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Schülerin erlebte den US-Wahlkampf mit

Verena Häring verbrachte über ein Stipendium ein Jahr in den Staaten.Hier gab es nur ein Thema: Wer wird der neue Präsident?

Donald Trump und Hillary Clinton kämpften um die Präsidentschaft.
Donald Trump und Hillary Clinton kämpften um die Präsidentschaft. Foto: dpa

Neumarkt.Wäre sie Amerikanerin, dann hätte Verena Häring aus Neumarkt wohl Hillary Clinton gewählt. Die Entscheidung wäre ihr aber nicht leicht gefallen: „Die Deutschen machen es sich zu einfach, wenn sie sagen, Clinton ist die beste Kandidatin.“ Die Schülerin muss es wissen. Immer wieder hielten sie ihre Freunde aus Amerika in den sozialen Netzwerken auf dem Laufenden, wie es gerade im Präsidentschaftswahlkampf in den USA aussieht.

Verena Häring war Stipendiatin in den USA. Der CSU-Abgeordnete Alois Karl hatte sie für das Programm ausgewählt.
Verena Häring war Stipendiatin in den USA. Der CSU-Abgeordnete Alois Karl hatte sie für das Programm ausgewählt. Foto: Archiv/Münch

Knapp ein halbes Jahr ist es inzwischen her, dass die 18-Jährige ein Flugzeug in Richtung Deutschland bestiegen hat und in ihre Heimatstadt Neumarkt zurückkehrte. Zuvor hatte die Schülerin des Willibald-Gluck-Gymnasiums den Lebensstil der Amerikaner für ein Jahr kennengelernt. Sie nahm am Parlamentarischen Patenschafts-Programm des Bundestags teil, sozusagen als Botschafterin Deutschlands in den USA. Der Wahlkampf hatte zu dem Zeitpunkt, als Häring vor eineinhalb Jahren erstmals amerikanischen Boden betrat, schon an Fahrt aufgenommen: „Damals war schon richtig viel los und die Wahlen waren überall das Gesprächsthema“, erinnert sich Häring.

„Selbst die jungen Amerikaner identifizieren sich mit den Kandidaten.“

Verena Häring, Teilnehmerin am Parlamentarischen Patenschafts-Programm

Die Schülerin wohnte damals in Chicago. Die Stadt im Bundesstaat Illinois galt als starkes Gebiet der Demokraten und deren Kandidatin Hillary Clinton. Häring sagt: „Es war klar, wie und wen die Menschen hier wählen. Deshalb fanden hier auch kaum Wahlkampfveranstaltungen statt.“ Sie habe sich interessehalber die Vorwahlen vor Ort angesehen.

Im Video: Clinton geht mit leichtem Vorsprung ins Wahlfinale.

Clinton mit Vorsprung im Wahlfinale

Und auch wenn in Chicago eher weniger vom Wahlkampf zu spüren war: Selbst an der Schule seien die Präsidentschaftswahlen das dominierende Thema gewesen: „Man merkt schon, wer welchen Kandidaten wählt.“ Das Interesse der jungen Leute an den Wahlen sei wesentlich größer, als in Deutschland, sagt die Schülerin: „Selbst die jungen Amerikaner identifizieren sich mit den Kandidaten und deren Parteien.“

Lesen Sie mehr: Am Stützpunkt der US-Armee in Hohenfels haben die Soldaten längst gewählt. Wer ihr Favorit ist, wollen sie nicht verraten.

Clinton war in die Defensive geraten, nachdem das FBI ihre E-Mail-Affäre wieder auf die Agenda gebracht hatte. Foto: Cristobal Herrera
Clinton war in die Defensive geraten, nachdem das FBI ihre E-Mail-Affäre wieder auf die Agenda gebracht hatte. Foto: Cristobal Herrera

In Amerika hätten die meisten Medien eine Präsidentschaft von Clinton favorisiert, sagt Häring. „Es schien so, als wenn niemand Trump mag – die Umfragen haben aber eine andere Sprache.“ Doch von beiden Kandidaten seien viele Amerikaner nicht wirklich überzeugt. Die Wahlen würden von den Medien wesentlich differenzierter als in Deutschland dargestellt: „In Deutschland gilt Clinton als einzige wählbare Option. Doch damit macht man es sich zu einfach. Die Amerikaner haben ihre negativen Seiten und Skandale nicht vergessen.“

So laufen die Präsidentschaftswahlen in Amerika ab:

Die Präsidentschaftskandidaten

  • Wähler:

    Wahlberechtigt ist zunächst jeder der rund 322 Millionen US-Bürger, der mindestens 18 Jahre alt ist. Das sind etwa 219 Millionen. Ausgenommen sind unter anderem illegale Einwanderer und Häftlinge. Ohne vorherige Registrierung darf man nicht abstimmen.

  • Kandidaten:

    Die Demokratin Hillary Clinton (69) könnte als erste Frau in der US-Geschichte Präsidentin werden. Für die Republikaner tritt der New Yorker Milliardär Donald Trump an (70). Er bekleidete noch kein politisches Amt.

  • Themen:

    Hillary Clinton würde einen Großteil der Politik von Amtsinhaber Barack Obama weiterführen. Sie stünde für eine weitere internationale Vernetzung der USA. Sie will gegen den Klimawandel vorgehen und die Waffenschwemme in Amerika eingrenzen.

  • Ausrichtung:

    Donald Trump will die Außen- und Verteidigungspolitik ausschließlich an US-Interessen ausrichten, Motto: „Amerika zuerst“. Er will Einwanderung durch eine Mauer an der mexikanischen Grenze bekämpfen. (afp)

Mit ihren Bekannten aus Amerika tauschte sich Häring auch in den vergangenen Wochen über die Wahlen aus: „Jeder ist am Bangen und zittert mit seinem Kandidaten. Viele Menschen können es sich gar nicht vorstellen, dass ihre Partei die Wahl verliert.“ Die Schülerin ist selbst nicht politisch aktiv. Doch die Präsidentschaftswahlen wird sie vor dem Fernseher verfolgen: „Natürlich interessiert mich das.“

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