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Postbauer-Heng
Dienstag, 21. August 2018 28° 2

Insolvenz

Strafanzeigen im Fall Kago gestellt

Die Staatsanwaltschaft sucht nach Anhaltspunkten für mögliche Straftaten beim insolventen Unternehmen aus Postbauer-Heng.
von Wolfgang Endlein

Bei Kago werden keine Waren mehr angenommen – das marode Unternehmen steht still. Foto: Endlein
Bei Kago werden keine Waren mehr angenommen – das marode Unternehmen steht still. Foto: Endlein

Postbauer-Heng.Die Geschichte des insolventen Ofenherstellers Kago (Kago-Platz) aus Postbauer-Heng ist noch nicht ausgestanden – vor allem könnte der wirtschaftliche Niedergang des Unternehmens für manch einstigen Verantwortlichen noch strafrechtliche Folgen haben. Denn bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sind einige Strafanzeigen eingegangen.

Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke Foto: Daniel Karmann
Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke Foto: Daniel Karmann

Das bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Antje Gabriels-Gorsolke der MZ. Diese seien aber noch nicht geprüft. Näheres zum Inhalt der Anzeigen könne sie daher nicht sagen, sagte Antje Gabriels-Gorsolke. „Aber es kommt häufig im Rahmen von Insolvenzverfahren vor, dass sich Menschen betrogen fühlen“, sagte die Staatsanwältin.

Unabhängig von den Strafanzeigen liefen bei der Staatsanwaltschaft bei jedem vorläufigen Insolvenzverfahren zudem routinemäßig Nachforschungen an, ob möglicherweise Anhaltspunkte für Straftaten vorliegen. Denn die Staatsanwaltschaft erhalte automatisch eine Mitteilung des Insolvenzgerichts.

„Es kommt häufig im Rahmen von Insolvenzverfahren vor, dass sich Menschen betrogen fühlen.“

Staatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke

Eine solche Straftat könnte es sein, wenn die Insolvenz zu spät angemeldet wurde. Dass dies im Fall von Kago geschehen sein könnte, haben gut unterrichtete Quellen bereits früher gegenüber der MZ behauptet. Sie verweisen darauf, dass das Unternehmen aus Postbauer-Heng bereits im November keine Gehälter mehr habe zahlen können, also zahlungsunfähig gewesen sei, doch erst am 22. Januar sei der Insolvenzantrag gestellt worden.

Der vörläufige Insolvenzverwalter von Kago, Volker Böhm Foto: Marcus Führer
Der vörläufige Insolvenzverwalter von Kago, Volker Böhm Foto: Marcus Führer

Eine derartige rechtliche Wertung wollte der vorläufige Insolvenzgutachter von Kago, Volker Böhm, schon in früheren Gesprächen mit dem Tagblatt nicht vornehmen. Dennoch wird seine Einschätzung der Vorgänge bei Kago wohl eine gewichtige Rolle spielen. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist zugleich Gutachter des Verfahrens, wie der Sprecher des Rechtsanwaltes dem Tagblatt bestätigt. Als solcher muss Böhm ein Gutachten erarbeiten, das einige Fragen zum Fall Kago beantwortet. Beispielsweise ob das Unternehmen überhaupt insolvent ist, ob genügend Masse vorhanden ist, um das vorläufige Verfahren in ein mit Kosten verbundenes Insolvenzverfahren überführen zu können, und was die Gründe für die Insolvenz waren.

Der Geschäftsführer der Firma German Pellets, Peter Leibold, war zugleich Gesellschafter von Kago. Foto: Jens Büttner
Der Geschäftsführer der Firma German Pellets, Peter Leibold, war zugleich Gesellschafter von Kago. Foto: Jens Büttner

Bis die Staatsanwaltschaft Näheres zu ihren Ermittlungen mitteilen kann, werden laut Antje Gabriels-Gorsolke aber noch mindestens einige Wochen vergehen. (en)

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