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Kultur

Die Schlacht der Harmonika-Virtuosen

Der Neumarkter Alexander Koll-Pfeifer weilt in Kolumbien als geladener Gast bei einem Festival. Dabei gab es ein Tempoduell.
Von Lothar Röhrl

Alexander Koll-Pfeifer (2.v.r.) und Mit-Alpinschlawiner Werner Bärnreuther am Montag nach der Battle Bildrecht: Koll-Pfeifer
Alexander Koll-Pfeifer (2.v.r.) und Mit-Alpinschlawiner Werner Bärnreuther am Montag nach der Battle Bildrecht: Koll-Pfeifer

Neumarkt.Keine Frage: Kein anderer heimischer Musikant aus dem volkstümlichen Bereich kommt so weit in der Welt herum wie Alexander Koll-Pfeifer aus Neumarkt. Der Virtuose an der Steirischen weilt in diesen Tagen in Kolumbien. Er ist dort Akteur des Rahmenprogramms bei einem großen Festival, das unter dem Namen „Cátedra Europa of Universidad del Norte“ den kulturellen Austausch Kolumbiens und somit Lateinamerikas mit Europa betont. Das Partnerland bei der mittlerweile 22. Auflage ist heuer Deutschland. Hauptgrund dafür ist das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus-Baustil“.

Erst überrascht, dann aber auch sehr erfreut hatte Alexander Koll-Pfeifer Anfang Februar die Einladung nach Barranquilla, der viertgrößten Stadt des südamerikanischen Landes, bekommen. Allerdings wurde diese Begeisterung durch einen Umstand getrübt: „Ich habe schon immer schlimme Flugangst gehabt. Bis der Flieger ganz oben ist, ist jeder Flug Horror.“ Mit Hilfe von Tabletten lasse sich das Ganze gerade noch im Zaum halten.

Ein Schlawiner musste mit

Freilich ganz allein wollte der Neumarkter das Abenteuer nicht angehen. Er bestand darauf, dass er einen Gitarristen mitnehmen konnte. Die Wahl fiel ihm nicht schwer: Der Neumarkter Werner Bärnreuther, der zusammen mit Koll-Pfeifer und auch Zupf-Basser sowie Trompeter Peter Lindner einer der drei „Alpinschlawiner“ ist, sollte mit. Die Flugangst dürfte dieses Mal von Koll-Pfeifers Stolz über die Tatsache gedämmt worden sein, dass er der einzige eingeladene deutsche Musiker ist. Noch bis einschließlich Freitag weilen er und Bärnreuther in Kolumbien.

Den ersten Höhepunkt gab es am Montag. Als es – ganz ungeplant – zu einer „Battle“ zweier Harmonika-Virtuosen kam. Dazu teilte Alexander Koll-Pfeifer dem Neumarkter Tagblatt in einer Mail mit, dass das Akkordeon beziehungsweise die diatonische Harmonika das wichtigste Instrument der barraquillischen Volksmusik ist. Jedes Jahr findet bei dem „Cátedra“-Festival ein Tempo-Wettstreit statt. Dabei spielen die besten Harmonika-Spieler gegeneinander möglichst schnelle Stücke – immer im Wechsel. Der Gewinner wird in Barranquilla sehr verehrt. Im Volksmund heißt es dazu: „Der Gewinner ist mit dem Teufel im Bunde“. Genau so ein „battle“ durfte sich Koll-Pfeifer mit dem Gewinner liefern.

Erst Jubiläum, dann Japan

Kolumbien bleibt nicht das einzige Auslandsziel für den 26-Jährigen heuer. Zum fünften Mal in Folge ist er wieder ins japanische Fukuoka zum bayerischen Volksfest dort eingeladen worden. Den heimischen Fans wird er sich zusammen mit den Alpinschlawinern bei zwei Terminen im Landkreis Neumarkt präsentieren: Am 1. Juli beim Lauterhofener Volksfest und am 12. Oktober beim Jubiläumskonzert dieses Trios. Im Neumarkter Johanneszentrum wird das 15-Jährige gefeiert. Zudem tritt das Trio beim Herbstvolksfest in Ingolstadt im Zelt von Festwirt Marco Härteis (4. Oktober) auf.

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