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Solist und Orchester ernteten Applaus

In Erinnerung an Gerhard Meinl fand das Frühjahrskonzert des Kammerorchesters mit Violinist Gregory Maytan aus den USA statt.
von Günter Treiber

Das Orchester überzeugte mit seiner Darbietung das Publikum im Burgsaal.
Das Orchester überzeugte mit seiner Darbietung das Publikum im Burgsaal. Foto: Treiber

Parsberg.Ein „Grande Concerto“ war das Frühjahrskonzert des Kammerorchesters im Burgsaal. Ein besonderes Erlebnis, das dem verstorbenen Gerhard Meinl, aber auch allen Müttern gewidmet war. Meinl war es gewesen, der die Frühjahrskonzerte eingeführt hatte.

„Es wird aber kein Trauerkonzert werden“, sagte der erste Geiger Wolfram Scharrer, der auch die Moderation übernommen hatte. „Sie sollen sich heute an schöner Musik erfreuen“, erklärte Scharrer dem Publikum. Und tatsächlich wurde das Konzert zur Freude für das Publikum, das den neuen Burgsaal bis auf den letzten Platz füllte. Große Erwartung waren an den Gast gerichtet, den Solisten des Abends: Gregory Maytan aus den USA.

Der Orchesterabend war ein einmalig schöner Abend mit einem wunderbar klingenden Kammerorchester, das mit Leidenschaft und temperamentvoll dirigiert wurde. Ein Konzert, in dem jeder einzelne Musiker brillierte, ein Konzert, in dem man spürte, dass es den Musikern Freude macht, Freude zu schenken.

Nach dem „Lyrischen Andante“ von Max Reger, der, wie Scharrer betonte, neben seinen schwierigen Musiken „auch anders konnte“, nämlich mit der Musik zu einer Hochzeitsfeier, trat bereits Maytan in Aktion. Da trafen ein Lehrer und sein einstiger Schüler aufeinander. Während Maytans früherer Violinlehrer am Dirigentenpult stand, strich sein einstiger Schüler als Solist die Saiten seiner 333 Jahre alten Violine von Giovanni Grancino.

Ein Streitgespräch zwischen Vater Leopold Mozart, der seinem Sohn Wolfgang Amadeus vorwarf, die Violine zu vernachlässigen, endete mit einem Brief an den Vater: „Auf die Nacht beim Soupé spielte ich das Straßburger Konzert. Es ging wie Öl. Alles lobte den schönen, reinen Ton.“ Wie Öl ging es auch bei Maytan, der in Mozarts „Violinkonzert G-Dur“ die weitreichenden Soli übernahm. Es wurde zum Höhepunkt des frühen Abends. Mucksmäuschenstill war es im Saal, andächtig lauschte das Publikum dem „Meister der reinen Töne“. Das Orchester selbst stand in seinem komplexen Spiel dem Sologeiger in nichts nach. Selbst der Dirigent spendete sowohl dem Solisten als auch seinem Orchester Applaus.

Wilde Geschichten um den Bauernjungen Per Gynt hörte das Publikum dann aus „Peer-Gynts-Suiten“ von Edvard Grieg. Es erklangen drei Stücke aus dem ersten Satz und zwei aus dem zweiten Satz . Wie sich „ironische Musik“ anhört, spürte das Publikum besonders bei „In der Halle des Bergkönigs“.

Mit dem beifallumrauschten „Slawischen Tanz“ von Antonin Dvorak ging ein illustrer Abend zu Ende. Auch langer und stehender Beifall brachte keine Zugaben.

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