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Postbauer-Heng
Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Stellungnahme

Thema Monstertrassen noch nicht erledigt

Für die Bürgerinitiative Postbauer-Heng äußert sich Dr. Jürgen Rupprecht: Es sei sogar neuer Widerstand notwendig.

Die „Monstertrasse“ bleibt eine Bedrohung, warnt Dr. Jürgen Rupprecht.
Die „Monstertrasse“ bleibt eine Bedrohung, warnt Dr. Jürgen Rupprecht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Postbauer-Heng.Zur Frage: Ist das Thema „Monstertrassen“ im Landkreis Neumarkt erledigt?“ schreibt Dr. Jürgen Rupprecht von der BI Postbauer-Heng: Die Antwort könne nur „Nein“ lauten.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Auch wenn die HGÜ-Trasse Süd-Ost nun offensichtlich aus dem Landkreis heraus weiter nach Osten rückt: Sie dient in erster Linie dem Abtransport des Braunkohlestroms aus Sachsen-Anhalt sowie dem europaweitem Stromhandel, der massenhaft gerade auch Atomstrom nach Deutschland schaufelt.“ Eine ernst gemeinte Energiewende mit dezentraler Stromerzeugung werde damit verhindert. Zentralistische Strukturen würden durch die „Monstertrassen“ auf Jahrzehnte zementiert – egal wo. Deshalb müsse der Widerstand andauern.

Es sei sogar notwendig, dass neuer Widerstand entsteht – und zwar dort, wo laut Rupprecht bisher zu wenig Aufmerksamkeit lag: bei den zahlreichen Verstärkungen des bestehenden Netzes, die für den Ausfall einer der Mega-Leitungen für „notwendig und dringlich“ befunden worden seien. Dabei würden meist bestehende 220-kV-Wechselstrom-Leitungen auf 380 000 Volt ausgebaut. Es entstünden Trassen, die den HGÜ-Monstertrassen in nichts nachstehen: 75 Meter hohe Masten, starke Magnetfelder, ionisierte Feinstaube, Knistergeräusche. Rupprecht: „Viele dieser bestehenden 220-kV-Leitungen laufen mitten durch Ortschaften. Das hindert allerdings die Aufrüstung auf 380 kV nicht.“ Laut TenneT würden „die in Deutschland geltenden Grenzwerte auch im Extremfall der Maximalauslastung eingehalten werden“. Diese Grenzwerte seien allerdings die höchsten weltweit und um Faktor 100 bis 200 höher als in Ländern, die die Gesundheitsvorsorge in den Vordergrund stellen.

Die BI Postbauer-Heng fordere in einem Schreiben an die bayerischen Staatsregierung, dass auch in Bayern Mindestabstände verankert werden. „Die bayerische Staatsregierung kann sich gar nicht verweigern, ihren Bürgern den gleichen Gesundheitsschutz zukommen zu lassen, wie dies in Niedersachsen oder in Nordrhein-Westfalen der Fall ist“, so Rupprecht. Etliche Kommunen im Landkreis seien betroffen. Für ihn sei klar: Das Thema „Monstertrassen“ ist im Landkreis Neumarkt noch lange nicht erledigt.

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