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Wirbel um Windenergie und Sandabbau

2013 herrschte große Sorge vor wuchernden Windrädern und Angst um das Trinkwasser in der Stadt Neumarkt. Es gab kleine Fortschritte bei Bauprojekten.
von Thorsten Drenkard

„Neuer Markt“: Genehmigung für den Bau ist endlich da

Die launige Rubrik „Was gibt’s eigentlich Neues vom ,Neuen Markt’?“ war in diesem Jahr wieder prall gefüllt. Die schlechte Nachricht zuerst: Der Bau verzögerte sich – was angesichts des ambitionierten Zeitplans wenig überraschte. Eigentlich sollten bereits im März auf dem Gelände am Unteren Tor die Bagger rollen, doch lange buddeteln dort nur die Regenwürmer.

Dennoch ging das millionenschwere Bauprojekt der Firmengruppe Max Bögl voran – wenn auch zunächst nicht sichtbar durch bauarbeitende Angestellte. Im Februar reichte Bögl den Bauantrag bei der Stadt ein, im Juli schließlich eine überarbeitete Ausführung. Zwischenzeitlich unterschrieb Michael Thomas, Inhaber der Thomas Filmtheater GmbH aus Bayreuth, einen Mietvertrag für ein Multiplex-Kino (sieben Säle, 841 Sitzplätze) im „Neuen Markt“.

Im November dann das grüne Licht von der Stadt: OB Thomas Thumann überreichte Johann Bögl zwei Ordner mit der Baugenehmigung. Ursprünglich war vorgesehen, das Baurecht im Juli zu erteilen – aber Schwamm drüber. Und eigentlich war eine Eröffnung des „Neuen Markts“ im Herbst 2014 geplant. Ob’s klappt?! Nachzulesen in der Rubrik „Was gibt‘s eigentlich Neues vom ,Neuen Markt‘?“. Seit Mitte Dezember wird auf dem Areal zumindest schon mal gebaggert – es geht voran.

Lammsbräukreuzung:

Peinliche Posse um Areal

Am 21. Mai begann der erste Bauabschnitt der Lammsbräukreuzung. Seither hieß es an der Neumarkter Hauptverkehrsachse für die Autofahrer: Einfädeln, Schritttempo oder Stillstand.

Daran änderte auch der zweite Abschnitt des Umbaus, der am 7. Oktober begann, nichts. Eigentlich wollte man die zweite Bauphase bereits am 1. Juli starten: Dass daraus nichts wurde, lag neben dem nassen Frühjahr, zwei sehr heißen Juni-Wochen sowie Komplikationen beim Verlegen von Versorgungsleitungen vor allem an einer peinlichen Panne der Stadtverwaltung.

Diese hatte es schlicht versäumt, ein Grundstück der Lammsbrauerei zu erwerben, bevor die Bagger auf deren Areal bereits rollten. Also stand auf der Baustelle zwischenzeitlich alles still, solange, bis die Grundstücksfrage geklärt war. Mitte Dezember war dann schließlich die neue Kreuzung fertiggestellt.

Innenstadtgestaltung: Eine Jury ist gefragt

Im Frühjahr gab es einen Infostand, Diskussionen mit Anrainern und Geschäftsleuten sowie einen Stadtspaziergang mit anschließender Ideenwerkstatt in der Residenz – das Ziel: Die Neumarkter Innenstadt auch für die Zukunft – und trotz des „Neuen Markts“ vor den Toren – konkurrenzfähig zu gestalten.

Schließlich wurde Mitte des Jahres ein Gestaltungswettbewerb „Innenstadt“ ins Leben gerufen, an dem 36Stadtplanungs- und Architekturbüros teilnehmen. Für die fünf Fachpreis- und die Sachpreisrichter wird es am 14.Januar ernst: Dann müssen sie entscheiden, welcher Entwurf gewinnt.

Sandabbau: Sorge um das Trinkwasser der Stadt

Es ist vertrakt: Die Firma Sand- und Baustoffwerke Neumarkt (Firma Zapf) will im Wasserschutzgebiet Miss kostbaren Sand abbauen. Ein Vertrag der Firma mit der Stadt, der noch aus Zeiten vor der Gebietsreform stammt, sichert dem Unternehmen das Areal zu, auf dem abgebaut werden soll. Die Stadt will prüfen lassen, ob man aus diesem Kontrakt herauskommt – denn: Die Mehrheit der Stadträte ist gegen den dortigen Sandabbau, der Sorge um das Trinkwasser wegen.

