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Ehrungen

Stadt dankte verdienten Menschen

Die Bandbreite gesellschaftlichen Engagements bildete die Festsitzung des Neumarkter Stadtrats ab, in der es vier Ehrenpreise gab.
von Wolfgang Endlein

  • Zweite Bürgermeisterin Getrud Heßlinger (v. l.), Oberbürgermeister Thomas Thumann und Bürgermeister Albert Löhner überreichten Ursula Nießen die Urkunde zur Silbernen Stadtmedaille und gratulierten der Vorsitzenden des Neumarkter Hospizvereins. Foto: Endlein
  • Oliver Obst und Helene Hörner sind die Träger des diesjährigen Sportehrenpreises der Stadt Neumarkt. Foto: Endlein
  • Wolfgang Bernreuther mit der Urkunde des Kulturpreises Foto: Endlein

Neumarkt. Es ist natürlich ein Klischee, aber gemeinhin stellt man sich den Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit als einen Akten fressenden Bürokraten vor, bar jeglicher Fantasie. Dass dies ein Klischee ist, beweist Wolfgang Bernreuther, der bei der Bundesagentur arbeitet – und seit gestern Träger des Kulturpreises der Stadt Neumarkt ist.

Den Musiker und Maler ehrte der Stadtrat in seiner Festsitzung ebenso wie zwei junge Sportler und eine seit vielen Jahren sozial engagierte Bürgerin. Gewichtheberin Helene Hörner und Bogenschütze Oliver Obst bekamen von zweiter Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger den Sportehrenpreis 2016 überreicht. Bei Bernreuther übernahm dies erster Bürgermeister Albert Löhner, wohingegen es an Oberbürgermeister Thomas Thumann war, die Silberne Stadtmedaille an Ursula Nießen für deren Engagement im Hospizverein zu überreichen.

Das Gesicht des Hospizvereins

Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen, das charakterisiert Nießen schon immer, wie der Rathauschef in seiner Laudatio darlegte. Zunächst fern von Neumarkt, während des Studiums der Sozialarbeit in Köln oder bei der Essener Telefonseelsorge. Aber auch nach dem Umzug nach Neumarkt habe sich Nießen für die Gesellschaft eingebracht. Seit 1998 engagiert sich Nießen nach einem Trauerfall in der eigenen Familie im Hospizverein, seit 2002 ist sie als Vorsitzende das Gesicht des Vereins.

In dieser Zeit habe sich der Hospizverein enorm entwickelt, wie Thumann feststellte. Nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes von Nießen. Inzwischen umfasse der Verein 250 Mitglieder, darunter 64 aktive, die unter anderem Krisenintervention leisten. „Man muss sich schon einmal vor Augen führen, dass die Rufbereitschaft des Kriseninterventionsteams 24 Stunden erreichbar ist – und das jeden Tag des Jahres“, sagte Thumann. Für diesen großartigen Einsatz verleihe die Stadt Ursula Nießen die Silberne Stadtmedaille.

Die Rückblicksrede auf das Jahr 2016, die Oberbürgermeister Thomas Thumann in der Festsitzung hielt, finden Sie hier.

Sportlichen Einsatz zeigten Helene Hörner und Oliver Obst. Hörner, sie stammt aus der Gewichtheber-Schmiede des ASV Neumarkt, ist seit Jahren in der nationalen Spitze, wenn es darum geht, möglichst viel Gewicht zu stoßen und zu reißen. Als Neunjährige begann sie damit beim ASV unter der Anleitung des legendären Trainers Alfred Bechtold, selbst bereits Träger des Sportehrenpreises.

Inzwischen kann Hörner auf eine ansehnliche Titelsammlung im Nachwuchsbereich blicken – und zunehmend auch bei den Erwachsenen. Zuletzt holte die Sportlerin, die inzwischen in Heidelberg am Olympiastützpunkt zur Schule geht und trainiert, Silber bei den deutschen Meisterschaften im Juniorenbereich und Bronze bei den Erwachsenen.

Hochklassige Wettkämpfe hat auch Oliver Obst bereits bestritten. Allen voran zu nennen sind mehrere Weltmeisterschaften, bei denen Obst Pfeile hat fliegen lassen. Grundlage für seine internationalen Auftritte sind seine nationalen Erfolge. Seit der Jugend ist Obst ein eifriger Titelsammler. „Seither sind es sage und schreibe 15 bayerische Meistertitel, die Sie in Ihrer Laufbahn als erfolgreicher Bogenschütze erworben haben – angefangen im Schülerbereich hinauf zu den Erwachsenenwettkämpfen“, sagte Gertrud Heßlinger in ihrer Laudatio.

Vor allem aber schießt Obst trotz seines Studiums in Kassel weiterhin erfolgreich für die Neumarkter Bogenschützen, die den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga geschafft haben. „Neumarkt ist eine Hochburg des Bogenschießens“, hielt Heßlinger fest. Auch dank Oliver Obst.

Gerd Müller des deutschen Blues

Sportliches findet sich auch beim Träger des Kulturpreises. Der Konzertveranstalter Fritz Rau habe ihn einst als Gerd Müller des deutschen Blues beschrieben, erklärte Albert Löhner in seiner Laudatio auf den Neumarkter Musiker. Dem 1961 in Waldsassen geborenen Bernreuther gelangen einige musikalische Volltreffer im Laufe seiner bisherigen Karriere, die mit zehn Jahren als Zitterspieler begann. Von der Volksmusik kam er dann aber schnell zum Blues.

Inzwischen hat sich sein Werk, für das er sich auch bei Auftritten in den USA den letzten Schliff holte, auf acht Alben und hunderte Konzerte angesammelt. Seit 2010 bestreitet er letztere auch mit der Formation „United Blues Experience“.

Seiner Heimat Neumarkt ist Wolfgang Bernreuther, der inzwischen auch als Maler seine Kreativität auslebt, verbunden geblieben. Das kommt auch in seinem kulturellen Engagement in der Stadt bei verschiedenen Anlässen zum Ausdruck. So bringt sich Bernreuther bei „Frequenz Hoch 3“, dem Veranstaltungsteam im G6, ein, und bringt in seinem Projekt „Blues School“ Kindern die Gitarre näher.

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