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Mähen, pflanzen, schneiden und hacken

Auf Neumarkts Sport- und Kinderspielplätzen, Pausen- und Friedhöfen polieren Mitarbeiter der Stadtgärtnerei das Stadtbild auf
Von Lothar Röhrl

  • Sie nehmen im Wolfsteiner Friedhof Neumarkts zweitsteilsten Hang zum Mähen in Angriff: links Günther Sprockhoff mit einem Mulcher, rechts Richard Graml mit einem normalen Mäher.Foto: Röhrl
  • Vor dem Einsatz werden die Luftfilter gereinigt. – Berühmt ist die Gärtnerei für ihre Blumen. Foto: Röhrl
  • Die Stadtgärtnerei züchtet ihre eigenen Blumen. Foto: Röhrl
  • Die Stadtgärtnerei züchtet im Gewächshaus ihre eigenen Blumen. Archiv-Foto: Teschner
  • Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sorgen für Farbtupfer im Stadtbild. Archiv-Foto: Lenhart

Neumarkt. Günther Sprockhoff hat in diesem Moment etwas von einer Gämse. Aber einer, die einen Rasenmäher über den steilen Hang zieht. Dabei ist es „nur“ der zweitsteilste im Neumarkter Stadtgebiet. Nummer eins ist der Hang an der Bahnbrücke in der Woffenbacher Straße. Damit man nicht ins Straucheln gerät und im schlimmsten Fall samt Mähgerät abrutscht, muss immer ein zweiter Mann mit einem Seil sichern. An diesem Vormittag geht alles gut: im schönsten Friedhof Neumarkts, dem Waldfriedhof von Wolfstein.

Günther Sprockhoff ist einer von vier Männern, die an diesem Tag zum Mähen eingesetzt sind. Der Zeitpunkt des Auftrags liegt einige Stunden zurück: Punkt 7 Uhr hatten Sprockhoff und seine Kollegen vom stellvertretenden Leiter der Stadtgärtnerei, Erwin Achhammer, den „Auftrag Wolfstein“ bekommen. Andere wiederum sollten auf Sportplätzen den Rasen mähen. Wieder andere in den Friedhöfen kleinere Schönheitsschnitte vornehmen. Drei Mann gehören einer „schnellen Eingreiftruppe“ an.

Gratulation vor dem Ausschwärmen

Und bevor die an diesem Tag diensthabenden Mitarbeiter mit allem, was der Fuhrpark der Stadtgärtnerei zu bieten hat, vom Gelände am Berliner Ring aus in die vier Himmelsrichtungen ausschwärmen, steht noch ein Mann im Fokus: Edi Geitner. Er feiert an diesem Tag seinen 48. Geburtstag. Die herzlichen Glückwünsche unter anderem auch von Chef Georg Ziegler lassen vermuten, dass es in der Kollegenschaft stimmen muss.

Mitte Mai ist vor allem Mäh-Zeit, zumal, wenn „Wachswetter“ wie heuer Mitte Mai ist. Da schießt der Rasen nicht ins Kraut, aber in den Halm. „Die Vereine wollen, dass der Rasen nicht zu lang ist, wenn trainiert und dann auch um Punkte gespielt wird. Da kann es in so einer Phase des Jahres sein, dass dreimal in der Woche gemäht werden muss.“ Für ein Spezialgerät, einen Spindelmäher, eigentlich kein Problem: Nach 25 Minuten ist ein Fußballfeld auf 3,5 Zentimeter Rasenhöhe gemäht. Vorausgesetzt, der Rasen war nicht regennass. Auf acht Millionen Quadratmeter pro Jahr an Leistung bringt es dieser Spindelmäher. Oder: Jeder Sportplatz in der Stadt kommt pro Jahr 55 bis 58 Mal unters Messer.

Hier das Spezialgerät, da eben die Rasenmäher und der Mulcher, mit denen Günther Sprockhoff und seine Kollegen auf allen Neumarkter Friedhöfen unterwegs sind. Meist an zwei Tagen in Folge steht dieser auf dem Plan. Geschützt mit Kopfhörer, Handschuhen und Sicherheitsschuhen geht jeder aus diesem Team zu Werke.

Spielplätze in Schuss halten

Doch: Das Gras kurz zu halten, ist nur ein Puzzlestück im bunten Mix der Tätigkeitsfelder der Neumarkter Stadtgärtnerei. Denn diese ist auch noch für das Mähen der 55 Spielplätze im Neumarkter Stadtgebiet zuständig. Spielplatz-Kontrolleure, die dem Bauhof unterstellt sind, gehen täglich die Spielplätze nach einem ähnlichen Fahrplan ab wie das beim Mähplan der Fußballfelder vor sich geht. Zustand der Geräte, aber auch Sauberkeit – das sind die Kriterien. Das regelmäßige Nachschauen muss sein, denn alle zwei Jahre prüft der TÜV – da sollte alles passen.

Mähen, Kontrollieren – und natürlich auch Beete kultivieren: Für die Blumenbeete auf Verkehrsinseln und entlang der Marktstraße bekommen Georg Ziegler sowie die Inhaber der viereinhalb Planstellen der Gärtnerei wie Manuel Traub (Anzucht) und Gernot Meier (Gärtnerei) oft viel Anerkennung. Blumen und blühende Gehölze gehören zum Stadtbild, wenn die Monate mit Eis und Schnee Vergangenheit oder erst noch Zukunft sind. Beete mit Gemüse wird man zumindest im öffentlichen Raum in Neumarkt nicht finden.

Junges Gemüse in der Schule

Wohl aber in Kindergärten und einigen Schulen. 1993 habe man den ersten Gemüsegarten angelegt, erinnert sich Ziegler. Durch die Umstellung auf Ganztagsschulen und das Angebot der Mittagsbetreuung steige die Nachfrage nach frischem Gemüse. So wurden beispielsweise in Woffenbach und Pölling Schulgärten angelegt. Seither heuer stellt die Stadt auf Wunsch zu Beginn der Pflanzzeit den Kitas und Kindergärten einen „Gemüsekasten“ zur Verfügung. Damit wird „Naschgemüse“ gezogen. Und die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht kommt so manch einem Bub oder Mädchen in ein paar Jahren in den Sinn, welchen Beruf es ergreifen könnte. Vorausgesetzt, es liebt die Natur und ist gerne draußen. Denn mit Schreibtisch-Tätigkeit hat Stadtgärtnerei kaum was zu tun.

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