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Diskussion

Neumarkts Stärke und Schwäche analysiert

Neumarkt bekam viel Lob – doch es gab einen Kritikpunkt: Es fehlt ein mit der Industrie vernetzter Hochschulstandort.
von Helmut Sturm

Im Rathaussaal der Stadt Neumarkt wurde debattiert.
Im Rathaussaal der Stadt Neumarkt wurde debattiert. Foto: Sturm

Neumarkt.Bei mehr als 30 Grad zog es am Freitag nur wenige Besucher in den Rathaussaal. Dort fand im Rahmen des Nordgautags eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur statt. Das Thema: „Neumarkt – eigenständiges Zentrum zwischen den Großstädten“.

So wollte Martin Gruber vom Bayerischen Rundfunk von seinen Gästen wissen, wo die Stärken von Neumarkt liegen. Weder Oberbürgermeister Thomas Thumann, noch Landrat Willibald Gailler oder der Berger Bürgermeister Helmut Himmler brauchten ein Konzept, um ihre Erfolgsbilanz vorzutragen. Sie verwiesen auf stetig steigende Einwohnerzahlen, den höchsten Haushalt aller Zeiten, Vollbeschäftigung und das Angebot an Schulen. Neumarkt und die Oberpfalz als Armenhaus Bayerns – das sei Vergangenheit.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler sagte: „Die Oberpfalz hat sich, egal aus welcher Richtung man sie betrachtet, prächtig entwickelt. Das größte Förderprogramm aller Zeiten war für uns die Grenzöffnung – als zusätzlicher Wirtschaftsraum und zur Gewinnung von Fachkräften.“

Susanne Horn, die Vorsitzende des IHK-Gremiums Neumarkt, sagte, die Vollbeschäftigung sei gut für die Neumarkter Arbeitnehmer und die Sozialkassen. Mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben falle es allerdings zunehmend schwer, geeignete Fachkräfte für ihre Betriebe zu finden. „Auf Stellenanzeigen meldet sich mittlerweile kaum noch jemand“, sagte Horn.

Ein Werbefilm der Stadt zeigte schließlich einen Streifzug durch Einkaufsmöglichkeiten, Kultur, Freizeit- und Tourismusangebot in Neumarkt. Weiterführende Bildung und das Krankenhaus seien dagegen Angelegenheiten des Landkreises, bekräftige Gailler. Horn lobte Neumarkts Schullandschaft, hatte aber auch einen Kritikpunkt: „Was Neumarkt fehlt, ist eine Hochschule.“ Technikerschule, Wirtschaftsschule und Bio-Management seien nur Mosaiksteine. Neumarkt brauche eine Hochschule, die mit der Industrie vernetzt ist. Dafür brauche es kein millionenteures Gebäude. „Wenn Ausbildung, Studium und qualifizierte Arbeitsplätze zusammen kommen, dann sind wir auch für die nächsten 20 Jahre gut aufgestellt. Aber wir müssen endlich zu Potte kommen“, sagte Horn. Damit sei die Stadt beschäftigt, sagte Thumann. Er sprach von einem „dornigen Weg“, der aber konsequent verfolgt werde.

Mehr Berichte vom Nordgautag finden Sie hier.

Freitagsprogramm zum 41. Nordgautag in Neumarkt

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