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Finanzen

Größter Haushalt in Neumarkts Historie

Der Plan hat mit 155,4 Millionen Euro das größte Volumen in der Geschichte. 13 Millionen Euro davon schluckt 2019 das Bad.
Von Bernhard Neumayer

155,4 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumens des Rekordhaushalts 2019. Foto: Endlein
155,4 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumens des Rekordhaushalts 2019. Foto: Endlein

Neumarkt.Oberbürgermeister Thomas Thumann lehnte sich bei der Vorstellung des städtischen Haushalts 2019 im übertragenen Sinn weit aus dem Rathausfenster. „Es wird den Neumarktern nie besser gehen, als zurzeit“, sagte der OB. Dass sich die Stadt finanziell überdurchschnittlich gut präsentiert, ist längst kein Geheimnis mehr. Die aktuellsten Zahlen des Haushalts jedoch zeigen einen neuen Spitzenwert auf.

Das Gesamtvolumen beläuft sich auf insgesamt 155,4 Millionen Euro – Rekord in der Stadtgeschichte Neumarkts und 15,6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 2018 belief sich der Haushalt auf 139,8 Millionen Euro, 2017 betrug das Gesamtvolumen noch 131,6 Millionen Euro.

Zahlen entsprechen Entwurf

Raimund Tischner, Leiter des Amtes Finanzwesen, OB Thomas Thumann und der Leitende Verwaltungsdirektor Josef Graf (v.l.) stellten den Haushalt vor. Foto: Neumayer
Raimund Tischner, Leiter des Amtes Finanzwesen, OB Thomas Thumann und der Leitende Verwaltungsdirektor Josef Graf (v.l.) stellten den Haushalt vor. Foto: Neumayer

Das Gesamtvolumen des Haushalts teilt sich in Verwaltungshaushalt (89,8 Millionen Euro) und Vermögenshaushalt (56,6 Millionen Euro) auf. Die gestern vorgestellten Zahlen entsprechen dem Entwurf, den der Leitende Verwaltungsdirektor Josef Graf im Dezember vergangenen Jahres im Verwaltungs- und Kultursenat vorgestellt hatte. Die anwesenden Sitzungsmitglieder des Gremiums hatten die Vorberatung des Kämmerers damals einstimmig abgesegnet.

Einen wesentlichen Anteil am Rekordhaushalt leisten die Bürger mit den Steuerabgaben. Die Stadt rechnet 2019 mit 27 Millionen Euro Gewerbesteuer-Einnahmen. 25 Millionen Euro spülen Lohn- und Einkommenssteuer in die städtische Kasse. OB Thomas Thumann sprach von Steuereinnahmen auf „einmaligem Niveau“.

In unserer Grafik sehen Sie die größten Investitionen, die 2019 geplant sind:

„Wir hoffen natürlich, dass die Steuereinnahmen weiter so stark fließen.“ Die Steuern machen insgesamt über 60 Prozent der Einnahmen des Verwaltungshaushalts aus. Dem gegenüber stehen im Verwaltungshaushalt vor allem drei große Ausgaben-Posten: 25 Millionen Euro für Verwaltungsaufwand, wie zum Beispiel den Unterhalt der städtischen Grundstücke, 19,1 Millionen Euro Kreisumlage, welche die Stadt an den Landkreis zahlen muss und 16,2 Millionen Euro für das Personal in der Verwaltung.

Schlossbad schluckt 2019 13 Millionen Euro

Der größte Einnahmeposten des Vermögenshaushalts ist die Rücklagenentnahme mit knapp 25,6 Millionen Euro, 45 Prozent der gesamten Einnahmen des Vermögenshaushalts. Die Stadt gibt im Vermögenshaushalt am meisten Geld für Baumaßnahmen aus. 2019 sind für den Hoch- und Tiefbau 35,9 Millionen vorgesehen.

Im Haushalt 2019 sind insgesamt 55,7 Millionen Euro für Investitionen geplant. „Eine schwindelerregende Zahl“, fand OB Thomas Thumann. Das Schlossbad schluckt mit 13 Millionen im kommenden Jahr am meisten Geld. Darüber hinaus werden unter anderem in die Grundschule Bräugasse, in Parkplätze sowie in Straßen- und Kanalsanierungen investiert.

Graf: Verwaltung am Anschlag

Ob und wie viel Geld für die jeweiligen Projekte am Ende des Jahres 2019 tatsächlich ausgegeben werden, ist noch unklar. „Wir werden nicht alles so umsetzen können, wie es im Haushalt vorgesehen ist“, sagte Josef Graf und verwies darauf, dass die Verwaltung personell am Anschlag sei.

Trotz des Rekord-Haushalts mahnten OB Thumann, Kämmerer Graf und Raimund Tischner, der Leiter des Amtes Finanzwesen, gestern bei der Vorstellung im Amtszimmer des Oberbürgermeisters. „Wir müssen nachhaltig wirtschaften und können nicht alle Wünsche und Investitionen auf einmal erfüllen“, appellierte der OB vor allem in Richtung der Stadträte, die heute Abend über den Haushalt entscheiden. Thumann gehe davon aus, dass der Stadtrat den „weitaus größten Haushalt der Stadtgeschichte“ in der Sitzung verabschieden werde.

„Wenn wir alles Schritt für Schritt umsetzen, wird mir auch in Zukunft nicht bange.“

Josef Graf, Leitender Verwaltungsdirektor

Der Haushalt 2019 beinhaltet auch den gesetzlich vorgeschriebenen fünfjährigen Finanz- und Investitionsplan. Er reicht von 2018 bis 2022 und sieht in diesem Zeitraum Geld unter anderem für Feuerwehr, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Sportvereine, Hochschule, Altstadtsanierung, Verkehr und Wohnungen vor. Es stehen viele Projekte in den kommenden Jahren an. Sprudeln die Steuereinnahmen auch weiterhin so viel Geld in die Kasse, könne die Stadt diese schultern, sagte der Leitende Verwaltungsdirektor Josef Graf. „Wenn wir alles Schritt für Schritt umsetzen, wird mir auch in Zukunft nicht bange.“

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