eine dreijährige Lehre in der Landwirtschaft absolviert und will sich demnächst an den landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf weiterbilden. Während seiner Lehrzeit habe er auch Stefan Haschke kennengelernt, der den gleichen beruflichen Werdegang wie er eingeschlagen habe.

Ohne groß weitere Worte zu verlieren, begeben sich die drei jungen Leute Maximilian, Stefan und Regine anschließend in die Ställe, die mit 80 Milchkühen und Nachzucht gefüllt sind. Egal, ob das nun die Futteraufbereitung, mal ein gutes Wort oder eine Streicheleinheit für eine der Kühe oder eines der Kälber ist, alles gehöre zur Arbeit eines Betriebshelfers auf einem Bauernhof, sind sich Maximilian Hirteis und Regine Lösel einig.

Vielfältige Herausforderungen

Beate Niebler, Max Stadler und Roswitha Zacherl von Maschinenring besuchen den Hof von Herbert und Anna Hascke und deren Sohn Stefan, um sich einen Überblick über die Arbeit der Betriebshelfer Regine Lösel und Maximilian Hirteis zu verschaffen.
Beate Niebler, Max Stadler und Roswitha Zacherl von Maschinenring besuchen den Hof von Herbert und Anna Hascke und deren Sohn Stefan, um sich einen Überblick über die Arbeit der Betriebshelfer Regine Lösel und Maximilian Hirteis zu verschaffen. Foto: Friedl

Doch es sind auch die vielen Anlagen und Geräte, mit denen sich ein Betriebshelfer beschäftigen muss. „Ob das die Pflege und Reinigung der Melkanlage ist, die Überprüfung und Programmierung der Sämaschine, der Spritzmaschine oder kleine Reparaturen an anderen land- oder forstwirtschaftlichen Maschinen wie Traktor oder Mähdrescher – die Aufgaben eines Betriebshelfers sind vielfältig.“

Bei aller Vielfalt der Aufgaben, ist das Thema Freizeit für die Betriebshelfer natürlich ein Problem. „Ich kann am Freitag um 14 Uhr keinen Feierabend machen. Die Tiere müssen auch am Samstag und Sonntag gefüttert und gepflegt werden. Auch bei der Ernte am Feld ist um 14 Uhr nicht Schluss. Meistens kann ich unter der Woche einen Tag frei nehmen, wenn nicht gerade so viel Arbeit wie zum Beispiel jetzt während der Ernte anfällt“, sagt Max Hirteis, verabschiedet sich und schwingt sich in den Sessel eines großes Traktors, der einen Ladewagen zieht. Den Betriebshelfer ruft die Arbeit.

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