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Wissenschaft

Fußballer sind wie leuchtende Moleküle

Beim FameLab-Finale landete Max Gmelch aus Neumarkt unter den Top5. Er überzeugte mit einem sportlichen Vergleich.
Von Philipp Froschhammer

Max Gmelch beim Deutschland-Finale von FameLab 2015.
Max Gmelch beim Deutschland-Finale von FameLab 2015. Foto: Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, Michael Roth

Neumarkt.Mit einer Präsentation zu seinem Fachgebiet, der Einzelmolekülfluoreszenzspektroskopie, nahm der Neumarkter Physikstudent Max Gmelch am Deutschlandfinale des FameLab-Wettbewerbs teil. Insgesamt zehn junge Wissenschaftler stellten sich bei der Endrunde des Wettbewerbs im Tollhaus in Karlsruhe der Jury. Gmelch belegte einen Platz unter den besten fünf.

Ziel des Wettbewerbs war es, seinen Forschungsbereich an leicht verständlichen Beispielen, fachlich korrekt und humorvoll zu präsentieren – ohne Notizen, nur mit selbst mitgebrachten Hilfsmitteln. Dafür hatte jeder Teilnehmer drei Minuten Zeit. Nachdem die Jury Gmelch im ersten Durchgang unter die Top 5 wählte, belegte er in der Endrunde gemeinsam mit zwei seiner Kontrahenten den dritten Platz. Der Neurowissenschaftler Dong-Seon Chang vom Max-Planck-Institut in Tübingen setzte sich am Ende mit einem Beitrag über die Wahrnehmung anderer Menschen durch. Er sicherte sich somit das Ticket zum internationalen Finale in Cheltenham (England).

Schnur, Fußball und Radfahrer-Bild

Nur mit einer Schnur, einem kleinen Fußball und dem Bild eines Radfahrers bewaffnet, betrat Gmelch bei der Endrunde die Bühne. Vor rund 600 Zuschauern stellte der Physikstudent den Fachbereich vor, in dem er gerade seine Masterarbeit an der Universität in Regensburg verfasst. Bei der Einzelmolekülfluoreszenzspektroskopie geht es im Prinzip darum, dass einzelne, leuchtende Moleküle im Labor sichtbar gemacht werden. Dies wird dann zum Beispiel genutzt, um Leuchtdioden zu entwickeln.

Der FameLab-Wettbewerb

  • Ablauf:

    Alle Teilnehmer müssen eine dreiminütige Präsentation über ein naturwissenschaftliches Thema halten, die von jedem verstanden werden kann.

  • PowerPoint-Präsentationen oder Notizzettel sind dabei verboten. Der Präsentator darf nur Requisiten in den Vortrag einbauen, die er alleine auf die Bühne tragen kann.

  • Voraussetzungen:

    Alle Teilnehmer müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Zudem müssen sie einen der Fachbereiche Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen, Maschinenbau, Medizin oder Mathematik studieren oder bei einem Betrieb aus diesen Sektoren angestellt sein. Beispielsweise können Lehrer, Dozenten, Forscher oder eben auch Studenten teilnehmen.

  • Hintergrund:

    Der FameLab-Wettbewerb wurde in Jahr 2005 von Cheltenham Festivals entwickelt. Der Sinn dahinter ist, junge Wissenschaftler und Ingenieure, die mit Publikum gut kommunizieren können, zu finden und zu fördern. Seit fünf Jahren findet der Wettbewerb auch in Deutschland statt.

  • Teilnahme:

    Weltweit beteiligen sich an dem Wettbewerb rund 4000 Wissenschaftler und Wissenschaftsbegeisterte. Das Finale findet in Cheltenham (England) im Zuge des Cheltenham Sience Festivals statt.

„Um Einzelmolekülfluoreszenzspektroskopie besser zu erklären, habe ich einen Vergleich zwischen Fußball und leuchtenden Molekülen gezogen. Denn jeder Fußballer ist unterschiedlich gut in Form, genau so wie jedes fluoreszierende Molekül unterschiedlich gut in Form ist“, erklärt Gmelch. Nach knapp einer Minute auf der Bühne griff er dann zum Bild des Radfahrers. Die Überleitung ist humorvoll und einfach zu verstehen: „Um unsere Moleküle in Form zu bringen, nutzen wir ein Mittel, das sich seit Jahren im Radsport etabliert hat: Doping, in unserem Fall durch Anfügen von Tensiden. Das Gute ist, unsere Moleküle müssen keinen Urintest abgeben.“

Ein langer Entstehungsprozess

Obwohl der Vortrag aus Gmelchs Fachbereich nur maximal drei Minuten dauern sollte, brauchte der Physikstudent mehrere Tage, um die Präsentation vorzubereiten. „Es ist ein langer Entstehungsprozess. Zunächst ist es dabei wichtig, eine Grundidee zu entwickeln.“ Als er sich schließlich entschlossen hatte, die Einzelmolekülfluoreszenzspektroskopie mit einer Analogie zum Fußball zu verknüpfen, baute er Schritt für Schritt ein Konzept für das FameLab-Deutschlandfinale auf. „Wenn man über sein Thema grübelt, kommen einem immer neue Ideen. Diese muss man dann zusammenfassen und eine in sich schlüssige Präsentation entwickeln.“

Am Ende seiner Vorstellung griff Gmelch noch einmal das Thema Fußball auf, um sich mit einem Lacher vom Publikum zu verabschieden: „Wenn ihr das Pokalfinale – ohne die Bayern – oder das Champions League Finale – ohne die Bayern – anschaut, dann werdet ihr jetzt hoffentlich zumindest an einen Bayern denken.“

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