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Kommunalpolitik

Richard Graf stellte ein Versprechen vor

Der designierte Neumarkter OB-Kandidat stand im Mittelpunkt, als Marco Gmelch neuer Chef des CSU-Stadtverbandes wurde.
Von Lothar Röhrl

  • Der neue CSU-Stadtverbandschef Marco Gmelch (l.) wurde vom designierten OB-Kandidaten Richard Graf (2.v.l.), der sich angriffslustig gab, im Beisein von Gmelchs Vorgänger Renker (r.) beglückwünscht.Fotos: Röhrl
  • Robert Renker (r.) gratulierte seinem Nachfolger im Amt des Stadtverbands-Vorsitzenden.

Neumarkt.Marco Gmelch mit 94 Prozent zum Stadtverbandschef gewählt; Oliver Schlereth mit 95 von 103 Stimmen zu einem der vier Stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt: Das waren die Personalentscheidungen am Sonntag bei der außerordentlichen Stadtdelegiertenversammlung der CSU im Schützenhaus Stauf.

Soeben hat Marco Gmelch sein Wahlergebnis von 94 Prozent erfahren.
Soeben hat Marco Gmelch sein Wahlergebnis von 94 Prozent erfahren.

Doch ein Anderer, über den erst später im Verlauf dieses Monats März entschieden wird, stand im eigentlichen Mittelpunkt dieses Abends: Richard Graf. Der designierte OB-Kandidat nutzte die Gelegenheit der Anwesenheit von 103 Stadtdelegierten, um Grundzüge seiner Strategie offenzulegen, mit der er den Erfolg bei der Oberbürgermeister-Wahl am 24. September schaffen will.

Ein Scherz mit der Stichwahl

Rund 100 Delegierte waren ins Schützenhaus Stauf gekommen.
Rund 100 Delegierte waren ins Schützenhaus Stauf gekommen.

Dabei setze er auf die Teamfähigkeit, die Marco Gmelch schon als Vorsitzender der Jungen Union gezeigt habe. Diese brauche er, falls es Thomas Thumann, der aktuelle Amtsinhaber, gelingen könnte, ihn in die Stichwahl zu zwingen – sagte Richard Graf augenzwinkernd. Anschließend schlug er Marco Gmelch als neuen Vorsitzenden des CSU-Stadtverbands vor.

Gar nicht zu Scherzen aufgelegt war Richard Graf, als er darlegte, was er als Oberbürgermeister verändern möchte. Ihn nerve, dass vieles von dem, was etwa „aktives Neumarkt“ vorschlägt oder von Bürgern angeregt worden ist, nicht umgesetzt wurde. Dabei sei vieles einfach und ohne große Kosten möglich.

Mit seinen 57 Jahren ist Richard Graf bei diesen der Älteste: Markus Ochenskühn (41), Marco Gmelch (29), Robert Renker (49) und der neue Stellvertretende Vorsitzende Oliver Schlereth (46: von links) sind teils klar jünger.
Mit seinen 57 Jahren ist Richard Graf bei diesen der Älteste: Markus Ochenskühn (41), Marco Gmelch (29), Robert Renker (49) und der neue Stellvertretende Vorsitzende Oliver Schlereth (46: von links) sind teils klar jünger.

Als Beispiele nannte Graf den „berühmten wackelnden“ Kanaldeckel, den einer zusätzlichen Bestuhlung durch das Crêpresso im Weg stehenden Fahrrad-Abstellständer in der Klostergasse, die zu Stolperfallen gewordenen Umrandungen der Bäume entlang der Marktstraße und fehlende Hinweisschilder auf Geschäfte in den Seitenstraßen der Altstadt. Ihm komme vor, dass solche Anregungen keinen interessierten. Stattdessen werde „mit vereinten Kräften nach einem Haar in der Suppe gesucht, damit nichts getan werden muss“.

Das wolle er ändern und sich dabei an Alois Karl orientieren. Der habe in seiner Amtszeit als OB sofort so ähnliche Aufregungen aufgenommen und gegebenenfalls auf den Tisch gehauen, damit etwas schnell vorangeht.

„Neumarkter CSU ist kampfbereit“

Ansonsten wurde von den Rednern viel Zufriedenheit über den Zustand der Neumarkter CSU festgestellt. Bezirksvorsitzender Albert Füracker bezeichnete es zwar als schwierig, einen amtierenden Oberbürgermeister besiegen zu können. Den guten Besuch der Veranstaltung wertete Füracker als Zeichen, dass die Neumarkter CSU „kampfbereit“ sei.

Eigentlich wurde der Sonntag zu seinem Abend im Schutzenhaus Stauf: Richard Graf zeigte sich angriffslustig.
Eigentlich wurde der Sonntag zu seinem Abend im Schutzenhaus Stauf: Richard Graf zeigte sich angriffslustig.

Alois Karl, MdB und erneuter Kandidat fürs Direktmandat im Bundeswahlkreis, stellte fest, dass an dieser CSU kein Weg in Neumarkt vorbei gehe. Bei der OB-Wahl setze man daher auf Sieg. In Anspielung darauf, dass Marco Gmelch als Jugendlicher in einer Waschanlage einer Neumarkter Tankstelle gejobbt hatte und dabei von Helmut Jawurek für die CSU gewonnen worden war, sagte Karl: „Vom Reifenwäscher zum Stadtverbandsvorsitzenden: Das ist mal was Neues.“ Karl dankte dem bisherigen Vorsitzenden Robert Renker dafür, viele junge Mitglieder als Ortsvorsitzende in die Verantwortung gebracht zu haben.

Mit einem Flascherl „Roten“ bedankte sich Marco Gmelch (r.) bei Robert Renker für dessen drei Jahre als Vorsitzender.
Mit einem Flascherl „Roten“ bedankte sich Marco Gmelch (r.) bei Robert Renker für dessen drei Jahre als Vorsitzender.

Robert Renker wollte seinen Vorgänger Helmut Jawurek nicht unerwähnt lassen. Nach drei Jahren als Stadtverbandschef ziehe er den Hut davor, was Jawurek in zehn Jahren in dieser Position geleistet habe.

Ob Marco Gmelch merkte, dass ihm der emeritierte Papst in diesem Moment über die Schulter sah?
Ob Marco Gmelch merkte, dass ihm der emeritierte Papst in diesem Moment über die Schulter sah?

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