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Im Fahrrad steckt noch viel Potenzial

Jürgen Hübner radelt zur Arbeit. Als ADFC-Funktionär ist er mit den Radwegen im Landkreis zufrieden, die Stadt kritisiert er.
Von Wolfgang Endlein

Jürgen Hübner setzt auf das Rad als Fortbewegungsmittel.
Jürgen Hübner setzt auf das Rad als Fortbewegungsmittel. Foto: Endlein

Sengenthal.Selbst Schnee und Kälte halten Jürgen Hübner nicht davon ab, jeden Tag in die Arbeit nach Neumarkt zu fahren. Von Sengenthal aus. Und wie es sich für ein Vorstandsmitglied des Neumarkter Ortsverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gehört, tut er dies mit dem Drahtesel. „Ich bin eben ökologisch angehaucht“, sagt der 56-jährige Lehrer am Willibald-Gluck-Gymnasium über seine Motivation.

Ein anderer ebenso wichtiger Grund, die rund sieben Kilometer in gut 20 Minuten zurückzulegen, ist der Entspannungseffekt, wie es Hübner nennt. Die morgendliche Fahrt mache den Kopf frei, man habe das Gefühl, schon etwas geschafft zu haben. Und nach Schulschluss sei die Fahrt entlang des alten Kanals entspannend. „Ein Naturerlebnis“, schwärmt Hübner.

120 Kilometer Radwege gebaut

Sechs Prozent aller täglichen Wege im Landkreis werden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Zumindest war dies der Stand einer Studie aus dem Jahr 2002. Aktuelle Zahlen werden derzeit für eine neue Studie abgefragt (siehe Info-Element). Möglicherweise haben sie sich nach oben entwickelt, schließlich haben Landkreis und Gemeinden in den vergangenen Jahren viel bei den Radwegen getan. Allein die Radwege entlang von Kreisstraßen summierten sich inzwischen auf 120 Kilometer, sagt Michael Gottschalk, Pressesprecher am Landratsamt. „Wir sind mit dem Ausbau sehr weit“, sagt Gottschalk und bezieht dies auch auf die Gemeindestraßen. Dabei gehe es aber keineswegs allein um den touristischen Effekt. Auch die Mobilität mit dem Rad in die Arbeit, in die Schule, zum Einkaufen und anderen nicht-touristischen Zwecken sei ein wesentlicher Beweggrund für den Ausbau.

Die Infrastruktur im Landkreis lobt auch Hübner in seiner Funktion als Radler und als ADFC-Funktionär. Hervorragend sei diese im Landkreis, Kritik gibt es aber für die Stadt Neumarkt. „Vom Landkreis kommt man gut rein, in der Stadt geht die Leichtigkeit verloren“, sagt Hübner. Zahlreiche Gefahrenstellen hat der ADFC-Mann in der Stadt ausgemacht.

Hübner: Andere Sicht auf Radler nötig

Dahinter verbirgt sich seiner Meinung nach ein grundlegendes Problem, dass Radfahrer wie im übrigen auch Fußgänger in Deutschland noch viel zu oft als dem motorisierten Verkehr untergeordnete Verkehrsteilnehmer angesehen werden. „Oftmals ist das mit dem Argument der Sicherheit verbunden, nach dem Motto: Nur ein Radler, der sich unterordnet, ist ein sicherer“, sagt der 56-Jährige. Das sei eine antiquierte Meinung. Vielmehr müsse es darum gehen, die Verkehrsführung so zu gestalten, dass Fahrrad fahren sicher und flüssig möglich sei.

Das Fahrrad hat Potenzial, um für mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität zu sorgen, davon ist Hübner überzeugt. Neue Personengruppen, die vermehrt auf das Rad umsteigen, erhoffen sich Hübner und Gottschalk vom Trend der E-Bikes. Auch hier nicht nur touristisch, sondern auch für die alltäglichen Wege. Gerade für Menschen in den Orten im hügeligen Bereich des Landkreises böten E-Bikes die nötige Unterstützung bei Fahrten über längere und/oder topographisch schwierige Strecken.

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