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Architektur

Die richtige Proportion ist wichtig

Max Bögl sprach vor 300 Gästen über drei seiner Gebäude.
Von Johann Grad

Stadtrat Richard Graf, ein Dauergast bei den Vorträgen, Johannes Berschneider und Referent Max Bögl (v. l.) im Gespräch
Stadtrat Richard Graf, ein Dauergast bei den Vorträgen, Johannes Berschneider und Referent Max Bögl (v. l.) im Gespräch Foto: Grad

Neumarkt. Mit Maßen und Proportionen von Gebäuden hat sich der zweite Vortrag in der Reihe des Bunds Deutscher Architekten beschäftigt – gestaltet wurde er von Max Bögl, Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl und Mitglied des Büros Bögl Gierer in München. Veranstalter Johannes Berschneider empfing rund 300 Gäste, darunter Architekten und Fachleute aus den angrenzenden Landkreisen.

An drei Objekten zeigte Max Bögl die Bedeutung von Maß und Proportion auf. „Es gibt nichts zu erfinden, alles ist wiederzuerfinden“ – diesen Merksatz von Architekturprofessor Luigi Snozzi wandte er beim Bau einer „Garage“ in einer Parksituation am Bodensee mit Villa und weiterer lockerer Bebauung an. Abstrakt, modernistisch, als Glaskiste, wie es das Denkmalamt forderte, kam nicht infrage.

Den Entwurf für das neue Gebäude fanden die Bögl und Gierer durch „geometrische Transformation“. Die Maße des Haupthauses fanden sich in kleineren Proportionen wider, ebenso die Ansichten. Es entstand ein bis ins Detail ausgearbeiteter Holzbau für zwei Autos, Gerätschaften für den Gärtner, im Turm das Treppenhaus, das in das eingehängte Obergeschoss führt. „Die Form ist wichtig, die Funktion findet sich“, ist Bögls Grundsatz.

Der gilt auch für das Bürogebäude auf dem Werksgelände Sengenthal. Industrielles, abstraktes Umfeld, Maschinen, Ablagerungen, eine große Fläche: Darauf setzte Bögl einen Quader aus Beton, dessen reale Höhe verschleiert wird. Die Fassaden der Längsseiten sind unterteilt nach der Idee: Das Gleiche wiederholen. Regelmäßig vorgehängte und aus Stahl gefertigte Elemente, auf Betonstreifen vor den bodenhohen Fenstern gelagert, schützen vor Sonneneinstrahlung. Ein Blick durch die Fenster auf Menschen und Schreibtische zeigt die richtigen Maßstäbe. Die Kopfseiten des vierstöckigen Komplexes sind fast geschlossen, von Eingangselement und Fluchttür abgesehen. Eine wuchtige Stahltreppe mit vollem Geländer erschließt den Innenraum, außen gliedern den Baukörper scheinbare und richtige Fugen der Betondecken.

„Baust du ein Quartier, denk an deine Stadt!“ Dieser Aufforderung von Luigi Snozzi kamen Bögl und Gierer beim Entwurf für den „Neuen Markt“ nach. Das offene, undefinierte Areal grenzt an die Altstadt, an Einzel- und Reihenhäuser, an große Gebäude wie Landratsamt oder Krankenhaus, es hat auch ein Gefälle von drei Metern.

Die Idee: Eine solide, stabile Blockraumbebauung, zur Stadtseite hin mit gegliederter Hausfassade, Einzelhäuser in verschiedenen Farben, Attika-Höhen, ein Komplex mit horizontalem und vertikalem Raster, der die Altstadt nicht erschlägt. Die einzelnen Teile der Fassade, also Pfeiler und Füllungen wurden im Werk Bögl vorgefertigt, geliefert und angebaut.

Die nächste Vortrags-Veranstaltung findet am 30. November statt.

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