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Genuss

Miniköche pauken Theorie

Die Neumarkter Nachwuchsköche erfuhren, welches Gemüse wann Saison hat und warum Tomaten nicht in den Kühlschrank gehören.
Von Bernhard Neumayer

Michaela Baur erklärte den Miniköchen auch, wie man verschiedenes Gemüse am besten lagert.
Michaela Baur erklärte den Miniköchen auch, wie man verschiedenes Gemüse am besten lagert. Foto: Neumayer

Neumarkt.Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise, Spargelsuppe, Nudeln mit Spargel oder Schweinelendchen mit einer Portion Spargel – der Blick auf die Speisekarten der Neumarkter Gaststätten verrät, dass sie wieder da ist, die Spargelzeit. Dass es den Spargel in Deutschland von April bis Juni gibt, wissen viele. Die Miniköche wissen jetzt aber noch viel mehr über Obst und Gemüse.

Welche Sorte hat wann Saison, welche Lagerungsmöglichkeiten gibt es und welches Obst reift noch nach und welches nicht – all das haben sie von Diplom-Ökotrophologin Michaela Baur aus München in der Neumarkter Lammsbrauerei in der Amberger Straße 1 erfahren.

Frische Lebensmittel auf dem Tisch

Nachdem die kleinen Hobbyköche zuvor schon bei mehreren Köchen in Stadt und Landkreis einige Gerichte am Herd ausprobieren durften, stand nun die Theorie im Vordergrund. Passenderweise haben sich die Kinder dazu im „Genussraum“ der Lammsbräu getroffen. „Genießen ist das A und O“, sagt Baur, die ihr Studium der Ökotrophologie, das sich mit Haushalts- und Ernährungswissenschaften befasst, abgeschlossen hat.

Seit 15 Jahren ist sie in der Biobranche tätig und vor sechs Jahren hat sie sich entschlossen, selbstständig zu machen. „Mein Hauptfokus liegt dabei auf Kochevents und Teamkochen“, sagt sie. Als aktuelle Biomentorin der Stadt München ist sie viel in Kindereinrichtungen tätig und berät die Betreuer und kocht dort zusammen mit den Kindern. Trotz der vielen Theorie legt sie viel Wert darauf, dass alles praxisbezogen ist. Deshalb bringe sie immer frische Lebensmittel mit. „Die Kinder sollen ein Gefühl für Obst und Gemüse bekommen, indem sie es in der Hand halten“, sagt Baur.

Tipps zuhause umsetzen

Deshalb hat sie auch für die Miniköche reichlich frisches Obst und Gemüse mitgebracht. Wirsing, Radieschen, Paprika, Zitronen und viele weitere Sorten liegen auf dem Tisch. „Dadurch will ich eine Grundlage schaffen, dass Kinder die Lebensmittel besser einschätzen können“, erklärt sie. Würde sie stattdessen nur mit Bildern und kleinen Kärtchen arbeiten, wüssten die Kinder später oft nicht, wie ein Wirsing wirklich aussieht.

Doch am Ende der Stunde wussten die Kinder über die verschiedenen Obst- und Gemüsesorten Bescheid. „Ich habe gelernt, dass man bestimmtes Gemüse nicht im Kühlschrank lagern sollte“, sagt die zwölfjährige Luise Tröschel und erklärt, dass zum Beispiel Tomaten im Kühlschrank ihr Aroma verlieren. Sie habe heute viel über saisonales Gemüse, die verschiedenen Familien, die Lagerung und die Zubereitung gelernt und will die Tipps zuhause gleich umsetzen.

Der elfjährige Michael Sammüller erzählt, dass er viel über Vitamine und Lagerung von Obst und Gemüse erfahren hat. Dass manche Obstsorten noch nachreifen und andere nicht, weiß er jetzt auch. „Die Banane reift zum Beispiel schneller, wenn sie zusammen mit einem Apfel gelagert wird“, erklärt er. Spannend fand er, dass die Sonne zum Beispiel beim Spargel die Farbe ausmacht. „Weißer Spargel bekommt unter der Erde nicht viel Sonne ab. Der grüne Spargel wächst über der Erde. Durch die Sonne wird der Spargel über der Erde grün“, erklärt er.

Man merkt ihm seine Begeisterung fürs Kochen an. Genau das wollte Baur erreichen: „Ich will die Lust am Kochen wecken.“

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