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Gesundheit

Nach Magen-OP 80 Kilo abgenommen

Vor der Magenverkleinerung war die Neumarkterin Martina Schmid adipös. Ein Experte aus München erläuterte die Operation.
Von Martina Sellerer

Dr. Otto Dietl ist auf Einladung der Leiterin der Selbsthilfegruppe, Martina Schmid, nach Neumarkt gekommen. Die Diätassistentin Petra Schwedmann (re.) berät Adipositas-Patienten.
Dr. Otto Dietl ist auf Einladung der Leiterin der Selbsthilfegruppe, Martina Schmid, nach Neumarkt gekommen. Die Diätassistentin Petra Schwedmann (re.) berät Adipositas-Patienten. Foto: Sellerer

Neumarkt. Mit einem so starken Interesse hatte Martina Schmid, Gründerin der Selbsthilfegruppe Adipositas Neumarkt, nicht gerechnet, als sie zum Vortrag über die verschiedenen OP-Techniken in der Adipositas Chirurgie geladen hatte. Weit mehr als 60 Zuhörer – davon zum Großteil selbst Betroffene der Krankheit – waren gekommen, um den Ausführungen von Dr. med. Otto Dietl vom Adipositas Zentrum der Chirurgischen Klinik München-Bogenhausen zu folgen.

Adipositas – umgangssprachlich auch als Fettsucht bezeichnet – wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO seit 1997 als chronische Krankheit anerkannt. Die Anzahl adipöser Menschen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Ab einem Body-Mass-Index von 30 gilt man als adipös. Dies betrifft in Deutschland 18 Prozent der erwachsenen Männer und 20 Prozent der erwachsenen Frauen.

Diabetes und Bluthochdruck als Folgen

Wie Dr. Dietl ausführte, ist es nicht nur das starke Übergewicht, sondern es sind zusätzlich auch die Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck, die den Betroffenen stark zusetzten. Viele, die in die Sprechstunde des Adipositas Zentrums nach München kommen, haben oft einen jahrelangen Leidensweg mit unzähligen, erfolglosen Diäten hinter sich. Für solche Betroffenen bietet ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Magen verkleinert wird, oftmals die letzte Möglichkeit, ihr Gewicht deutlich zu reduzieren.

In einem Power-Point-Vortrag stellte Dr. Dietl die verschiedenen Operations-Methoden vor. All diesen Methoden ist gleich, dass sie minimal-invasiv durchgeführt werden können, das heißt, es sind nur kleine Schnitte nötig. Durch diese Operationsmethode ist der Patient laut Dr. Dietl bereits zwei bis drei Tage nach der Operation schmerzfrei. Ein pauschal zu empfehlendes Verfahren gibt es seinen Angaben zu Folge nicht, vielmehr werde für jeden Patienten die für ihn passende Methode gewählt und mit ihm ausführlich besprochen – wobei alle Vor- und Nachteile abgewogen würden.

Magen zu Schlauch geformt

Die am häufigsten gewählte OP-Methode der vergangenen Jahre in Deutschland sei der sogenannte „Schlauchmagen“. Aus dem Magen wird hierbei ein Schlauch geformt, der ein stark verringertes Füllvolumen hat, so dass der Patient endlich wieder ein Sättigungsgefühl verspürt und durch die reduzierte Nahrungsaufnahme abnimmt. Dr. Dietl berichtete auch über immense Erfolge bei Diabetes-Patienten. Nach einer solchen Operation benötigten viele Patienten kein oder deutlich weniger Insulin als zuvor. Nach dem Vortrag nahm sich Dr. Dietl noch Zeit, die vielen Fragen der Zuhörer zu beantworten.

Martina Schmid, die selbst 2012 von Dr. Dietl operiert wurde und seitdem fast 80 Kilo abgenommen hat, betonte in ihrem Schlusswort, dass jeder eingeladen sei, ein Treffen der Selbsthilfegruppe zu besuchen. Dort könne man sich mit Menschen austauschen, die bereits eine Operation hinter sich haben, Informationen über gesunde Ernährung erhalten „oder sich einfach mit anderen unterhalten, die die Probleme von Übergewichtigen aus eigener Erfahrung kennen“. Die Selbsthilfegruppe bekommt beim Thema Ernährung fachliche Unterstützung von der Diätassistentin Petra Schwedmann aus Neumarkt.

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Gut zu wissen

  • Selbsthilfegruppe:

    Adipositas Neumarkt, Treffen jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Haus der Selbsthilfegruppen in Pölling, St.-Martin-Str. 9.

  • Ansprechpartnerin:

    Martina Schmid, Tel. (01 51) 576 615 10, weitere Informationen finden Interessierte im Internet: www.shg-adipositas-neumarkt.de.

  • Body-Mass-Index:

    Das Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße wird wie folgt berechnet: Gewicht (kg) geteilt durch die Größe im Quadrat (m).

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