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Bürgerinitiative

Lärmschutzwand in Pilsach gefordert

Die erste Infoversammlung zur Autobahnbrücke stößt in der Bevölkerung auf große Resonanz. Weitere Aktionen sind geplant.
Von Doris Distler

Karsten Kölbl (sitzend) und Bernhard Simson als Sprecher der Bürgerinitiative „Lärmschutzwand Autobahnbrücke“ erläuterten bei der Informationsveranstaltung in Pilsach der BI Hintergründe und Prognosen. Foto: Doris Distler.
Karsten Kölbl (sitzend) und Bernhard Simson als Sprecher der Bürgerinitiative „Lärmschutzwand Autobahnbrücke“ erläuterten bei der Informationsveranstaltung in Pilsach der BI Hintergründe und Prognosen. Foto: Doris Distler.

Pilsach.Die Straßen in Pilsach schienen wie leer gefegt, dafür war der Tagungsraum im Gasthof am Schloss umso voller. Rund 200 Menschen des 1100-Einwohner-Dorfes waren zur Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) „Lärmschutzwand Autobahnbrücke“ gekommen.

Sie hörten sich gespannt an, was Karsten Kölbl und Bernhard Simson, die Sprecher der Bürgerinitiative, erzählten. Diese berichteten von der Entstehung (eine Besprechung am 27. Dezember) und von der Vorgeschichte der Autobahnbrücke bei Pilsach: 1971 war die Einweihung mit einem damals noch sehr geringen Verkehrsaufkommen. 1973 kam die Ölkrise mit dem Sonntags-Fahrverbot. „Da waren Spaziergänger auf der Autobahn und sogar ein Kinderwagen ist drüber geschoben worden“, erinnert sich Kölbl. In den 80er Jahren rollten bei Manövern Panzer mit lautem Getöse über die Brücke und belasteten sie massiv.

Ab den 90er Jahren stieg das Verkehrsaufkommen, „vor allem nach der Wiedervereinigung“, sagt Kölbl, der direkt bei der Brücke wohnt. „Seit der Transit zum Schwarzen Meer offen ist, ist der Verkehr förmlich explodiert,“ beobachtete der Geschäftsmann. Beim Bau der Brücke sei noch kein Wort von Lärmschutz gefallen und bei Sanierungen der Brücke später, zum Beispiel 2003, sei Lärmschutz abgewiegelt worden.

Verkehrsaufkommen soll steigen

Bernhard Simson und Karsten Kölbl verwiesen auf offizielle Prognosen, nach denen das Verkehrsaufkommen bis 2025 um 53 Prozent steigen soll. „Dann wird die Belastung durch Lärm, vor allem vom Schwerlastverkehr, durch Feinstaub und Bremsenabrieb noch krasser,“ ist Kölbl überzeugt.

Die Bürgerinitiative

  • Kritik:

    Mangelnder Informationsfluss von den Behörden und Verantwortlichen; fehlende Einbindung der Bürger; Einstufung der Brücke als Ersatzbau, um den Lärmschutz zu umgehen.

  • Planungen:

    Unterschriftenaktion, Gespräche mit Politikern, Aktionen (Demonstrationen, Petitionen, Plakate usw.) (ndd)

Der Bau der Brücke soll in mehreren Schritten erfolgen: Zunächst wird neben der vorhandenen Konstruktion die Hälfte der neuen Brücke in eine Fahrbahnrichtung gebaut.

In der Zeit fließt der Verkehr noch ganz normal auf den alten Fahrbahnen. Ist der Neubau befahrbar, wird der Verkehr von der alten auf die neue Spur umgeleitet. Auf verengten Fahrbahnen geht der Verkehrsfluss dann weiter. Die alte Brücke wird abgerissen und die zweite Hälfte des Neubaus errichtet. Die Pfeiler sollen wohl dort stehen, wo auch jetzt Pfeiler sind, also an der gleichen Stelle wie jetzt.

Einstufung als Ersatzbau

Rechtlich wird dieser Bau jedoch nicht als Neubau bezeichnet, sondern als Ersatzbau. Und bei einem Ersatzbau gelten die alten Verordnungen, die ohne Lärmschutzmaßnahmen waren. Genau diese Einstufung bemängelt die BI, da das Verkehrsaufkommen von 1971 weitaus geringer war als 2020 oder gar als 2025, wenn der Verkehr noch stärker fließen soll.

Die BI will nun ihre Bemühungen darauf richten, dennoch Lärmschutz an der Autobahnbrücke zu bekommen. Bisherige Vorschläge wie ein Erdwall auf dem Parkplatz Rödelberg seien nicht zielführend, da der Lärm überwiegend beim Befahren von Lkws über die Brücke entstehen würde. Kölbl und Bernhard Simson baten die Bürger um rege Teilnahme und Hilfe, vor allem mit Fachwissen. Entsprechend lebendig wurde die Versammlung anschließend.

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