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Leben

Ex-Süchtiger warnt nun Jugendliche

Dominik Forster war lange drogenabhängig. Seine Sucht bekam er erst nach einer Haftstrafe in den Griff.

Früher verkaufte der 27-Jährige auch Drogen. Mit seiner Vergangenheit geht er offen um.
Früher verkaufte der 27-Jährige auch Drogen. Mit seiner Vergangenheit geht er offen um. Foto: Meyer

Neumarkt.Mehrere Jahre seines Lebens hat der 27-Jährige Dominik Forster aus Nürnberg im Gefängnis verbracht. Er war von einem Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er eineinhalb Kilogramm der Drogen Speed besessen hatte. Was das Leben eines Abhängigen mit Drogenkonsum und Dealen bedeutet, das berichtete Forster beim Antidrogen- und Antisuchttag der Maximilian-Kolbe-Fach- und Berufsoberschule in der Kerschensteinerstraße.

Forster schilderte, wie er in einem schwierigen Elternhaus aufgewachsen sei. Früh sei er mit viel Nikotin, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch konfrontiert worden. Er selbst habe deshalb immer mit einem eher schwachen Selbstbewusstsein zu kämpfen gehabt. Einen schlechten Einfluss hätten auf ihn als Jugendlichen auch Freunde ausgeübt. „Wir haben uns alles an Rauschgiften nur so reingeballert“, erinnert sich Forster. Ein halbes Jahr lang fühlte er sich mit den Drogen cool, danach begann der Abstieg. Für den heute 27-Jährigen endete er in totaler Verwahrlosung und mit Wahnvorstellungen.

In einer halbwegs normales Leben fand Forster erst zurück, als er seine Haftstrafe verbüßt hatte. Ein Therapeut half ihm dabei. Zum Schlüsselerlebnis wurde eine Wanderung über die Alpen. „Mir ist geholfen worden, deshalb möchte ich jetzt anderen helfen und sie warnen“, sagte Forster zu den Schülern der elften Klassen. Er engagiert sich ehrenamtlich bei der „Mudra“ in Nürnberg, einer Einrichtung für Drogenprävention. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich in einem Möbelhaus und außerdem als Autor. Er hat nämlich über seine Erlebnisse ein Buch mit dem Titel „Crystal.klar“ geschrieben.

„Das war wirklich ein authentisch Bericht und viel überzeugender, als wenn ein Polizeibeamter uns etwas über Drogen erklärt hätte“, sagte ein Schüler nach Forsters Vortrag. Auch die Studienrätinnen Jana Schwipper, Christiane Koch und Katrin Winkler, die Drogenbeauftragten der Schule, waren begeistert und bedankten sich bei Forster mit einem Geschenkkorb aus regionalen Produkten.

Für die Schüler ging der Tag danach weiter: In Gruppen befassten sie mit Alkohol, Cannabis und synthetischen Drogen. Mit „Rauschbrilllen“ auf dem Kopf durften sie auf dem Rauschparcours ausprobieren, wie schnell man unter dem Einfluss von Rauschmitteln vom „rechten Weg“ abkommen kann.

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