Im November kam es nun zu einem Treffen des Bergamtes Nordbayern in Neumarkt. Dabei brachten Träger des Vorhabens, Behörden und Betroffene ihre Belange vor. Um den Sandabbau im Wasserschutzgebiet zu verhindern, will FLitZ Anfang 2014 eine überparteiliche Bürgerinitiative gründen.

Windkraftanlagen:

Wirbel um die Windriesen

Die wuchernden Windrad-Riesen sorgten auch in Neumarkt für Wirbel: Tourismusverband und Landesbund für Vogelschutz warnten vor einer zu großen Verschandelung der Landschaft. Was private Investoren sowie die Stadtwerke nicht abhielt, Windräder zu bauen beziehungsweise zu planen.

Dabei stellte sich während des Jahres heraus, dass die Stadt sämtliche beantragten Windräder (mehr als ein Dutzend) genehmigen und bauen lassen müsste, bevor der Regionalplan der Regierung der Oberpfalz gültig wird. Denn laut dessen Ausführungen dürften auf städtischem Grund gar nicht so viele Windräder gebaut werden wie geplant sind.

Einen Rückschlag erhielten die Stadtwerke im Oktober, als eine Entscheidung des Bausenats einen Planungsstopp für zwei Windräder in Heiligenholz nach sich zog.

Ganzjahresbad:

Wettbewerb wurde ausgelobt

Badehose-, -mütze und -schlappen wurden auch heuer nicht benötigt – das Ganzjahresbad ist immer noch nicht ganz fertig. Ach was, eigentlich ist nichts Konkretes passiert, obwohl das Thema schon seit sechs Jahren regelmäßig auf der Agenda auftaucht.

Im September lobte der Stadtrat zumindest einen Architektenwettbewerb aus – immerhin. Die Ergebnisse sollen im Mai von einer Jury bewertet werden.

Es ist vorgesehen, das Bad nur auf städtischem Grund zu bauen, die Stadt plant ohne das Hallenbad des Landkreises. Ursprünglich wurde diesbezüglich ein Beschluss gefasst – der letztlich baden ging. Das Ganzjahresbad war auch heuer wieder ein Ganzjahresthema – und wird es 2014 ebenfalls sein.

Landtags- und Bundestagswahl: Alois Karl räumt für die CSU ab

„Und dann die Hände zum Himmel...“ hieß es an den beiden Landtags- und Bundestagswahlabenden im September für die Christsozialen. Die CSU und ihre Neumarkter Kandidaten stießen wieder in gewohnte Stimmensphären vor: Alois Karl zog beispielsweise mit 58,4 Prozent zum dritten Mal in Folge in den Bundestag ein.

Flutgraben-/Ziegelhüttenweg: Tempo-30-Zone kommt

Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Nach monatelangen massiven Protesten der Anwohner darf im Straßenzug Ziegelhütten-/Flutgraben- und Föhrenweg künftig nur noch 30 Stundenkilometer schnell gefahren werden.. Nach einer Versammlung der lärm- und abgasgeplagten Anwohner Anfang Oktober und der ausführlichen Berichterstattung im Tagblatt hatte die Stadtverwaltung eine Delegation der Bürger ins Rathaus eingeladen – und die Nachricht verkündet.

Baugebiet Hinterer Fuchsberg: Blöd gelaufen

Eigentlich keine blöde Idee: Neumarkt fehlt es an Baugebieten, warum also nicht eines am Hinteren Fuchsberg ausweisen, dachten sich Stadtverwaltung und Stadtrat. Die CSU war gleich so begeistert, dass sie im Überschwang vorschlug, die künftigen Bauherrn dort doch bitteschön so bauen zu lassen, wie sie wollten. Letztlich erwies sich das allseits umjubelte Projekt als Luftschloss.

Weil private Eigentümer ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten, platzte die Idee vom Baugebiet – puff! Blöd gelaufen.

2013 in der Stadt Neumarkt

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