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Florian Fix setzt Autos in Szene

Im Neumarkter Autohaus lernt der Azubi, wie er Fahrzeuge präsentiert – und darf die teuren Karossen sogar selbst fahren.
Von Claudia Pollok

Florian Fix schließt das Cabrio in der Verkaufshalle ans Stormnetz an, damit die Kunden den Bordcomputer und die Musikanlage ausprobieren können, ohne dass die Batterie des Autos leer wird.
Florian Fix schließt das Cabrio in der Verkaufshalle ans Stormnetz an, damit die Kunden den Bordcomputer und die Musikanlage ausprobieren können, ohne dass die Batterie des Autos leer wird. Foto: Pollok

Neumarkt.Florian Fix steigt in das nigelnagelneue Cabrio im Wert von rund 70 000 Euro ein und startet den Motor. Die schwarze Karosserie glänzt im Licht der Verkaufshalle. Vor ihm steht sein Ausbildungskollege. Er gestikuliert mit den Händen und ruft ihm zu: „Noch ein kleines Stück nach vorne. Stopp. Leicht nach links. Ja genau. Stopp.“ Jede Bewegung ist genau geplant. Mit großer Präzision parkt Fix den Audi A5 genau zwischen Wand und Präsentationsleinwand ein.

Beim Rangieren in der Halle ist Präzision gefragt.
Beim Rangieren in der Halle ist Präzision gefragt. Foto: Pollok

Als Auszubildender bei Automobile Fischer ist das für ihn zur Rutine geworden. „Ich habe einen riesen Respekt vor diesen teuren Autos. Aber nach gut einem Jahr Ausbildung, kann man nicht jedes Mal einen Herzkasper bekommen, wenn man in ein 70 000-Euro-Auto steigt“, sagt Fix und schmunzelt. Er dürfe mit seinem Führerschein auch nur auf dem Hof oder in der Verkaufshalle fahren.

Der Beruf stand schnell fest

Der 17-Jährige hat im Herbst 2014 die Ausbildung als Automobilkaufmann begonnen. „Ich habe mich ziemlich schnell für diesen Beruf entschieden“, erzählt er. Schon während der Schulzeit hat Fix ein Praktikum bei Automobile Fischer gemacht. „Da ich an der Realschule im wirtschaftlichen Zweig war, habe ich mich für einen kaufmännischen Beruf interessiert.“ Im Autohaus habe er sich gleich drei verschiedene Ausbildungsberufe angesehen: Einzelhandelskaufmann, Kaufmann für Büromanagement und Automobilkaufmann.

Autos sind ihre Leidenschaft

Schnell war für ihn klar: „Die Arbeit als Automobilkaufmann ist sehr vielseitig.“ Sie verbinde Bürotätigkeiten mit praktischen Aufgaben. Diese Mischung gefällt ihm gut. Ein Großteil seiner Arbeit besteht darin, die Autos vor und in der Verkaufshalle oder bei Events richtig in Szene zu setzen. Und dazu gehört mehr, als das Auto nur in der Verkaufshalle abzustellen.

Nachdem Fix das Cabrio eingeparkt hat, öffnet er die Motorhaube und schließt die Batterie an das Stromnetz an. „Das machen wir bei jedem Auto in der Verkaufshalle, damit die Batterie nicht ausgeht, wenn Kunden das Infotainment ausprobieren wollen.“ Danach versteckt er Schalter und Kabel unter dem Auto, so dass sie die Optik nicht stören und keiner darüber stolpert. Dann geht es zurück zu seinem Schreibtisch an der Seite der Verkaufshalle. Seit Juli arbeitet er in der Abteilung „Audi Neuwagen“. Angefangen hat er bei den Gebrauchtwagen. „Die Neuwagen sind mit ihrer Ausstattung schon etwas ganz Besonders. Aber natürlich haben die Kunden hier auch einen gehobenen Anspruch.“

Checkliste und Preisauszeichnung

An seinem Schreibtisch trägt der Azubi neue Autos ins System ein.
An seinem Schreibtisch trägt der Azubi neue Autos ins System ein. Foto: Pollok

Der 17-Jährige sitzt nun vor dem Computer, trägt das Cabrio in das System ein und bearbeitet die Preisauszeichnung. Dazu gehört auch, dass er einen Vorschlag für eine monatliche Abzahlung vorbereitet und relevante Infos, wie zum Beispiel, dass es sich um eine Sportedition handelt, hervorhebt.

Neben der Preisauszeichnung druckt er noch die Checkliste für die Präsentation aus und geht wieder zum Cabrio. Fix befestigt die Preisauszeichnung in einem kleinen weißen Würfel und stellt ihn neben den Wagen. Dann misst er den Reifendruck und setzt den ersten Haken auf seine Checkliste. „Wir messen den Reifendruck in regelmäßigen Abständen.“

Florian Fix erstellt für neue Autos die Preisauszeichnung.
Florian Fix erstellt für neue Autos die Preisauszeichnung. Foto: Pollok

Aber das ist nicht das Einzige, auf das er achten muss. „Ist auf den Bremsscheiben Rost? Ist der erste Gang eingestellt? Sind die Sonnenblenden nach oben geklappt? Fix geht eine ganze Reihe von Fragen durch. Bei der Vorstellung der Autos wird nichts dem Zufall überlassen. Dem Auszubildenden gefällt es, die Autos ins richtige Licht zu setzten. Auch bei Events hilft er mit. „Wir hatten zum Beispiel einen Kasino-Abend, bei dem ich mitgearbeitet habe.“

Im Juli wird Florian Fix 18 Jahre alt, erzählt er. Für sein erstes eigenes Auto habe er schon seit langem Geld gespart. Doch auch wenn er bei Fischer täglich von neuen Sport- und Luxuswagen umgeben ist, werde sein eigenes Auto wohl noch etwas kleiner ausfallen, sagt Fix und lacht.

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Die Ausbildung

  • Dauer:

    Automobilkaufmann/-frau ist ein 3-jähriger Ausbildungsberuf in Industrie und Handel sowie im Handwerk.

  • Voraussetzungen:

    Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel stellen die Betriebe überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hochschulreife oder mit mittlerem Bildungsabschluss ein, im Ausbildungsbereich Handwerk überwiegend mit mittlerem Bildungsabschluss.

  • Aufgaben:

    Automobilkaufleute übernehmen organisatorische und kaufmännische Aufgaben im Kraftfahrzeughandel, bearbeiten Aufträge, bereiten Unterlagen für den Verkauf vor und erstellen Abschlüsse sowie Rechnungen. Außerdem wirken sie bei Marketingmaßnahmen und bei der Präsentation der Fahrzeuge mit.

  • Vergütung:

    Im ersten Ausbildungsjahr verdienen Auszubildende laut der Bundesagentur für Arbeit monatlich zwischen 504 und 893 Euro brutto, im zweiten Ausbildungsjahr zwischen 541 und 924 Euro und im dritten Ausbildungsjahr zwischen 614 und 1020 Euro.

  • Weiterbildung:

    Automobilkaufleute können sich nach der Ausbildung zum Beispiel zum Betriebswirt für Kraftfahrzeuge weiterbilden oder ein Studium, wie etwa Automobilwirtschaft, Automotive Management oder Betriebswirtschaftslehre, ergreifen.

  • Mehr Infos

    zum Beruf gibt es auf der Homepage der Agentur für Arbeit unter berufenet.arbeitsagentur.de.

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