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Hündin Lupi stahl den Königen die Show

Bürgermeister Kratzer zog mit drei Geistlichen als Sternsinger durch Postbauer-Heng. Doch ein Vierbeiner stand im Mittelpunkt
Von Philipp Seitz

Postbauer-Heng.Es sind nicht die fünf Sternsinger, die in der Metzgerei im Mittelpunkt stehen. Der kleine Hund im lilafarbenen Stoffkostüm mit zwei eingenähten Stoffhügeln raubt den Königen, die zuvor ihr Lied gesungen haben, gerade die Show. Pfarrer Markus Fiedler muss über die Einlage seines Vierbeiners herzhaft lachen: „Lupi, du bist heute kein Hund, sondern ein Kamel“, sagt er und streichelt seiner Hündin über den Rücken.

Das zeigt Wirkung: Lupi bellt jetzt nicht mehr. Nun können die Sternsinger mit dem wichtigsten Teil ihres Besuchs fortfahren: dem Einsammeln der Spenden. Dafür ist in der Gruppe die evangelische Pfarrerin Cornelia Dinkel zuständig. Sie hütet heute die goldene Spendenbüchse.

Aufkleber für die Tür

Gemeindereferentin Renate Seitz trug den Stern. Foto: Seitz
Gemeindereferentin Renate Seitz trug den Stern. Foto: Seitz

Unterstützt wird sie von ihrem Mann, Pfarrer Hermann Dinkel. Er überklebt den alten Segensaufkleber. Über der Eingangstüre der Metzgerei ist nun „20*C+M+B+17“ zu lesen. Aus dem Lateinischen übersetzt steht das für „Christus segne dieses Haus.“ Die Aufkleber haben alle Sternsinger der Pfarrei dabei. Doch die Gruppe, die gerade in der Metzgerei steht, ist etwas Besonderes: Nicht nur drei Geistliche samt Gemeindereferentin, sondern auch der örtliche Bürgermeister haben sich als Könige verkleidet. In der Marktgemeinde gibt es das zum ersten Mal.

Eine Bildergalerie von den fünf Königen sehen Sie hier:

Der Bürgermeister ging als Sternsinger

Hintergrund ist eine verlorene Wette: Pfarrer Fiedler behauptete, dass weniger als 50 Kinder und Jugendliche am Dreikönigssingen teilnehmen. Am Ende waren es 76. Selbst die älteren Jugendlichen der Pfarrei meldeten sich zum Dreikönigssingen an, um ein wenig nachzuhelfen. Bürgermeister Kratzer hielt sein Versprechen ein: Als Wettverlierer werde er beim Sternsingen mitmachen und sich schwarz schminken, kündigte er zuvor an. Das setzte er in die Tat um: Statt im schwarzem Anzug geht es an diesem Mittwoch im weißen Chorhemd des Pfarrers und mit schwarzen Gesicht auf die Straße. Das kommt gut an: Mehrere Passanten am Straßenrand zücken ihre Smartphones, als die fünf Sternsinger – mit vier Journalisten im Schlepptau – an ihnen vorbei ziehen.

Die Könige hatten es eilig

Pfarrer Markus Fiedler befestigt den Segensaufkleber an einer Haustür. Foto: Seitz
Pfarrer Markus Fiedler befestigt den Segensaufkleber an einer Haustür. Foto: Seitz

Viel Zeit für Fotos haben die Sternsinger aber nicht: Sie haben es eilig. In vier Stunden wollen sie die Seniorenheime, das Rathaus und mehrere Geschäfter im Ortskern besucht haben. Entsprechend zügig tragen die fünf ihr Lied und den Spruch vor. Fast könnte man meinen, dass die fünf Könige das Lied schon seit Jahren singen. Als äußerst gelungen stellt sich auch die Kostümierung des Bürgermeisters heraus: Im Wohnzentrum für Senioren wird Kratzer teilweise nicht erkannt. Eine ältere Dame sagt sogar „Grüß Gott, Herr Pfarrer!“ Erst als der „echte“ Pfarrer seinen Spruch aufsagt, ist sie überzeugt, dass der Herr mit der schwarzen Schminke im Gesicht doch der Bürgermeister ist.

Hündin Lupi stahl den Sternsingern die Show. Foto: Seitz
Hündin Lupi stahl den Sternsingern die Show. Foto: Seitz

Weiter geht es ins Rathaus, in dem der Gemeindechef mit viel Gelächter von seinen Mitarbeitern begrüßt wird. Der Job von Pfarrerin Dinkel wird währenddessen zunehmend schwerer: Die Spendenbüchse füllt sich mit Kleingeld und einigen Scheinen. Und auch der Proviantvorrat im Bollerwagen nimmt zu: Die Könige bekommen Brezen, Semmeln und auch Getränke. Nur Süßigkeiten gibt es für diese Gruppe nicht. Doch die Könige sind gut ausgestattet: Sie haben gleich zwei Thermoskannen Tee dabei. Eine kleine Pause muss schließlich auch mal sein. Hündin Lupi bellt übrigens nicht mehr: Für sie hat sich der Tag nach einer der ersten Stationen und reichlich Wurst schon rentiert. Und mit ihrem Kostüm raubt sie sowieso allen die Show.

Zum königlichen Auftritt gehört auch die richtige Ausstattung dazu:

Alle Informationen zur bundesweiten Aussendungsfeier der Sternsinger in Neumarkt lesen Sie hier.

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