MyMz
Anzeige

Kilian und Sven tüfteln gern an Rädern

Die beiden Azubis in der Fahrradwerkstatt von Peter Stadler in Neumarkt haben eine Leidenschaft: das Zweirad ohne Elektronik.
von Claudia Pollok

  • Kilian Richter ist gerade mit der zweijährigen Ausbildung zum Fahrradmonteur fertig geworden. Jetzt will er Fahrradmechaniker werden und noch einmal für zwei Jahre in die Lehre gehen. Foto: Pollok
  • Die Werkstatt: Hier bringen Sven und Kilian müde Drahtesel wieder zum laufen. Foto: Pollok
  • Bestandsaufnahme: Kilian und Sven analysieren, was zu tun ist. Foto: Pollok
  • Katzenaugen braucht jedes Fahrrad. In der Werkstatt werden bei Bedarf welche montiert. Foto: Pollok

Neumarkt.In der Werkstatt von Peter Stadler reiht sich Fahrrad an Fahrrad. Kilian Richter steht vor einem giftgrünen „Dirt Bike“, eine Art Mountainbike, mit dem der Fahrer Sprünge machen kann. Er hält eine Checkliste in der Hand. Schaltung, Bremsen, Pedal – Punkt für Punkt überprüft er die Einzelteile des Fahrrads. Nach zwei Jahren weiß er ganz genau, wo die Schwachstellen bei Fahrrädern liegen. Der 18-Jährige hat in der Werkstatt von Peter Stadler eine Ausbildung zum Fahrradmonteur gemacht.

Vor kurzem hat er seine letzten Prüfungen geschrieben. Jetzt möchte der junge Mann sich zum Fahrradmechaniker ausbilden lassen. Fahrräder liegen ihm einfach. Zu Beginn seiner Ausbildung hat Kilian in der Motorrad-Werkstatt des PS-Motor-Centers angefangen, erzählt er. Doch nach einem halben Jahr sei er in die Fahrradwerkstatt von Andreas Gubisch gewechselt. „Die Arbeit an nichtmotorisierten Rädern gefällt mir besser. Außerdem kann ich hier sehr selbstständig arbeiten“.

Zu seinen Aufgaben gehört es, die Fahrräder der Kunden zu überprüfen und zu reparieren; aber auch Zubehör wie Taschen oder Kindersitze zu montieren. Sein Arbeitstag dauert von 9 Uhr bis um 18 Uhr, erzählt er. An Samstagen hat die Fahrradwerkstatt ebenfalls geöffnet. Dann arbeitet Killian von 9 bis um 16 Uhr und bekommt dafür einen anderen Tag der Woche frei.

Zur Schule geht es nach Straubing

Zur Ausbildung in der Fahrradwerkstatt gehört außerdem der Unterricht an der Berufsschule, sagt Kilian. Die 10. Klasse habe er in Neustadt absolviert, die 11. Klasse in Straubing. Aufgeteilt sei der Unterricht in Blockkursen. In der Regel hat Kilian drei Wochen in der Werkstatt mitgeholfen und ist anschließend eine Woche zur Schule gegangen.

Kilian ist durch seinen Roller zu seiner Ausbildung bei Peter Stadler gekommen. „Ich habe ihn hier im Geschäft gekauft und war früher öfters in der Werkstadt“. So hat er angefangen, sich für die Arbeit mit Motorrädern zu interessieren. Doch mittlerweile arbeitet er viel lieber mit Fahrrädern.

Der zweite Versuch hat geklappt

Sven Dettmann hat als Azubi angefangen. Damit ist für ihn ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen.
Sven Dettmann hat als Azubi angefangen. Damit ist für ihn ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen. Foto: Pollok

Sven Dettmanns Herz schlug hingegen von Anfang an für Fahrräder. Der Siebzehnjährige hat erst vor kurzem seine Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Peter Stadler begonnen. „Ich bastle auch zu Hause immer an den Fahrrädern meiner Familie. Mein Vater besitzt außerdem noch ein Quad“. Aber auch ihm geht es wie Kilian: Zweiräder ohne Elektronik gefallen ihm am besten. Die Mechanik begeistert ihn. „Es ist viel schöner, an Fahrrädern herumzuschrauben“.

Er hat sich schon im vorherigen Jahr in der Fahrradwerkstatt von Peter Stadler beworben, wurde aber zunächst nicht genommen. Nachdem er ein Jahr bei einem Steinmetz in die Lehrer ging, hat er es noch mal versucht – und den Ausbildungsplatz bekommen. Er strahlt über das ganze Gesicht: „Fahrräder sind meine Leidenschaft“. Und von denen gibt es in der Werkstatt jede Menge – in allen möglichen Formen und Farben.

Von ganz normalen Herren- oder Damenfahrrädern bis hin zu Freeride-Bikes für technisch anspruchsvolles Fahren auf einem Mountainbike oder E-Bikes kommt so gut wie alles in die Hände der Auszubildenden. Etwa zehn Fahrräder pro Tag bearbeitet ein Mitarbeiter in der Werkstatt, sagt Kilian.

Ausbilder Gubisch stimmt ihm zu: „Im Sommer ist die Nachfrage immer sehr groß“. Viele machen Ausflüge und auch längere Radltouren und wollen ihren fahrbaren Untersatz vor dem Urlaub noch einmal überprüfen lassen. Es komme aber auch vor, dass Reisende einen Stopp in der Werkstatt einlegen müssen, weil unterwegs etwas kaputt gegangen ist. Deswegen gehöre es auch zu der Arbeit der Azubis, bei der Annahme einzuschätzen, was alles am Fahrrad gemacht werden muss und wie lange es dauern wird.

Kilian ist mittlerweile fertig mit dem giftgrünen Fahrrad. Er holt das nächste aus der Warteschlange und hängt es auf den Reparaturständer. Mit flinken Fingern montiert er das Hinterrad von dem grauen Gestell ab und wirft einen kritischen Blick auf die verbogene Schaltung. „Das Fahrrad ist nicht mehr gut in Schuss. Auch die Bremsbelege sind abgenutzt.“

Der 18-Jährige hält die kaputte Schaltung in seinen Händen. „Für dieses Fahrrad habe ich etwa eine Stunde eingeplant“, sagt er und schraubt routiniert weiter.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht