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Show

Ein ganz besonderes Spektakel

Das Clowntheater Spectaculum nahm beim KiBü seine Zuschauer mit auf eine Reise in die Welt der Fantasie.
Von Eva Gaupp

  • Seit 32 Jahren begeistert Geraldino alias Gerd Grashaußer Kinder. Foto: Gaupp
  • Das „Korbtheater“ ist eine Erfindung von Alfred Büttner. Foto: Pollok

Neumarkt.Clowntheater ist lustig. Muss es ja schließlich auch sein, denn sonst wäre es nur reines Theater. Und unter dem Zirkuszelt des Kinderbürgerfests gehört traditionell den Mitgliedern des Clowntheaters Spectaculum die Bühne. Doch wer die Geschichte des Enterichs Fred Schnabel hört, kann schon mal ins Grübeln kommen. „Ein Schnabel voller Glück“ heißt das Stück und wirft die Frage auf: Was ist denn überhaupt Glück?

Was es bedeutet, Menschen einige Momente des Glücks zu bescheren, das dürfte Alfred Büttner mit seinem Korbtheater wissen. Denn seine selbst geschnitzten Figuren aus Lindenholz und seine Geschichten zogen das Publikum am Sonntag in ihren Bann. „Das ist meine Lieblingsgeschichte“, verriet er im Schatten hinter dem Bus, wo er die letzten Minuten vor seinem Auftritt im Schatten verbrachte.

Die Figuren schnitzt er selber und sie sind es auch, die ihm letztendlich ihre Geschichte erzählen. „Zuerst ist da eine Idee, dann entstehen die Figuren und im Laufe der Arbeit entwickelt sich die Geschichte.“ Zum zweiten Mal ist Büttner in Neumarkt zu Gast, er tritt oft vor Kindern, aber auch vor Erwachsenen auf.

Und welches Publikum ist anspruchsvoller? „Es ist auf jeden Fall anstrengender vor Kindern aufzutreten“, lacht der gelernte Schlosser, der vor 26 Jahren auf die Bühne getreten ist. Zuvor war er als Bühnenbildner hinter den Kulissen gestanden. „Bei Kindern weißt du nie, was kommt. Erwachsene sind da sehr viel berechenbarer.“ Doch genau das mache ihm Spaß. Jedes Mal aufs Neue – auch wenn er vor jedem Auftritt schrecklich Lampenfieber habe. Und dann muss er auch schon hinter seinen Korb: Seine sieben Jahre alte Tochter Amelie holt ihn ab. „Sie ist meine schärfste Kritikerin“, sagt Alfred Büttner augenzwinkernd und macht sich auf den Weg ins Zelt.

Von dort kommt gerade ein völlig verschwitzter Geraldino – alias Gerd Grashaußer. Auch er wurde quasi auf dem zweiten Bildungsweg zum Clown. In seinem ersten Berufsleben war er Beamter bei der Bundesbahn, in einem Stellwerk. „Doch nachdem ich einen Zug entgleisen ließ, wollte ich etwas machen, wo ich keinen Schaden mehr anrichten kann“, verrät er schmunzelnd.

Über eine Ausbildung zum Erzieher kam er zum Kindertheater, gründete unter anderem das Nürnberger Theater „Rootslöffel“ und steht inzwischen seit 32 Jahren vor Kindern auf der Bühne. Und vor deren Eltern. „Jetzt erzähle ich euch mal was über Männer“, kündigt er beispielsweise ernsthaft an, um dann mit seinem Publikum das Lied über „Vordermänner und Hintermänner“ zu singen.

Nur zuhören geht da nicht: Wenn er das Lied vom Schulbus singt, fordert er sein Publikum auf zum Mitklatschen, Mitdrehen, Mithüpfen, Mit-den-Bauch-heraus-strecken und Mitsingen. Gute-Laune kommt da schon von ganz alleine auf. Aber so ganz schweißspurenlos geht die leidenschaftliche Show nicht an ihm vorbei.

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