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Prominente Neumarkter waren Sternsinger

OB Thomas Thumann, Staatssekretär Albert Füracker und Tevi-Geschäftsführer Gerhard Künzel erinnern sich gern an die Zeit.

Neumarkts OB Thomas Thumann zog als Kind jahrelang als Sternsinger von Haus zu Haus.
Neumarkts OB Thomas Thumann zog als Kind jahrelang als Sternsinger von Haus zu Haus.

Neumarkt.Die MZ hat verschiedene Neumarkter Prominente getroffen, die als Kinder selbst als Sternsinger von Haus zu Haus gezogen sind. Sie erinnern sich gerne an diese Zeit zurück:

Oberbürgermeister Thomas Thumann

„Als Jugendlicher bin ich mit den Sternsingern der Hofkirche unterwegs gewesen. Das war für mich eine ganz besondere Zeit. Schon die Vorbereitung nahm entsprechend Zeit in Anspruch: Ich wurde als Mohr geschminkt und dann auch aufwendig verkleidet. Das war für mich sehr spannend und hat mir damals sehr gut gefallen. Ich kann mich noch besonders an das Gefühl erinnern, als die Schminke fest auf der Haut klebte. Man musste dann gut darauf aufpassen, dass man diese nicht mit den weiten Gewändern in Berührung brachte. Sonst wäre es mit der Pracht vorbei gewesen.

Unsere Sternsingergruppe ging meistens nachmittags durch die Patientenzimmer des Klinikums, wo wir den Kranken den Segen Gottes brachten. Wir haben uns damals auch oft und lange mit den Patienten unterhalten und das hat mir sehr gut gefallen. Diese Besuche haben mich auch sehr bewegt und in mir eine tiefe Dankbarkeit dafür geweckt, was es heißt, gesund zu sein und wie wenig es bedarf, den Menschen eine Freude zu bereiten. Das ist nicht selbstverständlich und trieb mich in jedem Jahr an, wieder mit den Sternsingern loszuziehen und den Menschen jedes Mal aufs Neue eine Freude zu bereiten. Ein gutes Wort und für den anderen da zu sein, ihn spüren zu lassen, dass er nicht allein ist – das verbinde ich mit den Sternsingern.

Es war eine schöne Zeit und ich erinnere mich immer wieder gerne an sie zurück. Ich verbinde auch vieles mit den Sternsingern. Die Zeit als Sternsinger prägte mich und hat mich auch sehr bewegt.“

Stadtrat Richard Graf

„Natürlich kann ich mich noch daran erinnern: Es war eine aufregende und schöne Zeit. Ich war drei- bis viermal Sternsinger und mir hat das Singen sehr gut gefallen. Von Haus zu Haus ziehen, singen und sich mit den Menschen, die man trifft, unterhalten. Vor allem aber auch die Süßigkeiten, die wir während unseres Rundganges bekommen haben, bleiben mir in Erinnerung.

Der CSU-Stadtrat Richard Graf war als Sternsinger meistens der Mohr.
Der CSU-Stadtrat Richard Graf war als Sternsinger meistens der Mohr.

Die musste ich aber natürlich mit den anderen Sternsingern teilen. Ich bin damals viel in der Nachbarschaft herumgekommen und habe viele nette Leute getroffen, mit denen man sich dann über verschiedene Themen unterhalten konnte. Und ich weiß sogar noch, wie ich geschminkt wurde. Das war immer ein großer Aufwand, der sich aber letztendlich gelohnt hat. Die Nachbarn haben mich wegen der schwarzen Schminke oft nur sehr schwer oder gar nicht erkannt. Etwas Spektakuläres ist damals nicht wirklich passiert und trotzdem bin ich immer wieder gerne in meine Verkleidung geschlüpft und habe mich mit den Menschen in meiner Nachbarschaft unterhalten. Es war natürlich auch immer schön, in der Gruppe um die Häuser zu ziehen. Meine Freunde waren ebenfalls dabei. Das hat dann immer besonders Spaß gemacht. Ich würde es jederzeit wieder machen.“

Gerhard Künzel, Geschäftsführer von TeVi

„Ich weiß noch, dass ich damals über das Ministrantentum zum Sternsinger geworden bin. Ein paar Erinnerungen kommen schon noch auf: Zwei bis drei Jahre bin ich von Haus zu Haus gezogen und habe mit den anderen Sternsingern vor jeder Haustür gesungen. Es war eine wunderschöne Zeit, an die ich mich immer wieder gerne zurückerinnere.

Tevi-Geschäftsführer Gerhard Künzel hat sich als Sternsinger über die Süßigkeiten gefreut.
Tevi-Geschäftsführer Gerhard Künzel hat sich als Sternsinger über die Süßigkeiten gefreut.

Das Positive an der ganzen Sache waren die Süßigkeiten, die sich während der Zeit ansammelten. Darüber haben wir uns damals als Kinder natürlich immer besonders gefreut. Aber das brachte nicht nur Vorteile mit sich: Wir mussten die gesammelten Süßigkeiten ja auch mit den anderen Sternsingern teilen, weil wir ja in einer Gruppe umherzogen.

