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Neue Masten für die Energiewende

Aus konventionellen Gittermasten sollen kompakte Alternativen werden. Europoles aus Neumarkt ist bei einem Projekt dabei.

 Bei dieser Leitungstrasse in Polen wurden auf 48 Kilometern Länge Kompaktmasten eingesetzt. So konnte der Platzbedarf für die Trasse so gering wie möglich gehalten werden.
Bei dieser Leitungstrasse in Polen wurden auf 48 Kilometern Länge Kompaktmasten eingesetzt. So konnte der Platzbedarf für die Trasse so gering wie möglich gehalten werden. Foto: Europoles

Neumarkt.„KoHöMaT“ – so lautet der Name eines vielversprechenden Forschungsprojekts. Dahinter verbirgt sich ein Verbund aus Universitäten und Industrie, die einen wichtigen Beitrag zur sicheren und schonenden Umsetzung der Energiewende leisten. Das gesteckte Ziel dieser Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft: Höhe und Breite der erforderlichen Stromtrassen durch den Einsatz von kompakten Höchstspannungsmasten und -traversen (KoHöMaT) aus Stahl oder ultrahochfestem Beton zu minimieren. Darauf weist das Neumarkt Unternehmen Europoles in einer Pressemitteilung hin. Gefördert wird das im Oktober 2013 gestartete Projekt mit Bundesmitteln aus dem Energie-Forschungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums.

Deutschland will die Energiewende, doch eine Trasse mit großen Gittermasten in unmittelbarer Nähe – das will keiner. Bürgerinitiativen verhindern den Bau von neuen Leitungen und der Netzausbau liegt weit hinter Plan. Ein Zusammenschluss der Firmen Europoles, LAPP Insulators, Fichtner KG sowie den Technischen Universitäten Braunschweig, Dresden und des Karlsruher Instituts für Technologie hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Konflikt zu lösen. Der Aufgabenbereich der Unternehmen umfasst die Herstellung von Masten, Traversen (Europoles) und Isolatoren (LAPP Insulators) sowie Planungs- und Beratungsleistungen für die raumoptimierten Freileitungen (Fichtner). Die wissenschaftlichen Institute wiederum vermitteln die Erkenntnisse aus der Projektarbeit an die unterschiedlichsten Zielgruppen wie etwa in die universitäre Lehre, aber auch bei Konferenzen oder über Fachzeitschriften.

Wie Europoles weiter mitteilt, sollen aus den konventionellen Gittermasten kompakte Alternativen werden, die letztlich umwelt- und ressourcenschonender sind. Der Einsatz solcher Kompaktmasten sei auf Verteilnetzebene in vielen Ländern Europas Standard. Im Übertragungsnetzbetrieb gebe es bereits konkrete Umsetzung in einigen Ländern wie Dänemark, den Niederlanden oder Polen. Die Anforderungen für eine solche Anpassung seien allerdings hoch: Die Leiterseile brauchten einen gewissen Abstand zum Boden und eine Vielzahl von Vorschriften, Normen und Grenzwerten müssten eingehalten werden. Um diesen Voraussetzungen gerecht zu werden und ihre Belastbarkeit zu testen, werden die Kompaktmasten in aufwendigen Versuchen gebogen, zerquetscht, erwärmt und mit Strom belastet. Bis März 2016 läuft das Projekt. Dann sollen die neuen Kompakthöchstspannungsmasten und -traversen bereit sein für ihren Einsatz im Zuge der Energiewende.

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