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Hobby

Sechs Tage im Jahr wird gebrannt

Bei Gerhard Lutter in Schwarzach wurden Katzerer-Tropfen hergestellt. Das Ereignis ist selten – und viele wollten dabei sein.
Von Heike Regnet

Gerhard Lutter erklärte den Besuchern gerne die Geräte und Technik.
Gerhard Lutter erklärte den Besuchern gerne die Geräte und Technik. Fotos: Regnet

Pyrbaum.„Es ist nicht jedes Jahr gleich, mal gärt’s besser, mal nicht so“, sagt Gerhard Lutter und fügt lachend hinzu: „Bevor ein Brand abgefüllt wird, wird er von mir probiert und wenn er mir nicht schmeckt, gibt es ihn auch nicht zu kaufen.“ Ob die Brände aus der Destille Lutter schmecken, konnten die zahlreichen Besucher am Wochenende beim Schaubrennen bei einer Schnapsprobe gleich selbst beurteilen. Und das Urteil fiel durch die Bank hervorragend aus.

„Das ist schon ein guter Tropfen“, sagt ein Gast aus Hof, der am Wochenende mit seiner Familie nach Schwarzach in der Gemeinde Pyrbaum gekommen war. Während Gerhard Lutter in der Destille die Brennweise erklärt, brodelt es in dem großen Brenner leise vor sich hin. Dieses Mal ist es Zwetschgenmaische, die Lutter vorab eingefüllt hat. Etwa eineinhalb Stunden kocht – oder wird die Masse bei rund 100 Grad gebrannt, dann läuft langsam der glasklare Alkohol in die bereitstehenden Karaffen.

Die „Katzerer-Tropfen“ sind im Landkreis und darüber hinaus bekannt, denn unter anderem nehmen Berta und Gerhard Lutter alljährlich nicht nur an der Obstbörse am Landratsamt teil, sondern auch an der Bauernmeile in Nürnberg. Und überall sind ihre zum Teil ausgefallenen Brände wie Mispellikör oder auch Schwarzach Nebel heiß begehrt.

Die Besucher hatten auch reichlich Fragen mitgebracht. Rosemarie und Manfred Bloss sind aus Ezelsdorf gekommen. „Wir trinken gerne mal einen guten Schnaps und heute wollen wir mal verschiedene probieren“, sagt Rosemarie Bloss und ihr Mann setzt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Nach dem Motto: Global denken und lokal trinken.“

Dass Gerhard Lutter fast ausschließlich Obst aus dem eigenen Anbau in seiner Destille brennt, finden die Besucher hervorragend. „Eine Streuobstwiese ist sehr wertvoll, zum Beispiel für die Vögel“, weiß Manfred Bloss. „Deshalb sollte man das auf alle Fälle unterstützen.“

Gerhard Lutter betreibt die Destille als Hobby, die Landwirtschaft führt sein Sohn Markus im Nebenerwerb. Er züchtet auch die Brillen-Schafe, die zugleich als „Rasenmäher“ auf der Streuobstwiese im Einsatz sind.

Etwa sechs Tage im Jahr wird in der Destille Lutter gebrannt, dann ist das Jahrespensum des erworbenen Brennrechts für den Hof bereits erfüllt. „Es ist eigentlich nur ein Hobby“, sagt Gerhard Lutter. „Bis ein Brand fertig ist, dauert es schon seine Zeit, aber es macht mir immer noch Spaß wie am ersten Tag.“

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