Ich war in meiner Zeit als Sternsinger meistens als Caspar verkleidet. Das Schminken und Verkleiden hat mir als Kind immer sehr gut gefallen und ich fand das auch sehr spannend. Das Lustige daran: Wegen der Schminke und des Kostüms hat mich keiner in der Ortschaft erkannt.

Wir haben uns damals auch immer mit den Menschen, die wir getroffen haben, unterhalten. Der einzige negative Aspekt beim Sternsingen: Es war damals immer sehr, sehr kalt. Wir wurden aber immer offen und freundlich von den Menschen empfangen und es herrschte eine tolle Atmosphäre. Alles in allem war es eine wunderschöne Zeit, an die ich mich immer mit einem Lächeln zurückerinnere.“

Albert Füracker, Staatssekretär

„Die Sternsinger gehören für mich zu den schönsten Bräuchen unserer Heimat. Das war immer etwas sehr Besonderes und schon als kleiner Bub habe ich mich in der Zeit nach Weihnachten auf die Heiligen Drei Könige gefreut. Es war für mich immer etwas Besonderes, wenn sie vor unserem Haus ihre Lieder gesungen, ein Gebet gesprochen oder ein Gedicht aufgesagt haben. Das fand ich sehr spannend und interessant.

Staatssekretär Albert Füracker mahnt, nicht zu vergessen, weshalb die Sternsinger unterwegs sind.
Staatssekretär Albert Füracker mahnt, nicht zu vergessen, weshalb die Sternsinger unterwegs sind.

Außerdem habe ich immer gestaunt, wenn sie mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B und die Jahreszahl an unsere Haustür geschrieben haben. Als Kind war mir natürlich noch nicht klar, dass die Heiligen Drei Könige auch deshalb von Tür zu Tür gehen, weil sie im Sinne der christlichen Nächstenliebe anderen Kindern auf der ganzen Welt helfen wollen. Wir sollten sie alle dabei unterstützen – so, wie es ihre berühmten ,Vorgänger’ vor rund 2000 Jahren mit dem ihnen unbekannten Kind in der Krippe in Bethlehem getan haben, zu dem sie der Stern geführt hat.

Ich freue mich auch heute noch, wenn die Sternsinger nach der Weihnachtszeit zu uns kommen und erinnere mich immer wieder gerne an die Zeit damals zurück.“

Martin Schmid, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands

„Für uns als Kinder war es eine ganz große Sache und auch ein hoher Ansporn, in die Rolle der Könige aus dem Morgenland zu schlüpfen und an den Haustüren zu klopfen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es bes0nders toll war, wenn einen die Menschen aufgrund der schönen Verkleidung nicht gleich als den Nachbarsjungen erkannt haben, sondern erst anhand der Stimme. Ich weiß noch, dass dann ganz oft die Frage aufkam: Wer bist denn du? Auf die Antwort folgten begeisterte Blicke und die freudige Feststellung, „ihr seid ja alle so toll verkleidet, so haben wir euch ja gar nicht erkannt.“

BBV-Kreisobmann Martin Schmid erinnert sich gerne an die Zeit als Sternsinger zurück.
BBV-Kreisobmann Martin Schmid erinnert sich gerne an die Zeit als Sternsinger zurück.

Vor allem im ländlichen Bereich ist es ja Tradition als Caspar, Melchior und Balthasar umherzuziehen und den Menschen die schönste Botschaft, die es gibt, nämlich die Geburt des Herrn, zu überbringen. Nach der ersten Heiligen Kommunion darf man Ministrant werden und solange ich mich als Ministrant betätigt habe, war ich als Sternsinger in unserer Pfarrei dabei.

Für mich war es etwas ganz Besonderes, den Menschen einen so wunderschönen Prolog, gute Wünsche und Weihrauch zu überbringen. Und am Ende waren wir auch stolz, dass wir eine schöne, große Summe zusammengebracht habe, die dann für eine gute Sache gespendet wurde. Die kleinen Geschenke, die wir bekommen haben, sind unter uns aufgeteilt worden.

Rückblickend war es wirklich eine sehr schöne und auch spannende Zeit. Wir haben gern an dieser Aktion mitgemacht, weil uns die Menschen mit offenen Armen empfangen und schon auf uns gewartet haben.“

Der Stern weist ihnen den Weg

  • Ausstattung:

    Der Stern der Könige erinnert an den Stern, der vor 2000 Jahren über dem Ort erstrahlte, an dem Jesus geboren wurde. Er führte die Heiligen Drei Könige zur Krippe nach Bethlehem. In der Bibel heißt es im Evangelium nach Matthäus: „Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“

  • Segen:

    Bevor die Sternsinger losziehen, wird die Kreide vom Priester gesegnet. Die Kinder und Jugendlichen erhalten den Auftrag, hinaus zu den Menschen zu gehen und „den Segen und Frieden des neugeborenen Jesuskinds“ zu überbringen. Auch die Segensaufkleber, die immer mehr in Mode kommen, werden ebenfalls gesegnet. (ph)

Alle Teile unserer serie zu den Sternsingern und der bundesweiten Aussendung von neumarkt aus lesen Sie in unserem MZ-Spezial.

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