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Verkehr

Lkw-Fahrer parken mit Leitsystem

Am Freitag startete das Pilotprojekt Kompaktparken startete an der Tank- und Rastanlage Jura West im Landkreis Neumarkt.
Von Peter Budig

Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) und Staatsminister Joachim Herrmann (CSU) stellten das neue Projekt Kompaktparken vor.
Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) und Staatsminister Joachim Herrmann (CSU) stellten das neue Projekt Kompaktparken vor. Foto: Budig

Neumarkt.Wer einmal am frühen Abend, besonders vor dem Wochenende, auf Raststätten und Parkplätze, auch durch Dörfer, die an Autobahn-Ausfahrten liegen, gefahren ist, kann den Wildwuchs beim Parken von Transportern erleben. Laut einer Erhebung des Bundesverkehrsministeriums von 2013 fehlen auf und an Bundesautobahnen circa 11 000 Lkw-Parkstände. Heute gibt es an Bundesautobahnen 43 000 Parkplätze – und es müssen mehr werden. Damit nicht alle neu für viel Geld und mit einhergehender Versiegelung der knappen Flächen gebaut werden müssen, haben das Bundesverkehrsministerium und der zuständige Bayerische Innenminister ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet. Sogenannte „intelligente Parkleitsysteme“ sollen Abhilfe schaffen. Das erste bundesweite Projekt firmiert unter dem Namen „LKW-Kompakt-parken“ – und wurde am Freitag an der A3 auf der Tank- und Rastanlage Jura West gestartet.

Parkplatz-Zuwachs ohne Neubau

„Das ist der Moment, wo Verkehr und Digitalisierung Hand in Hand gehen“, beschrieb Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU, als Vertreterin des Bundesverkehrsministeriums) dieses System des „intelligenten Parkens“. Die einfach klingende, in der Durchführung sehr komplexe Idee, geht so: Das neue „telematisch gesteuerte Kompaktparken“ sieht vor, dass mehrere Lkw kompakt, unmittelbar hinter- und nebeneinander parken. Um Behinderungen zu vermeiden, sollen nur Fahrzeuge in einer Reihe stehen, die die gleiche Abfahrtszeit haben oder später als die davor parkenden Fahrzeuge abfahren. Dadurch spart man die mittlere, früher leerbleibende Abfahrtfahrbahn. Bärs Parteifreund, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, rechnete vor, dass so aus 66 Parkplätzen 105 werden, ein Zuwachs von 60 Prozent – ganz ohne Neubau.

Kompaktparken

  • Kompaktparken:

    Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) will die Parkplatzkapazitäten für Lkw an deutschen Autobahnen durch das Kompaktparken erweitern. Dadurch soll mehr Parkraum durch die intelligente Nutzung der Verkehrsflächen entstehen.

  • Homepage:

    Informationen und Fotos dazu gibt es im Internet auf der Homepage www.kompaktparken.de. Dort kann jederzeit der aktuelle und künftige Parkstand abgefragt werden. In neun Sprachen und mit Zeichnungen wird das Verfahren für das neue System des Kompaktparkens einfach und leicht verständlich erklärt.

Auf der Homepage können sich die Brummifahrer jederzeit informieren, wo es freie Parkplätze gibt und sich anmelden. In neun Sprachen werden die Leitsysteme erklärt: Reihe für Reihe parken die Fahrer – und zwar stets solche mit gleicher Abfahrtszeit hintereinander. Nach der nach EU-Recht übrigens verpflichtenden Pause können sie wieder geregelt abfahren. Kommt es einmal zu einer Panne, werden eingeparkte Lastwagen kontrolliert freigegeben. Für Kurzzeitparker wird mit eigenen Parkreihen gesorgt. Zum Service gehört ein Parkwächter, der als Ansprechpartner fungiert und Infomaterial in neun Sprachen bereithält. Bereits bei der Planung wurde viel mit Praktikern, Spediteuren und Lkw-Fahrer gesprochen, ihre Bedürfnisse analysiert: „Das Projekt steht und fällt mit der Akzeptanz der Fahrer“, sagt Herrmann.

Aufbau eines Parknetzes als Ziel

Allein der Bund hat vier Millionen für das Kompaktparken bei Neumarkt bereitgestellt. Gleichzeitig wurde an der Rastanlage Inntal West an der A 93 Süd ein ähnliches Projekt namens „Kolonnenparken“ gestartet, das technisch etwas anders funktioniert. Beide Projekte werden wissenschaftlich begleitet. Ziel ist der schnelle Aufbau eines Netzes von Lkw-Parkplätzen in ganz Deutschland, das über ein Parkleitsystem koordiniert wird. Nicht nur das Parkchaos an den Autobahnen soll dadurch vermieden werden. Auch die Verkehrssicherheit gewinnt, wenn Lkw-Fahrer nicht übermüdet einen Parkplatz suchen müssen, sondern ihre Ruhezeit und den Ort planen können. Die Maßnahmen, durch die in dieser Regierungsperiode 6000 neue Stellplätze im Bundesgebiet entstehen, lässt sich der Bund 500 Millionen Euro kosten.

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