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Politik

Neumarkt soll Stolpersteine bekommen

Der Kultursenat genehmigte den SPD-Antrag einstimmig. Die Würdigung der Katharina von Pommern wurde dagegen abgelehnt.

20 bis 30 Stolpersteine sollen in Neumarkt verlegt werden.
20 bis 30 Stolpersteine sollen in Neumarkt verlegt werden. Foto: Hoppe

Neumarkt. Stolpersteine, die an die Opfer des NS-Regimes Stolpersteine als Erinnerung an NS-Opfererinnern, wird es künftig auch in Neumarkt geben. Das haben die Mitglieder des Verwaltungs- und Kultursenats in ihrer Sitzung am Mittwochabend genehmigt. Einstimmig schlossen sie sich einem entsprechenden SPD-Antrag an. 20 bis 30 Steine könnten in Neumarkt verlegt werden, sagte zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger. Stadtarchivar Dr. Frank Präger und der kürzlich verstorbene Hans-Georg Hirn hätten entsprechende recherchiert. „Stolpersteine ermöglichen individualisiertes Erinnern und schaffen Nähe“, so Heßlinger.

Dr. Heinz Sperber (CSU) regte an, Patenschaften zur Reinigung der Steine zu vergeben. Schließlich habe die Erfahrung mit den Steinen vor dem Bürgerhaus gezeigt, dass diese sonst nach einem Winter hässlich aussehen würden. Genau eine solche Patenschaft sei bereits mit den Schülern des Ostendorfer Gymnasiums in Planung sagte Heßlinger. Das bekräftigten auch die Jugendlichen selbst, von denen einige zur Sitzung des Senats gekommen waren.

Weniger harmonisch ging es dagegen bei einem anderen SPD-Antrag zu. Die Fraktion hatte beantragt, das Leben der Katharina von Pommern-Stolp historisch aufzuarbeiten und einen Platz nach ihr zu benennen. Katharina war die erste Ehefrau des Pfalzgrafen Johann, den ihre Mitgift von einem Schuldenberg befreite und der auf ihre Anregung hin das Kloster in Gnadenberg errichtete. Wegen ihrer Verwandtschaft zu den skandinavischen Herrschern wurde Katharinas in Neumarkt geborener Sohn Christoph König von Dänemark, Schweden und Norwegen. „Sie hat für Neumarkt viel getan“, begründete Ursula Plankermann (SPD) den Antrag.

Sperber konterte, auch historisch bewanderte Personen hätten mit Katharina nichts anfangen können. Er bewertete den Antrag daher als Aktionismus und Selbstdarstellung. Martin Meier (UPW) bewertete Katharina als „geschichtsunrelevante Person“. Es gebe in der Stadt dringendere Probleme. Heßlinger konterte, dass das Wirken dieser Frau für die Region dargestellt werden solle: „Wir werden sicher noch vieles über sie finden.“ Für einen Eklat sorgte dann Meier, der auf Heßlinger gemünzt antwortete, solle er in 150 Jahren noch leben, so werde er den Antrag auf eine Büste für die „Gertrude von Woffenbach“ befürworten. Auf Heßlingers Aufforderung, das zurückzunehmen antwortete Meier, dies sei als Ehrung zu betrachten. Oberbürgermeister Thomas Thumann (UPW) mahnte, die Angelegenheit solle nicht überbewertet werden. Am Ende wurde der Antrag gegen die Stimmen von Sigrid Steinbauer-Erler (Grüne), Plankermann und Heßlinger abgelehnt.

Wiederum einstimmig wurde dagegen beschlossen, dass von Dezember 2016 bis Februar 2017 die Wanderausstellung „Gut gebrüllt – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen“ in den Festsälen der Residenz stattfinden soll. Die Stadt muss rund 50 000 Euro und die Miete für die Räume bezahlen, darf dafür die Einnahmen aus den Eintritten behalten. Inwieweit der Kulturfonds Bayern die Ausstellung fördert, ist noch nicht klar. (bt)

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