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Interview

Ihre Gespräche sind ein Angebot

Christina Hofbeck betreut als Psychologin neun Jugendliche bis 18 Jahre in einer Wohngruppe in der Neumarkter Altstadt.
Von Eva Gaupp

Christina Hofbeck erzählt im MZ-Interview, welche Aufgaben sie bei der Betreuung der Jugendlichen hat. Foto: gaupp
Christina Hofbeck erzählt im MZ-Interview, welche Aufgaben sie bei der Betreuung der Jugendlichen hat. Foto: gaupp

Neumarkt.Christina Hofbeck steht zwar als Diplompsychologin Bewohnern der Jugendwohngruppe in Neumarkt zur Seite – „die eine Stunde bei der Psychologin allein ist aber nicht das Heilende“, sagt sie. Das Leben in der Gemeinschaft, der beschützte Alltag, die tägliche Begleitung durch die Betreuer und ein wertschätzender Umgang miteinander – das ist das Erfolgsrezept des Pädagogischen Zentrums St. Josef Parsberg, das von der Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting getragen wird. „Die Hilfe besteht schon allein darin, in der Jugendwohngruppe zu leben. Das ist schon ein großer Schritt“, sagt Hofbeck. „Das ist die grundlegende Arbeit.“

Ein Kernstück dieser Arbeit sind die wöchentlichen Teambesprechungen, an denen auch die Psychologin teilnimmt. Dann wird die aktuelle Situation eines jeden Schützlings besprochen. Darüber hinaus setzen sich zweimal im Jahr Vertreter von Jugendamt, die Betreuer, Eltern und Jugendliche zusammen, um darüber zu sprechen, wie sich jeder Jugendliche entwickelt. In diesen „Hilfeplangesprächen“ wird ein Blick zurück und in die Zukunft geworfen: Wie hat sich jeder Jugendliche entwickelt? Welche Probleme haben sich gelöst und welche sollten vielleicht mehr in den Fokus gerückt werden? Welche Unterstützung ist möglich?

Wichtig sei dabei, dass nicht über die Jugendlichen, sondern mit ihnen gesprochen werde, unterstreicht Christina Hofbeck. Das ist generell ein entscheidender Faktor: Kein Jugendlicher muss in dieser Wohngruppe leben – es ist ein Angebot. Und eine positive Entwicklung gelingt auch nur, wenn die Jugendlichen sich einbringen, bereit sind, Schwierigkeiten aus der Vergangenheit zu überwinden und die Hilfe anzunehmen. Sie sind es auch, die nach einer Schnupperwoche entscheiden, ob sie einziehen oder nicht. Natürlich immer vorausgesetzt, die Eltern sind einverstanden. „Abbrüche sind sehr selten“, sagt Christina Hofbeck. „Wenn sie ausziehen, sagen die meisten, dass es eine wichtige Zeit für sie gewesen ist.“

Alle Teile der MZ-Themenwoche zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen finden Sie hier.

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