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Kirche

Die Suche nach einem neuen Dekan beginnt

Auch die Katholiken müssen das Amt neu besetzen. Beim Auswahlverfahren haben aber nicht die Gläubigen das letzte Wort.
Von Philipp Seitz

  • Dekan Distler verabschiedet sich Ende Juli in den Ruhestand.Foto: Archiv
  • Bei der Auswahl des Neumarkter Dekans hat Bischof Gregor Maria Hanke das letzte Wort. Foto: Archiv/Seitz
  • Dekan Distler verabschiedet sich Ende Juli in den Ruhestand.Foto: Archiv

Neumarkt.Das evangelische Dekanat hat die Entscheidung schon hinter sich: Im März wird Christiane Murner die Aufgabe als Neumarkter Dekanin übernehmen. Das Bistum Eichstätt wird demnächst mit der Suche nach einem neuen katholischen Dekan für Neumarkt beginnen. Dies wird notwendig, weil Richard Distler Ende Juli in den Ruhestand geht. Wann sein Nachfolger feststeht, ist laut dem Bistum noch offen. Distler selbst rechnet damit, dass bis Pfingsten die Entscheidung fallen könnte.

Genau geregelt ist hingegen, wie der neue Dekan bestimmt wird. Dies schreibt ein 2011 von Bischof Gregor Maria Hanke in Kraft gesetztes Dekanatsstatut fest. Darin heißt es unter anderem, dass der Bischof vor der Ernennung eines Dekans Priester, pastorale Laienmitarbeiter und den Vorstand des Dekanatsrates zu „hören“ hat. Dieser Personenkreis wird gebeten, bis zu drei Pfarrer vorzuschlagen. Die Kandidaten sollen mindestens zehn Jahre Priester sein und einen hauptamtlichen Dienst im Dekanat ausüben. Verbindlich sind die Vorschläge nicht – am Ende entscheidet der Bischof, ob er einen der Kandidaten auswählt oder sich für einen anderen Priester entscheidet.

Der Bischof entscheidet

Der Dekanatsrat und dessen Vorsitzender Robert Bogner (3.v.l.) können sich bei den Vorschlägen an den Bischof miteinbringen.
Der Dekanatsrat und dessen Vorsitzender Robert Bogner (3.v.l.) können sich bei den Vorschlägen an den Bischof miteinbringen. Foto: Archiv/Schrödl

Der Vorsitzende des Diözesanrats, Robert Bogner aus Woffenbach, beschreibt es so: „Die Gremien können nennen, wen sie wollen, der Bischof kann machen, was er will.“ Das Verfahren kritisiert Bogner aber nicht. Er vergleicht es vielmehr mit einer Firma: Auch hier treffe der Vorgesetzte wichtige Personalentscheidungen. Das sei legitim. Außerdem habe sich schon viel in der Kirche bewegt: „Jetzt hört man wenigstens zu und will von den Gremien eine Meinung haben. Das ist ein guter Schritt.“

„Die Gremien können nennen, wen sie wollen, der Bischof kann machen, was er will.“

Robert Bogner, Vorsitzender des Diözesanrats

Sigrid Grabmeier vom Bundesteam der Kirchen-Reformgruppe „Wir sind Kirche“.
Sigrid Grabmeier vom Bundesteam der Kirchen-Reformgruppe „Wir sind Kirche“. Foto: dpa

Das letzte Wort hat dennoch der Bischof. Sigrid Grabmeier, Sprecherin der Reformbewegung „Wir sind Kirche“, hat es im Bistum Regensburg schon einmal miterlebt, dass die Vorschläge ignoriert wurden. Der frühere Regensburger Bischof und heutige Kardinal Gerhard Ludwig Müller ernannte laut Grabmeier damals seinen Favoriten zum Dekan. Das ist aber schon einige Jahre her und nicht übliche Praxis, räumt Grabmeier ein. Dennoch wünscht sie mehr Mitsprache: „Der Bischof sollte auf die Gläubigen vor Ort vertrauen und nicht immer Anspruch auf das letzte Wort haben.“

„Der Bischof sollte nicht immer das letzte Wort haben.“

Sigrid Grabmeier, Reformbewegung „Wir sind Kirche“

Die Verfahren sind unterschiedlich

Die 51-jährige Christiane Murner ist die neue evangelische Dekanin in Neumarkt.
Die 51-jährige Christiane Murner ist die neue evangelische Dekanin in Neumarkt. Foto: Manfred Eibisch

In der evangelischen Kirche ist das Prozedere anders: Für die Auswahl des Dekans sind die Landeskirche und ein örtliches Wahlgremium abwechselnd verantwortlich. Bei der Wahl von Christiane Murner schlug die Landeskirche die Pfarrerin dem örtlichen Gremium vor und bat um das Einvernehmen. Die Neumarkter hätten begründete Einwände benötigt, um die ausgewählte Kandidatin zu verhindern. Eine Favoritenliste, wie sie im katholischen Bistum Eichstätt üblich ist, gab es hier jedoch nicht.

Der katholische Dekan hat verschiedenste Aufgaben. Laut des Dekanatsstatuts für das Bistum Eichstätt kann er verbindliche Weisungen erteilen, etwa wenn es um Aushilfen in Krankheits- und Todesfällen oder um die Urlaubsvertretung von Pfarrern geht. Außerdem führt er neu ernannte Priester in ihr Amt ein. Ob der Dekan für seine zusätzlichen Aufgaben mehr Gehalt erhält als ein Priester vor Ort, beantwortete das Bistum Eichstätt nicht.

So läuft die Auswahl des neuen Neumarkter Dekans ab:

So wird der Dekan bestimmt

  • Ablauf:

    Im 2011 festgelegten Dekanatsstatut des Bistums Eichstätt heißt es, dass vor der Bestellung eines Priesters zum Dekan ein Anhörungsprozess stattfinden muss. Im Zuge dessen werden dem Bischof bis zu drei Namensvorschläge unterbreitet. Das Votum wird jedoch nur als unverbindlicher Vorschlag an den Bischof betrachtet. „Es hat keinen Wahlcharakter“, heißt es.

  • Aufgaben:

    Das Amt des Dekans ist mit keiner Pfarrei gekoppelt, teilte ein Sprecher des Bistums mit. Der Dekan wird vom Bischof auf sechs Jahre ernannt, eine Wiederernennung ist möglich. Damit ein Priester zum Dekan bestellt werden kann, soll er unter anderem „über seelsorgliche Erfahrung, Leitungskompetenz und Integrationsfähigkeit verfügen“.

Lesen Sie mehr: Monsignore Richard Distler verlässt im Sommer die Neumarkter Hofkirche. Seine neue Wirkungsstätte steht schon fest.

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