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Lesung

Tagebuch über „komisches Gartenjahr“

Die Bestsellerautorin Meike Winnemuth las in Neumarkt aus ihrem humorvoll verfassten neuen Werk „Bin im Garten“.
Von Gerd Schlittenbauer

„Möhren mögen es nicht, wieder hineingesteckt zu werden.“ Meike Winnemuth las in Neumarkt. Foto: G. Schlittenbauer
„Möhren mögen es nicht, wieder hineingesteckt zu werden.“ Meike Winnemuth las in Neumarkt. Foto: G. Schlittenbauer

Neumarkt.„Bin im Garten“. Nicht nur ein organisatorischer Hinweis auf einem Blechschild kann dies sein, es ist eine Zustandsbeschreibung. Die 1960 in Neumünster geborene Autorin Meike Winnemuth hat dieses Motto zum Buchtitel erhoben. Vor Kurzem ist ihr Tagebuch über einen Selbstversuch erschienen. Ein Jahr lang schlüpfte die 58-Jährige in die Rolle einer Gärtnerin. Ihre Erfahrungen teilte sie bei einer Lesung dem Neumarkter Publikum in der Buchhandlung Rupprecht mit.

Weithin bekannt ist Meike Winnemuth mit ihrem Buch „Das große Los“ geworden. Die Schilderung „Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ war ein enormer Publikumserfolg.

In ihrem langen Tourneeplan steht neben Städten wie Berlin, München, Hamburg oder Bonn auch Neumarkt. Geschäftsführerin Maria Rupprecht freute sich, die Journalistin, Kolumnistin und Autorin vor zahlreichem Publikum in den Räumen der Neumarkter Niederlassung begrüßen zu dürfen. „Seit seinem Erscheinen befindet sich das Garten-Buch auf den Spiegel-Bestsellerlisten“, stimmte Maria Rupprecht die Zuhörer ein. Die Geschäftsführerin habe viel mit Verlegern zu tun, die immer wieder fragten, welche Art von Büchern eine Buchhändlerin brauche.

Karton mit Baum vor der Tür

„Schöne Bücher, die man gerne in die Hand nimmt“, pflegt Maria Rupprecht darauf zu sagen. Solch ein Buch habe Meike Winnemuth geschrieben: „Es ist ironisch und humorvoll“, sagte Rupprecht, „hat tolle Fotos und eine tolle Papierqualität – ein Buch, das keiner sucht, und das man eben gerne in die Hand nimmt. Solche Bücher brauchen wir.“ Das neue Buch sei „Cradle to Cradle“-zertifiziert, sagte die Autorin zu Beginn ihrer Lesung. Dieser Begriff steht im weitesten Sinne für „Ökoeffektivität“: Kompostieren und „wahrscheinlich auch essen“ könne man ihr Werk, sagte Meike Winnemuth heiter. Die Druckerei aus dem österreichischen Melk habe in diesem Zusammenhang auch auf Plastikfolien verzichtet.

Ein Projektjahr in ihrem Garten nahe der Ostsee also hat Meike Winnemuth 2018 verbracht: „Ich hatte ein dringendes Bedürfnis, das von keiner Reise befriedigt worden ist“, erzählte sie. Meike Winnemuth, die zuvor nur auf Balkon und Dachterrasse gegärtnert hatte, fand sich nun plötzlich in einem Garten wieder, wo sie sich ursprünglich eigentlich erst im Rentenalter gesehen hatte. Im Hinblick auf ihr zu verfassendes Tagebuch stellte sich zunächst das Problem: Wann fängt das Gartenjahr an? „Ich bin deutsch, also natürlich im Januar - in diesem Monat ist im Garten alles möglich.“

Schmökere man Gartenbücher, sei es ein großes Problem, „die Gier im Zaum zu halten. Ein Klick - und man hat einen Karton mit einem Baum vor der Tür stehen“, meinte sie süffisant. Pflanzen mit der Post schicken zu lassen „hat gut funktioniert.“ Weniger gut habe sich die Zusammenarbeit mit einem Gartenbaumeister entwickelt. Meike Winnemuths Erkenntnis nach einem Zusammentreffen mit diesem Spezialisten: „Ich entschied mich gegen den Fachmann. Beherztes Pfuschen ist gut, auch in einer Bulthaup-Küche brennt mal die Milch an. Ich wollte es alleine hinkriegen.“ Die Erlebnisse in diesem „komischen Gartenjahr“ - Winnemuth bezog sich hier auf das Wetter 2018 - sind ausführlich und humorvoll in ihrem Werk „Bin im Garten“ geschildert.

Möhren brauchen Zeit

Das Neumarkter Publikum ließ sie an einigen Erfahrungen teilhaben, wie zum Beispiel die vom 20. Juli: Dass man bei einer Möhre nicht immer nachschauen soll, ob sie schon fertig ist – sie brauche eben fünf Monate Zeit: „Möhren mögen es nicht, wieder hineingesteckt zu werden.“

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