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Verkehr

Was die Blitzer in Parsberg bringen

Die Stadt setzt weiterhin auf Geschwindigkeitsmessungen. Vor den Schulen wird künftig auch kontrolliert.
Von Peter Tost

Die Geschwindigkeitsmessungen an neuralgischen Punkten werden beibehalten. Foto: Dpa/Fabian Sommer
Die Geschwindigkeitsmessungen an neuralgischen Punkten werden beibehalten. Foto: Dpa/Fabian Sommer

Parsberg.Seit vielen Jahren beschweren sich in nahezu jeder Bürgerversammlung oder am Telefon im Bürgerbüro besorgte Anwohner über zu hohe Geschwindigkeiten von Autofahrern. Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, dass Parsberg nach der inzwischen endenden Probemitgliedschaft dem Zweckverband kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz als Mitglied beitritt.

Im Gegensatz zur Probephase, in der nur die Geschwindigkeit gemessen und Verstöße entsprechend geahndet worden waren, soll nun auch der ruhende Verkehr überwacht werden. Was das für die Autofahrer in Parsberg bedeutet, hat Bürgermeister Josef Bauer dem Neumarkter Tagblatt erklärt.

Zu schnell unterwegs

„In der Probephase, die von 15. Juni vergangenen Jahres bis zum 30. April dieses Jahres gedauert hat, haben wir festgestellt, dass an manchen Stellen im Gemeindegebiet deutlich zu schnell gefahren wird“, bilanziert der Rathauschef. Eine weitere Erkenntnis aus den der Geschwindigkeitsüberwachung durch den Zweckverband war, dass sich vermeintliche Raserstrecken nicht bestätigt hätten.

Das wichtigste Ergebnis war laut dem Bürgermeister allerdings: „Seit der Einführung der Verkehrsüberwachung wird in Parsberg und den Ortsteilen deutlich langsamer gefahren.“ Statistiken des Zweckverbandes zeigten zudem, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit für Leib und Leben aller Verkehrsteilnehmer von enormer Bedeutung ist.

Die Stadt zahlt drauf

Allerdings hätten er selbst und auch einige Stadträte im Zusammenhang mit den Geschwindigkeitskontrollen auch Ausdrücke wie „Abzocke“ oder „Bürgerterror“ zu hören bekommen. Dazu stellt Bauer klar: „Die Stadt hat sich damit nicht bereichert, sondern 5000 Euro draufgezahlt, weil die Verkehrsüberwachung mehr kostet, als eingenommen wird.“ Außerdem sei etwa bei Kontrollen in Parsberger Ortsteilen festgestellt worden, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Temposünder selbst Anwohner der kontrollierten Straßen waren.

Neuralgische Stellen

Weil die Messungen sich äußerst positiv auf die Verkehrsmoral ausgewirkt haben, sollen diese nun weiter an neuralgischen Stellen fortgesetzt werden. Dazu gehören laut Bernhard Schmid vom Ordnungsamt die Ortsdurchfahren von Willenhofen, Darshofen und Hörmannsdorf. In Parsberg wird unter anderem in der Lupburger und der Bahnhofsstraße kontrolliert und in der Ortseinfahrt aus Richtung Velburg. Auch in der Steinmühler Straße finden Geschwindigkeitsmessungen statt.

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Verkehrschaos vor Parsbergs Schulen

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Wegen der positiven Erfahrungen bei der Reduzierung der Geschwindigkeit will die Stadt nun auch in die Überwachung des ruhenden Verkehrs einsteigen – allerdings in allererster Linie im Bereich der Schulen. „Seit Monaten beschäftigt uns das Verkehrschaos vor den Schulen, da es immer wieder Eltern gibt, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule fahren und dadurch anderen Kinder gefährden.“

Der Zweckverband kommunale Verkehrssicherheit habe andernorts bereits aufgezeigt, dass Eltern-Haltezonen und Info-Veranstaltungen zum Erfolg führen können. Dass sich der Zweckverband dieser Thematik angenommen hat, kommt laut Bauer nicht ungefähr, denn: „Diese Probleme haben unter dem Strich alle Kommunen.“ Als Beispiel nennt der Bürgermeister den Markt Regenstauf, der dieses Problem durch die Einführung von Eltern-Haltestellen nach dem „Hop on/Hop off“-Prinzip gelöst hat.

Haltezonen für Eltern

Dabei handelt es laut Bauer um ausgeschilderte Haltepunkte in Nebenstraßen, die maximal 300 Meter von der Schule entfernt sind. Dort können die Eltern bis zu zwei Minuten anhalten und ihre Kinder in Ruhe aussteigen – und ohne andere zu gefährden oder den Verkehrsfluss zu blockieren. „Nachdem das in Regenstauf offensichtlich sehr gut funktioniert hat, haben wir uns für Grundschule, wo die Situation besonders gravierend ist, Haltepunkte überlegt“, sagt Bauer.

Ab nächstem Schuljahr sollen den Eltern Haltepunkte an den neuen Parkplätzen entlang des Friedhofs an der Lupburger Straße und am Krankenhaus-Parkplatz zur Verfügung stehen, erklärt Bernhard Schmid. „Wir überlegen noch, ob wir eventuell noch einen Haltepunkt in der Ritter-Haug-Straße einrichten.“

Um die Zahl der Busse vor der Grundschule zu reduzieren, sollen diese ab dem neuen Schuljahr beim Gymnasium halten und die Schüler mit einem Shuttle-Bus zur Grundschule gebracht werden. „Das alles werden wir natürlich mit Lehrern und Eltern vorher besprechen“, verspricht Bauer.

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