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Bierzeltkultur

Kellner schrieb Buch für Volksfest-Fans

Der Neumarkter Simon Traub gehört zur Elite: Sein Buch „Die Krüge hoch!“ soll helfen, dass dieser Beruf mehr geschätzt wird.
Von Lothar Röhrl

Simon Traub und sein Erstlingswerk: Die Erstauflage von 1000 Stück verkauft sich hervorragend.
Simon Traub und sein Erstlingswerk: Die Erstauflage von 1000 Stück verkauft sich hervorragend.Foto: Röhrl

Neumarkt.Es sollte vor allem ein Ratgeber für alle sein, die als Bierzeltkellner oder -kellnerin tätig sind oder das noch wollen. Doch der Neumarkter Simon Traub hat unter seinem Pseudonym „Wadl Symen“) mit „Die Krüge hoch!“ ein Buch geschrieben, das vielen Volksfest-Fans auch Tipps gibt, mit denen jeder Volksfest-Besuch noch angenehmer werden kann. Und letztlich auch zur Verbesserung des Verhältnisses Gast zur Bedienung – aber auch umgekehrt – beitragen soll.

Der Neumarkter ist seit gut 20 Jahren Profikellner. Der gelernte Elektriker (bei „Dehn+Söhne“) ist im Neumarkter Landkreis genauso tätig wie in bei den großen Festen in Regensburg und Straubing. Aber auch deutschlandweit bei Großveranstaltungen. Und er hat den „Olymp“ des Kellnern schon besteigen dürfen: Im Münchner Oktoberfest bedient Simon Traub in den Boxen des „Hacker-Festzelts“ – also im exklusivsten Teil jenes Zelts, das als Nummer eins des weltweit größten Volksfests gilt.

Immer den Schreibblock dabei

Irgendwann einmal beim Bedienen ist ihm die Idee gekommen, darüber ein Buch zu schreiben. Es sollte eines sein, dass hinter die Kulissen der Bierzeltkultur blicken lässt. Als er sich sicher sein konnte, dass es noch keinen Leitfaden darüber gab, wie man Kellner bei Festen wird, was man im Alltag als Bedienung beachten sollte und was auch für Gäste wissenswert sein könnte, begann Traub mit dem Recherchieren. Das war vor sechs Jahren. Bis 2015 trug er Material zusammen. An jedem Tag seiner Einsätze hatte er sich einen Extra-Schreibblock eingesteckt. Auf diesem trug er ein, was er für sieben von ihm festgelegte Kapitel für notierenswert hielt.

Diese Kapitel waren Grundgerüst für sein als „Fachbuch“, aber auch als Autobiografie angelegtes Werk: „Die Welt der Bierzelte – vor dem Fest und ums Zelt herum“, „Hunger, Durst, Stimmung – ein wohlgesonnenes Dreiergespann“, „(M)ein Leben für Volksfeste – überall zu Hause“, „Zwölf Maßkrüge in zwei Händen – die Bühne richtig nutzen“, „Hinter dem Vorhang – so starten Sie erfolgreich in den Beruf“, „Ganz Deutschland feiert – ein persönlicher Volksfestführer“ und „Was Ihnen noch zum Expertenwissen fehlt“. Auf einem großen Tisch daheim hat er vier Jahre lang die Notizen unter die Oberbegriffe einsortiert – und danach alles in Fachsprache niedergeschrieben. Weil diese frei von prosaischen Schnörkel ist, erfüllt das 145 Seiten stark gewordene Werk dem selbst gewählten Anspruch, Ratgeber zu sein, in perfekter Manier.

„Das ist auch eine Sucht“

Die Akribie, in der die Texte verfasst sind, bestätigt, was Simon Traub mit der Rolle als „Kellner“ – auf eine andere Bezeichnung verzichtet er in Achtung vor der Tätigkeit – verbindet: „Es ist eine Sucht. Eine Sucht nach Gemeinschaft mit Kollegen und eine nach Gemeinschaft mit den vielen Feiernden darum herum.“ Nach dem Lesen seines Buches sollten Festgäste in der Lage sein, Kellner besser schätzen zu können. Außenstehende würden in ihnen noch zu oft Menschen sehen, die nichts Besseres gelernt hätten.

Der angestrebte Markt, der wohl auch aus sehr vielen Kollegen bestehen dürfte, hat schon sehr euphorisch auf das von Traub „im Selbstverlag“ veröffentlichte Werk reagiert: Die Erstauflage von 1000 Exemplaren wird schon stark verkauft.

Das Buch: „Die Krüge hoch!“

  • Präsentation:

    Am kommenden Samstag um 13 Uhr zusammen mit Landrat Gailler beim Lammsbräu-Bierfest.

  • So ist es zu haben:

    Unter anderem in allen Neumarkter Buchhandlungen sowie via E-Mail an Simon-Traub@gmx.de. ISBN-Nummer: 978-3-00-052548-3; Traub hat es „im Eigenverlag“ herausgegeben; es kostet 14,95 Euro. (lr)

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