MyMz
Anzeige

Tradition

Nordgau-Preis für Rudi Bayerl

Sein Schaffen für die Region ist „einzigartig“, findet der Kulturbund-Präsident. Die Festschrift ist 256 Seiten dick.
Von Gerd Schlittenbauer

Die offizielle Festschrift zum 41. Nordgautag wurde an die Stadt übergeben, v.l... Programmkoordinator Manfred Knedlik, Landrat Willibald Gailler, OB Thomas Thumann, Kulturbund-Präsident Dr. Wilhelm Weidinger und der Vizepräsident der Regierung der Oberpfalz, Walter Jonas.
Die offizielle Festschrift zum 41. Nordgautag wurde an die Stadt übergeben, v.l... Programmkoordinator Manfred Knedlik, Landrat Willibald Gailler, OB Thomas Thumann, Kulturbund-Präsident Dr. Wilhelm Weidinger und der Vizepräsident der Regierung der Oberpfalz, Walter Jonas. Foto: Schlittenbauer

Neumarkt.Auf der Zinne des roten Rathauses balanciert eine Dirndl-Blondine mit einem frisch eingeschenkten Maßkrug in der Hand. Vorne rauscht ein bordeauxfarbener Maybach vorbei, im Hintergrund wird das Neumarkter Münster zum schiefen Turm von Pisa. Solch skurrile Szenen laden zu einem stimmungsvollen 41. Bayerischen Nordgautag.

Die Kollegstufen-Schülerin Amelie Heger hat mit diesem Entwurf den Plakatwettbewerb des Oberpfälzer Kulturbundes gewonnen, welcher am Dienstagabend mit einer festlichen Vorstands- und Beiratssitzung im Rathaus tagte.

Nicht viel schlechter waren die Plakate, die auf Platz zwei und drei landeten, fabriziert von den Schülern Jan Strobl und Mert Cuvalli/Maximilian Lippmann. Doch die poppig-freche Version „mit Fernwirkung“ von Amelie Heger überzeugte die Jury unter Kulturbund-Vorsitzendem Dr. Wilhelm Weidinger. Dieses bunte Plakat ziert nun sowohl Flyer als auch Festschrift zum 41. Nordgautag, der im Landkreis vom 23. bis 26. Juni abgehalten wird. Das Motto heißt „Neumarkt – Pfalzgrafenstadt mit Tradition und Zukunft“.

Seit 42 Jahren Kreisheimatpfleger

Dr. Wilhelm Weidinger hatte nicht zuletzt deshalb ins Rathaus geladen, weil es die Nordgau-Preisträger dieses Jahres vorzustellen galt. Unter ihnen befindet sich mit dem 1942 in Ballertshofen geborenen Rudi Bayerl auch ein Mann aus dem Landkreis Neumarkt. Bayerl wird mit dem Nordgaupreis in der Kategorie Heimatpflege bedacht. „In Bayern einzigartig“ ist laut Kulturbund-Präsident das Schaffen von Rudi Bayerl, der seit 42 Jahren Kreisheimatpfleger ist.

Als Musiker wird der 1960 in Hemau geborene Jürgen Kirner ausgezeichnet, der seit 1982 in München lebt und dort 1993 aus seiner Begeisterung für die Liedform des Couplets heraus die bekannte „Couplet AG“ gründete. Richard Vogl, „einer der bedeutendsten Künstler der Oberpfalz“, wie ihn Dr. Weidinger würdigte, „hat diesen Preis schon lange verdient“. Vogl ist 1952 in Furth im Wald geboren und führt mit seinen Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken den Betrachter in eine Welt zwischen Traum und Realität.

Nicht weniger als 256 Seiten umfasst die Festschrift zum 41. Nordgautag, die bei der Vorstandssitzung von dem Vorsitzenden des Historischen Vereins der Oberpfalz, Martin Dallmeier, offiziell an die Stadt Neumarkt übergeben wurde. „Schon seit den Siebziger Jahren gibt es Festschriften“, betonte Dallmeyer. Kulturbund-Programmkoordinator Manfred Knedlik stellte das facettenreiche Werk vor, das „eine Lücke in der Lokalgeschichtsforschung schließen“ soll. Es sei die bisher größte Festschrift. Sie enthält 46 Beiträge, aufgeteilt in die vier Kapitel „Geschichte und Wirtschaft“, „Persönlichkeit, Ereignisse und Gesellschaft“, „Kunst, Kultur und Literatur“ sowie „Kirchen, Wallfahrten und Religion“. Die „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Nordgaustadt Neumarkt“ wird laut Knedlik in der Festschrift beleuchtet, die im Buchhandel und in der Tourist-Info erhältlich ist. Tagblatt-Redakteur Wolfgang Endlein befasst sich in der Festschrift mit der Geschichte von Pater Gebhard Heyder.

Zum dritten Mal in Neumarkt

Nach einem ersten Gespräch im Jahr 2014 über die Ausrichtung des 41. Nordgautages habe man „schnell zueinander gefunden“, sagte OB Thomas Thumann. Schon im Mai 2016 habe man das Programm dieser „Mammutveranstaltung“ vorstellen können, die nach 1954 und 1982 nun zum dritten Mal in Neumarkt stattfindet. Es sei das „Kulturfest der Oberpfalz“, sagte der OB und Landrat Willibald Gailler freute sich, dass dieses Ereignis auch „in Räumen des Landkreises“ stattfinde. So gebe es zum Beispiel eine Exkursion zur Wallfahrtskirche in Freystadt – und sowohl Jean Paul Egide Martini als auch Christoph Willibald Gluck würden als berühmte Komponisten und Kinder des Landkreises in der Festschrift gewürdigt.

Die Nordgautage

  • Ziel:

    Die Nordgautage sind seit 1927 zentrale Festveranstaltungen mit dem Ziel der Erhaltung und Pflege eines kulturellen Zusammengehörigkeitsgefühls in der Oberpfalz und dem ehemaligen Nordgau.

  • Beginn:

    Die ersten Veranstaltungen wurden in den Jahren 1927 in Eger als „Nordgauische Woche“ und 1928 in Nürnberg als „Oberpfälzer Woche“ durchgeführt. Darauf bildeten sich Arbeitsgemeinschaften mit dem Ziel der regelmäßigen Veranstaltung des Nordgautages. Seit 1970 veranstaltet der Oberpfälzer Kulturbund im Zwei-Jahres-Rhythmus den Nordgautag. (ngs)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht