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Verena Häring entdeckt Chicago

Ein Jahr wird die 16-Jährige dank eines Bundestagsprogramms in den USA leben. Katrin Tischner hat das bereits erlebt.
von Bettina Dennerlohr

Verena Häring (l.) wagt das Abenteuer Ausland. Katrin Tischner (r.) kann ihr dafür Tipps geben.
Verena Häring (l.) wagt das Abenteuer Ausland. Katrin Tischner (r.) kann ihr dafür Tipps geben. Foto: Dennerlohr

Neumarkt.Am 14. August beginnt für Verena Häring das Abenteuer Auslandsjahr. Dann wird die 16-Jährige für einige Monate nach Chicago umsiedeln. Möglich macht ihr das das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestags für Schüler und junge Berufstätige. Aus den Bewerbern der Endrunde wählte MdB Alois Karl Häring aus.

Viele besondere Momente werden vor ihr liegen, verspricht ihr Katrin Tischner. Sie muss es wissen, schließlich war sie selbst dank des PPP in New Mexico. Seit gut einem Jahr ist sie wieder zurück – mit einem eindeutigen Fazit: „Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es jedem nur empfehlen.“

Für Häring ist ihr Auslandsjahr aber noch ziemlich unwirklich: „Ich kann es mir noch gar nicht so richtig vorstellen, dass ich in ein paar Wochen schon weg bin.“ Sie hofft auf viele neue Erfahrungen, neue Freunde und ausgebaute Englischkenntnisse. Mit ihrer Gastfamilie hatte sie schon über Kontakt: „Sie sind total nett.“ Doch auch der Kontakt zu Freunden und Familie in der Heimat soll nicht abreißen – dabei helfen Skype, Whatsapp und E-Mails. Ablenkung wird er sicher der neue Alltag bringen. In Chicago wird Häring die High School besuchen. Am WGG hat sie gerade die zehnte Klasse beendet und wird nach ihrer Rückkehr in der elften wiedereinsteigen.

Gelegentliches Heimweh gehört zu einem Austauschjahr dazu, sagt Tischner: „Klar denkt man an Weihnachten und die Geburtstage. Aber es gibt so viel tolles zu entdecken, dass man schnell wieder getröstet ist.“ Für sie habe sich das Jahr nicht nur persönlich gelohnt, sondern auch beruflich: Ihren Job als Industriekauffrau hatte sie vor dem USA-Aufenthalt gekündigt, doch eine neue Stelle war schnell gefunden. Kaum war sie zwei Wochen wieder in Deutschland, ging sie wieder arbeiten. „Bei Bewerbungen ist es auf jeden Fall ein großes Plus.“

Das glaubt auch Alois Karl: „Für die jungen Leute ist das eine Riesenchance.“ Etwa vier Bewerber schaffen es jedes Jahr in die Endrunde. Alle Kandidaten lädt sich der Bundestagsabgeordnete dann zu einem Gespräch ein. Ihm gehe es um die Motivation und das Wissen der Bewerber um Amerika, sagte der Bundestagsabgeordnete. Das gehöre zu den angenehmeren Aufgaben eines MdB.

Schwerer sei es dagegen gewesen, gegen die Finanzhilfen für Griechenland zu stimmen, sagte Karl. Das Ergebnis der Verhandlungen von Merkel und Schäuble werte er positiv, er könne es dennoch nicht mittragen – dafür fehle es an Vertrauen in die griechische Regierung. Mit Geld sei dem Land nicht zu helfen, stattdessen brauche es eine Umstrukturierung in der Verwaltung: „Sonst ändert sich nichts.“ In seiner Gewissensentscheidung mit Nein zu stimmen, haben ihn auch viele Bürger bestätigt, sagt Karl: „Ich habe viel Rückmeldung bekommen – aber nur positive.“

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