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Bögl sperrt die Baggersee-Wiese nicht

Hunderte feierten, nur wenige wurden straffällig. Die Firma als Besitzerin und Neumarkts Polizei regen sich nicht auf.
Lothar Röhrl

Dieses Foto entstand am Samstagabend. Der MZ wurde versichert, dass die bis Mitternacht feiernden Schüler allen Müll wieder mitnahmen. Erst danach kamen jene, die für Chaos sorgten. Foto: Markus Scheer:
Dieses Foto entstand am Samstagabend. Der MZ wurde versichert, dass die bis Mitternacht feiernden Schüler allen Müll wieder mitnahmen. Erst danach kamen jene, die für Chaos sorgten. Foto: Markus Scheer:

Sengenthal.Einmal haben aufräumende Jugendliche am Samstagmittag einen Waldbrand entdeckt. Aber schon einmal zuvor, in der Nacht, wurde eine Feuerstelle entdeckt, die zu nahe am knochentrockenen Wald befand. Noch brenzliger als bisher bekannt, war in der Nacht zum Samstag die Lage auf dem Gelände der Firma Bögl, das an ihren Baggersee angrenzt – aber nur in Sachen Waldbrandgefahr.

Und dennoch: Die Firma Bögl habe nicht vor, ihr Gelände mit einer Menge an Zäunen zu umgrenzen. „Es soll frei zugängig bleiben. Die Mehrzahl verhält sich ja richtig. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Vernunft durchsetzt“, sagte ein Sprecher der Firmengruppe Max Bögl der Mittelbayerischen.

Bei der Neumarkter Polizei sieht man keine Möglichkeit, gegen viele Feiernde vorzugehen. „Das Hausrecht hat die Firma Bögl. Nur wenn eine Feier beispielsweise wegen der Sicherheitslage aus dem Ruder läuft, gibt es für uns als Polizei einen Grund einzuschreiten“, sagte ein Sprecher der Neumarkter Inspektion.

Polizei auch auf Drogenjagd

In der Tat war Sengenthal schon in der Nacht auf Samstag ein Einsatzschwerpunkt der Neumarkter Polizei. Bei Streifenfahrten und Streifengängen achteten sie vor allem darauf, ob irgendwo Feuer Während einer Streifenfahrt konnten die Beamten der Polizei Neumarkt am Samstag gegen 1.03 Uhr auf dem Gelände des Bögl-Weihers ein Feuer feststellen. Beim Eintreffen fanden sie einen 20-Jährigen vor, der sämtlichen Müll und Kunststoffflaschen verbrannte. Das Gefährliche an dieser Aktion war, dass sich die Brandstelle nicht weit genug vom Wald entfernt befand. Das Feuer wurde gelöscht und Anzeige wurde erstattet.

Der Baggersee war für die Polizei aus noch einem anderen Punkt interessant: Es wurde nachgeschaut, welche Drogen unterwegs waren. So wurde am Freitag gegen 16 Uhr ein 17-Jähriger angetroffen, bei dem die Beamten schon aus einigen Metern Entfernung Cannabis-Geruch wahrnahmen. Bei der folgenden Durchsuchung konnten im Rucksack zwei Druckverschlusstüten mit Marihuana gefunden werden. Bei einer anschließenden Wohnungsnachschau wurden im Kinderzimmer des jungen Mannes weitere Betäubungsmittel-Utensilien, vier Ecstasy-Pillen, ein Butterfly-Messer und ein weiteres Messer gefunden. Die Beamten stellten Drogen und Waffen sicher.

Am Samstag um 1.20 Uhr wurde bei zwei 17-Jährigen am Bögl-Weiher eine allgemeine Personenkontrolle durchgeführt. Dabei konnte ein zu Ende gerauchter Joint sowie eine Folie mit einer geringen Menge Cannabis in unmittelbarer Nähe der beiden aufgefunden werden. Auch diese beiden 17-Jährigen werden angezeigt.

Drei Zündler angezeigt

Noch einmal Zündeln trotz Waldbrandgefahr hatte es an einer anderen Stelle bei Sengenthal gegeben. Drei Männer im Alter von 21, 24 und 26 Jahren wurden am Samstag gegen 4.14 Uhr dabei von einer Polizeistreife erwischt, wie sie in Waldnähe bei Stadlhof ein Feuer schürten. Aufgrund der aktuellen Trockenheit bestand durch Funkenflug Waldbrandgefahr. Das Feuer wurde vorsorglich gelöscht.

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