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Kriminalität

Straftaten in Neumarkt steigen an

Mehr Gewalttaten, mehr Drogenkriminalität – für die Polizei Neumarkt gab es im vergangenen Jahr einiges zu tun.
von Michael Sperger, Sarah Bloos und Lena Großhauser

Öfter als in den vergangenen Jahren klickten bei der Polizei Neumarkt 2018 die Handschellen. Foto: Gross
Öfter als in den vergangenen Jahren klickten bei der Polizei Neumarkt 2018 die Handschellen. Foto: Gross

Neumarkt.Im vergangenen Jahr kam es in Neumarkt zu den meisten Straftaten seit dem Jahr 2010. Das gab die Polizei Neumarkt bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 bekannt. Von 2824 Straftaten stieg die Zahl auf 3282 um 16 Prozent. Besonders kritisch sah Polizeichef Michael Danninger den Anstieg der Gewaltkriminalität. 111 Taten im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt markieren einen Höchststand.

Unter Gewaltdelikte fallen laut bayerischer Polizeistatistik Straftaten von Körperverletzung und Raub bis hin zu Tötungsdelikten. 2018 sind allein im Vergleich zum Vorjahr fast 20 Prozent mehr Gewalttaten zu verzeichnen.

So lassen sich die Straftaten im Bereich der Polizei Neumarkt aufschlüsseln:

Wenig Mord und Totschlag

Doch nur wenige dieser Delikte drehen sich um Mord und Totschlag. „Den Großteil der Delikte machen gefährliche Körperverletzungen aus“, sagt Danninger. 91 Fälle gehören zur Kategorie „gefährliche und schwere Körperverletzung“. 26 Taten passierten in der Öffentlichkeit, also auf Straßen, Plätzen oder Wegen. Die Polizei kann die Täter in den meisten Fällen fassen: Die Aufklärungsquote liegt bei 92 Prozent. Das ist höher als im bayerischen Durchschnitt. In der gesamten Kriminalstatistik in Neumarkt machen die Gewaltdelikte einen relativ geringen Anteil von ungefähr drei Prozent aus.

„In Neumarkt kann man immer noch sehr sicher leben.“

Michael Danninger, Polizeichef

Auch die Straßenkriminalität mit 644 Taten stieg im Vergleich zu 2017. „In Neumarkt kann man immer noch sehr sicher leben“, betont Danninger. Im Vergleich mit anderen Oberpfälzer Städten wie Weiden oder Amberg sei die Zahl der Straftaten weiter recht gering. Die Polizei errechnete dazu die sogenannte „Häufigkeitszahl“ als Gradmaß für die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten je 100 000 Einwohner. Somit lassen sich auch Gebiete mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen besser vergleichen. Mit einem Wert von 5570 Straftaten auf 100 000 Einwohner liegt Neumarkt hinter Amberg und Weiden. Eine Focus-Studie kürte den Landkreis Neumarkt außerdem auch wegen der niedrigen Kriminalität zum sichersten Ort Deutschlands.

70 Prozent der Fälle aufgeklärt

Auch die gestiegene Aufklärungsquote der Polizei hob Danninger heraus. 70,1 Prozent der Straftaten konnten er und seine Kollegen klären – auch das ist ein Höchststand im Zehnjahres-Vergleich der Polizeiinspektion Neumarkt.

Im Bereich der Rauschgift-Kriminalität verzeichnet die Polizei ebenfalls einen Anstieg. Von 189 Fällen im Jahr 2017 kletterte die Zahl auf 252 Taten. Die Anzahl an Rauschgiftdelikten ist auch in der bayerischen und der Oberpfälzer Statistik angestiegen. Während dieser Anstieg bayernweit aber nur acht Prozent beträgt, sind es in Neumarkt 33,3 Prozent.

Die Drogendelikte konzentrieren sich zu einem Großteil auf Neumarkt. Dies liegt laut Danninger vor allem daran, dass im Neumarkter Gebiet am häufigsten Kontrollen durchgeführt werden. Die meisten Fälle, die nicht direkt in der Stadt passieren, verortet die Polizei in Freystadt und Berg. „Wir setzen viele Streifen an Bahnhöfen oder anderen Orten, die bereits negativ aufgefallen sind, ein. So ist der Anstieg der Rauschgiftdelikte zu erklären“, sagt Danninger.

Wie auch in ganz Bayern sind im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt insbesondere die Fälle im Zusammenhang mit Marihuana angestiegen. Besonders auffällig für das Gebiet ist, dass im Vergleich zu den Vorjahren auch größere Mengen an harten Drogen, wie Crystal sichergestellt wurden. 44,8 Gramm Haschisch, 1091,75 Gramm Marihuana und 97,37 Gramm Crystal stellten die Beamten im vergangenen Jahr sicher. „Wir werden weiter auf verstärkte Kontrollen in diesem Bereich setzen.“

Schon im vergangenen Jahr musste die Polizei Neumarkt von einem Anstieg der Kriminalität berichten.

Wohnungseinbrüche nehmen ab

Eine gute Nachricht überbrachte Danninger zum Thema Wohnungseinbrüche. 19 Mal wurde zwar 2018 in Stadt und Landkreis eingebrochen. Von 71 Fällen in 2015 sank die Zahl bis heute aber kontinuierlich. „Die Menschen sind für das Thema besonders sensibilisiert“, sagt der Polizeichef. Fenster werden nicht mehr so häufig gekippt gelassen, die Sicherheitsvorkehrungen an den Haustüren seien besser und es kommen immer öfter Hinweise von Nachbarn auf verdächtige Personen, die auf den Grundstücken herumschnüffeln.

Der Diebstahl von Fahrrädern, zum Teil sogar ohne Schloss oder andere Sicherungen, sei dagegen immer noch auf einem hohen Niveau. „Da müssen die Bürger mehr aufpassen“, sagt Danninger. Die Polizei führe zwar regelmäßig Codierungen durch, bei denen das Fahrrad durch eine individuelle Kennzeichnung am Rahmen graviert wird. Alle Neumarkter erreichen sie damit aber noch nicht.

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