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Juravolksfest

Feste Wurzeln in der mobilen Welt

Pfarrer Martin Fuchs zelebrierte in Neumarkt den Gottesdienst der Schausteller. Er betonte, wie wichtig ein Zuhause ist.
Von Heike Regnet

  • Pfarrer Martin Fuchs zelebrierte den Gottesdienst. Foto: Regnet bei der Kräutersegnung und dem damit verbundenen Gang durch die Kleine Jurahalle. Fotos: Regnet
  • Sichtlich Spaß hatte Pfarrer Martin Fuchs bei der Kräutersegnung und dem damit verbundenen Gang durch die Kleine Jurahalle.Foto: Regnet

Neumarkt.Jahr für Jahr wächst die Zahl der Gläubigen, die an Mariä Himmelfahrt den Weg auf den Volksfestplatz zum Gottesdienst der Schausteller finden. Seit zehn Jahren wird am Festtag Messe gefeiert und dieses Mal waren alle Plätze in der Kleinen Jurahalle besetzt.

Pfarrer Martin Fuchs, ehemals Schaustellerpfarrer und jetzt Seelsorger in Berg, freute sich über die große Zahl der Gläubigen. Gemeinsam mit Diakon Herbert Götz zelebrierte er den Gottesdienst, den die Blaskapelle Dirnhofer aus Stauf mit Andreas Dirnhofer gelungen musikalisch gestaltete. Traditionell werden an Mariä Himmelfahrt die Kräuterbuschen geweiht, die – in Wohnung oder Stall aufgehängt – Unheil abwenden sollen. 300 Kräuterbuschen hatte Leni mit ihren Freundinnen zum Festgottesdienst vorbereitet, die vorab gegen eine kleine Spende reißenden Absatz fanden. Der Erlös ist für einen sozialen Zweck bestimmt.

„Es ist schön, dass es jedes Jahr mehr Besucher werden“, sagte Pfarrer Fuchs zu Beginn der Messe. „Wollen wir hoffen, dass sich das dann auch auf dem Platz niederschlägt.“ Das Jura-Volksfest gelte in Neumarkt seit jeher als „die fünfte Jahreszeit“, betonte der Geistliche. Sein Dank galt zunächst allen, die den Festgottesdienst in der Kleinen Jurahalle ermöglicht hatten. Zur Predigt nahm er dann mitten unter den Schaustellern und Gläubigen aus Neumarkt und dem Landkreis Platz. „Ich sitze hier mitten unter den Leuten, weil ich ein Pfarrer bin, der sich nicht am Altar einsperren lässt“, meinte Fuchs mit einem Augenzwinkern.

Zehn Jahre war der Priester als Schaustellerseelsorger auf Achse und während dieser Zeit feierte er auf vielen Festplätzen Gottesdienste. Er kennt die Schausteller seit Jahren und sie kennen ihn. Das zeigte sich am Samstag auch in Neumarkt, denn als er am Tisch der Betreiber der „Wilden Maus“ Platz nahm, erhielt er postwendend ein Küsschen auf die Wange.

„Volksfest ist eben eine Zeit der Freude“, sagte Pfarrer Fuchs und schon schwelgte er in fröhlichen Erinnerungen an Fahrten auf dem Kinderkarussell, für das es bis heute zum Glück keinen Ersatz gebe. „Und was gibt es Schöneres, als auf dem Kettenkarussell fliegen zu lernen“, sagte Fuchs unter dem beistimmenden Lachen der Zuhörer. „Das alles ist Lebensfreude.“ Wichtig sei jedoch, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren. „Wir sind unterwegs zu Gott und in unserer Lebenszeit auf Erden können wir die Spuren Gottes überall entdecken.“

Jeder Mensch brauche ein Fundament, auf dem er gehen könne, einen Ort, an dem er zuhause ist. „Die mobile Welt zeigt uns, dass wir feste Wurzeln brauchen. Entdecken wir diese Wurzeln neu. Entdecken wir das, was unser Leben trägt“, forderte Fuchs die Gläubigen auf. Gesegnet wurden auch die Kräuterbuschen und hier sparte der Geistliche nicht an Weihwasser.

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