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Sanierung

Vier Generation unter einem Dach

Eine Info-Fahrt zeigt, dass in betagten Gebäuden viel Potenzial steckt – egal ob als Apartment oder als Mehrgenerationenhaus.
Von Andreas Meyer

Gabi Wutz (rechts auf Bank) erklärte den Organisatoren der Häuserfahrt durch den Landkreis, Anne Wendl und Lisa Poll, sowie den anderen Teilnehmern den Werdegang der Sanierung ihres Hauses am Weichselstein.  Foto: Andreas Meyer
Gabi Wutz (rechts auf Bank) erklärte den Organisatoren der Häuserfahrt durch den Landkreis, Anne Wendl und Lisa Poll, sowie den anderen Teilnehmern den Werdegang der Sanierung ihres Hauses am Weichselstein. Foto: Andreas Meyer

Neumarkt.Die Geschäftsführer der Regina GmbH, Lisa Poll, Bürgermeister Werner Brandenburger und Anne Wendl von der Fa. Landimpuls organisierten kürzlich eine weitere Häuserfahrt im Rahmen des Projekts „Dörfer der Zukunft“ durch den Landkreis Neumarkt. Mit 46 Teilnehmern ging es zu sechs verschiedenen Objekten, anhand derer sich die Interessenten inspirieren lassen und vom Potenzial der Sanierung alter und bestehender Gebäude überzeugen konnten.

Das Privathaus von Thomas Großhauser (2. Bürgermeister) in Berngau zeigte die Möglichkeiten der Aufwertung eines bestehenden Wohngebäudes. Vor Ort erwartete Bürgermeister Wolfgang Wild bereits die Teilnehmer, um die Besichtigung zu begleiten. Bei der Renovierung wurde neben der Energieeffizienz ebenso Wert auf ein natürliches Erscheinungsbild gelegt, das sich in die Landschaft einfügt. Durch den Einbau eines Lifts kann langfristig das altersgerechte Wohnen berücksichtigt werden.

Neue Konzepte für alte Häuser

Ein weiteres Wohnhaus, ebenfalls in Berngau, stellt für vier Generationen der Familie Schmid das Zuhause. Das ehemalige landwirtschaftliche Stockhaus aus den 1970ern zeigt, dass dieses einem modernen Neubau in nichts nachsteht. Darüber hinaus wurde in diesem Fall ein Wohnkonzept für die vier Generationen verwirklicht. Das Gebäude setzt damit ein Zeichen gegen den Trend zu Singlehaushalten und die Landflucht junger Menschen.

Die Mittagspause verbrachten die Teilnehmer im Gasthof Pietsch in Freystadt. Beim Umbau des zugehörigen historischen Gebäudes aus dem Jahre 1620 hat die Familie Pietsch fünf Premium-Apartments errichtet. Diese bieten mit dem Konzept „Wohnen auf Zeit“ auch die Möglichkeit, vorübergehend in der Region auf dem Land zu leben und zu arbeiten.

Das Konzept

  • Ortskerne:

    Die Wiederbelebung bestehender Gebäude fördert die Ortskernentwicklung der Dörfer. Einer „Zersiedelung“ und dem Leerstand in den Ortsmitten wird entgegengewirkt.

  • Nachhaltigkeit:

    Die individuellen Wohnformen, die so entstehen, senden durch die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz ein Signal der Nachhaltigkeit und begrenzen Flächenverbrauch. (nyr)

In Sulzbürg stand das historische Gebäude von Gaby Weichselbaum auf dem Programm. Ursprünglich beherbergte das ca. 1890 erbaute sogenannte Judenhaus neben Wohnraum auch einen Schafstall. Durch die Nutzung des gesamten Platzes konnte beim Umbau 2000 bis 2005 eine Wohnfläche von 780 Quadratmetern geschaffen werden, die in fünf Wohnungen mit gigantischer Aussicht unterteilt ist. Besondere Aufmerksamkeit galt beim Umbau dem Gewölbekeller, der erhalten werden konnte.

Häuser werden modernisiert

An der nächsten Station in Sengenthal wurde den Teilnehmern der Umbau eines einstigen Austragshauses vorgestellt. Bürgermeister Werner Brandenburger war bereits vor Ort und begleitete die Besichtigung. Das massiv aus Bruchstein gemauerte Haus ist Teil einer landwirtschaftlichen Gebäudegruppe, die weitgehend erhalten ist. Ein Objekt wie dieses Haus von Gaby Wutz in Weichselstein zeigt, wie der einzigartige historische Charakter solcher Gebäude bei einer Sanierung herausgearbeitet und durch moderne Elemente ergänzt werden kann.

Die Familie Sturm, Besitzer des Rosshofs Neuwirt in Rödlberg bei Pilsach, legte beim Umbau des Hofs, der seit sechs Generationen geführt wird, den Fokus auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. An einigen Stellen wurden sogar die ursprünglichen Wände erhalten. Die großzügigen Wohnräume im denkmalgeschützten Stammhaus lassen sich gut als extravagante, helle Büroflächen nutzen.

Ziel der Häuserfahrt ist es, so das Organisationsteam, einen Eindruck von den Möglichkeiten einer Sanierung und des Umbaus alter Gebäude zu vermitteln und damit besonders auch jungen Menschen Anregungen für attraktives Leben oder Arbeiten auf dem Land zu geben.

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