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Kirche

Patres fühlen sich am Mariahilferg wohl

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellen sich die neuen Patres vor und erzählen, warum sie ihr Leben Gott gewidmet haben.
Von Gerd Schlittenbauer

Die Patres Tobias, William und Martin (v.li.) freuen sich auf ihre neue Aufgabe auf dem Neumarkter Mariahilfberg. Foto: Schlittenbauer
Die Patres Tobias, William und Martin (v.li.) freuen sich auf ihre neue Aufgabe auf dem Neumarkter Mariahilfberg. Foto: Schlittenbauer

Neumarkt. Für ein Gott geweihtes Leben haben sich drei Pater einst entschieden und sind dem „Institut des Fleisch gewordenen Wortes“ beigetreten Dieser noch junge Orden existiert seit dem 25. März 1984. Nun sind Pater Tobias Eibl (36), Pater William Duraney (29) und Pater Martin Villagran (30) auf den Neumarkter Mariahilfberg geschickt worden, um dort ihre Mission zu erfüllen.

Denn Mission ist einer der Grundpfeiler dieses marianischen Ordens, der als Sondergelübde zusätzlich zu Armut, Keuschheit und Gehorsam die „vollkommene Hingabe an Maria“ verlangt, wie der in Erding geborene Pater Tobias im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Er hat den Orden beim Studium im Heiligen Land kennen gelernt und ist mit 31 Jahren eingetreten.

„Ich spürte die Berufung zum Priestertum, war auf der Suche und wollte den Menschen helfen“, sagt er. Schon im Elternhaus habe er eine christliche Erziehung genossen. „Und ich spürte, dass ich den Menschen am besten helfen kann, wenn ich ihnen Gott bringe und die Sakramente spenden kann.“

Sehr positive erste Eindrücke

Pater Tobias kam ins Seminar nach Montefiascone in Italien, wo er sein einjähriges Noviziat absolvierte und Philosophie und Theologie studierte. Am 25. Juni wurde er dort zum Priester geweiht – und vor einer Woche kam er auf den Mariahilfberg. „Es ist ein wunderschöner Ort, ich habe gestaunt über die Kirche, die Aussicht und die gastfreundliche und hilfsbereite Bevölkerung. Das ist absolut spitze“, freut sich Pater Tobias.

Auch Pater William Duraney findet den Mariahilfberg „super“. Er arbeitet zusätzlich als Kaplan in der Hofkirche und ist seit 30. Mai 2015 Priester. Pater William ist in Cleveland/Ohio geboren: „Mein Herz hat gebrannt“, sagt er zu seiner inneren Berufung. „Ich habe nachgedacht, was Liebe und Leben ist, und wollte mein Leben nicht als Opfer für eine einzelne Frau geben, sondern als Opfer für die ganze Kirche und die ganze Welt.“ Deshalb sei er Priester geworden. Pater William war mit 24 in den USA in den Orden eingetreten: „Ich hatte das Gefühl, dass dies meine richtige Familie ist.“ Vor einem Jahr kam er nach Eichstätt, um Deutsch zu lernen, was er mittlerweile sehr gut beherrscht. „Und am 1. September hat mir der Bischof gesagt, dass ich nach Neumarkt kommen soll.“

Pater Martin stammt aus Argentinien, dem Land, in dem 1984 der Orden des Fleisch gewordenen Wortes von Pater Carlos Buela gegründet worden ist. Seine Entscheidung, in den Orden einzutreten, fiel bereits mit 18 Jahren: „Als Kind hatte ich ein Bild der Jungfrau von Fatima im Zimmer und schon damals hatte ich den Wunsch, ein Kind der Jungfrau von Fatima zu werden.“ 13 Ordensleute stellt die Familie von Pater Martin, seine beiden Zwillingsschwestern sind Nonnen.

Als Diakon studierte Pater Martin in Italien die Bibel und promoviert nun im Fach „Heilige Schrift“. Am 3. Dezember 2011 wurde Martin Villagran zum Priester geweiht. Der Charakter der Menschen, die Pater Martin in Neumarkt bisher kennengelernt hat, erinnert ihn „an meine Heimatstadt in Argentinien.“

Das kirchliche Leben bereichern

Die drei Ordensleute haben auf dem Mariahilfberg viel vor. Schon im Oktober sollen viertägige Exerzitien angeboten werden, die nach dem Vorbild des Ignazius von Loyola ablaufen. Diese Ignazianischen Meditationen haben das Ziel, „das eigene Leben zu ordnen und sich selbst zu erobern“, wie Pater Martin sagt. Pater Tobias sieht den Mariahilfberg als „idealen Ort für geistige Einkehr“. Die öffentlichen Exerzitien sollen einmal pro Monat stattfinden, sie sind eines der Postulate des Ordens.

Seelsorge und Wallfahrtsbetreuung gehören ebenso zu den Aufgaben wie die monatliche Feier des Fatima-Tages. Treffen mit Familien, Jugendlichen und Kindern sollen folgen. „Wir arbeiten mit beiden katholischen Pfarreien in Neumarkt zusammen“, betont Pater Tobias. „Wir sehen uns als Ergänzung und wollen zur Belebung des kirchlichen Lebens beitragen.“

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Gut zu wissen

  • Der Orden:

    Das 1984 gegründete „Institut des Fleisch gewordenen Wortes“ versteht sich als männlicher Zweig der „Familie des Fleisch gewordenen Wortes“, zu der auch ein weiblicher Zweig mit weltweit 1200 Schwestern gehört. 800 Männer gehören dem Orden an – davon 400 Priester.

  • Standort Neumarkt:

    Die Niederlassung in Neumarkt ist mit drei Patres die größte in Deutschland. Ein weiteres Standbein existiert in Berlin mit zwei Patres.

  • Deutsche Mitglieder:

    Pater Tobias Eibl aus Erding ist bisher der einzige männliche Deutsche im Orden. Es gibt noch eine deutsche Schwester aus Frankfurt.

  • Alltag:

    Die Ordensleute auf dem Mariahilfberg leben nach einem festen Zeitplan und bekochen sich selbst. (ngs)

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