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Glaube

Vom Ministerpräsidenten zum Prediger

Dr. Günther Beckstein war am Sonntag Gast der Freien evangelischen Gemeinde Neumarkt und gab persönliche Einblicke.

Dr. Günther Beckstein machte als Prediger eine gute Figur. Foto: Sellerer
Dr. Günther Beckstein machte als Prediger eine gute Figur. Foto: Sellerer

Neumarkt.„Willkommen zu einem besonderen Gottesdienst“ so begrüßte Pastor Wosylus von der Freien evangelischen Gemeinde die Gottesdienstbesucher. Voll besetzt war der große Gemeindesaal in der Leipziger Straße, denn es war ein bekannter Redner angekündigt: Dr. Günther Beckstein – bekennender Christ, hielt die Kanzelrede zum Thema „Reformation, Glaube und Christsein in einer säkularisierten Welt“.

Den Kontakt zu Dr. Beckstein hatte Kirchenmitglied Bill Holler hergestellt. Auf einer Veranstaltung, auf der er ihn traf, lud er ihn ein, die FeG zu besuchen und Dr. Beckstein sagte spontan zu. Vor seinem Vortrag stellte sich der Ministerpräsident a.D. aber zunächst einigen Fragen, die Pastor Wosylus vorbereitet hatte.

So erfuhr man neben Privatem – fünf Enkel halten ihren Opa ganz schön auf Trab – auch seine Einschätzungen zu aktuellen politischen Themen, wie der Flüchtlingskrise und der Angst vieler Deutscher vor einer angeblich drohenden Islamisierung des Abendlandes. „Ich habe keine Angst vor Muslimen oder Moscheen“, sagte er und führte dann fort: „Ich habe viel mehr Angst vor einer Entchristlichung Deutschlands. Leere Kirchen sind ein viel größeres Problem…“

In seiner Kirchengemeinde in Langwasser gehöre er selbst schon zu den jüngeren Kirchenbesuchern, wie er augenzwinkernd erzählte. „Wenn Du nicht zum Predigen berufen bist, meide es wie die Hölle, hat schon Martin Luther“ gesagt“, so begann Dr. Beckstein seine Kanzelrede. Er bewies jedoch schnell, dass er sehr wohl, dazu berufen ist: Ehrlich, humorvoll und immer am Puls der Zeit gab er den Zuhörern einen Einblick in die Welt Martin Luthers, in seine eigene Glaubenswelt und wie wichtig der Glaube für sein Leben ist. Aber auch die schwierigen Momente seines Lebens, wie der Rücktritt als Bayrischer Ministerpräsident, klammerte er nicht aus.

Wichtig war ihm stets Politik und Glauben miteinander zu verbinden. Der Heilige Antonius war immer ein wichtiger Begleiter für ihn und hatte einen Ehrenplatz in seinem Büro als Ministerpräsident. Denn die Heiligenfigur erinnerte ihn daran, dass jeder Mensch vor Gott gleich ist – auch der Ministerpräsident. Er appellierte an die Gläubigen, sich einen eigenen, persönlichen Weg für ihren Glauben und ihr Christsein zu suchen. Denn in unserer säkularisierten Welt sei der Glaube, Hilfe das Leben zu meistern.

Die FeG veranstaltet am 2. Juli von 10 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür zu dem alle Interessierten eingeladen sind. (nms)

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