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Natur

Spezial-Einsatz im Wald am Buchberg

In der Nähe von Sengenthal muss das Holz mit einem Seilbagger geerntet werden. Aber das ist nicht die einzige Besonderheit.
Von Michael Schrafl

Revierleiter Christian Sprinkart (l.), der kommissarische Forstbetriebsleiter Harald Schiller sowie Jonas Stilper und sein Mitarbeiter Fotos: Schrafl
Revierleiter Christian Sprinkart (l.), der kommissarische Forstbetriebsleiter Harald Schiller sowie Jonas Stilper und sein Mitarbeiter Fotos: Schrafl

Buchberg.Zwei Hauptziele verfolgt der Forstbetrieb Allersberg am Buchberg (Gemeinde Sengenthal) mit der Ernte des ökologisch vorteilhaften und nachwachsenden Rohstoffes Holz: die Steuerung des Waldaufbaus und seiner Zusammensetzung („Waldbau“) und die Verkehrssicherung zur Gefahrenabwehr.

Da sich an den steilen Hängen des Buchberges das Holz nicht mit normalen Forstmaschinen aus dem Wald ziehen lässt, ist das Unternehmen Jonas Stielper aus Gößweinstein mit den schwierigen Baumfällarbeiten beauftragt worden. Die Arbeiten ziehen mit Hilfe eines Seilbaggers und einer Seilwinde die Bäume aus dem steilen Hang bergauf.

Viele und starke Laubbäume

Für den Waldaufbau am Buchberg strebe der Forstbetrieb an den Standort angepasste Laubholzmischbestände an – mit hohen Anteilen von Buche und Edellaubhölzern wie Esche, Ahorn, Linde und der seltenen Ulme, unter der Beteiligung von Fichte, Tanne und Lärche in begrenztem Umfang. Neben der Mischung sind Bäume mit einer langen und breiten Krone Voraussetzung für einen stabilen und gesunden Wald. Um das zu erreichen, müsse man den Wald von Jugend an regelmäßig wiederkehrend durchforsten, erklärt Harald Schiller, kommissarischer Forstbetriebsleiter.

In reifen, älteren Waldteilen werden durch die Entnahme von Altbäumen Lücken geschaffen, um eine natürliche Waldverjüngung einzuleiten. Denn erst so kann mehr Licht auf den Waldboden dringen – und das ist notwendig, damit junge Keimlinge aus den Samen der Altbäume hochwachsen können und nicht gleich wieder aus Lichtmangel vergehen.

Zentrales Ziel des Naturschutzes sei es, die natürlichen Lebensräume, vor allem der an den Wald gebundenen Tier- und Pflanzenarten, zu erhalten und zu verbessern. Biotopbäume, besondere Altbäume und Totholz (abgestorbene Bäume noch stehend oder schon liegend) bleiben daher bis zu ihrem natürlichen Zerfall im Bestand. Biotopbäume seien zum Beispiel Bäume mit natürlichen Faul- oder Spechthöhlen, Horsten größerer Vögel oder zahlreichen Baumpilzen. Gerade diese Bäume dienten einer Vielzahl heimischer Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum, insbesondere vielen seltenen Käferarten, Vögeln und Fledermäusen, erklärt Schiller. Der Forstbetrieb bitte deshalb alle Waldbesucher um Verständnis dafür, dass dieses „unordentliche Erscheinungsbild“ eine wichtige Naturschutzmaßnahme darstellt.

Entlang der Forst- und Wanderwege, insbesondere im Bereich des bekannten Fuchssteigs, werden zudem alle kritischen und gefahrenträchtigen Stämme zum Schutz der Waldbesucher und Wanderer entfernt. Um die mit den Arbeiten zwangsläufig verbundenen Beeinträchtigungen am sehr beliebten Buchberg möglichst gering zu halten, wurden die Arbeiten gezielt in die eher besucherarme „Schmuddelzeit“ Ende November bis kurz vor Weihnachten gelegt. Absperrungen sind durch Bänder und entsprechende Hinweisschilder kenntlich gemacht. Nach Abschluss aller Arbeiten werden die Schäden an den Wegen vom Forstbetrieb wieder behoben und die Wege in einen einwandfreien Zustand gebracht, erklären die Verantwortlichen.

Brennholz heiß begehrt

„Jetzt der beste Zeitpunkt, sich mit Brennholz einzudecken“, erklärt Christian Sprinkart, Leiter des Forstreviers Neumarkt. Das in der kalten Jahreszeit geschlagene Holz habe den Vorteil, dass es von Natur aus weniger feucht sei als Holz aus dem Frühjahr und Sommer.

Den Interessenten würden zwei Alternativen angeboten: zum einen sogenanntes Polterholz. Das seien bereits gefällte Stämme, zwei bis vier Meter lang, die schon an die Forststraße vorgeliefert werden. Dort könne das Holz vom Käufer bequem mit der Motorsäge klein geschnitten und abtransportiert werden. Die zweite Möglichkeit sei die selbstständige Aufarbeitung von stehenden Bäumen in jüngeren Beständen oder von sogenanntem Gipfel- und Restholz, das nach dem Stammholzeinschlag liegenbleibt.

Grundvoraussetzung für das Brennholzmachen im Staatswald ist nach den Worten von Revierleiter Christian Sprinkart, dass ein Selbstwerber die vorgeschriebene Schutzausrüstung trägt und erfolgreich an einem Motorsägenkurs teilgenommen hat. „Die Waldarbeit ist eine der gefahrenträchtigsten Tätigkeiten. Ohne Kenntnisse im sicheren Umgang mit der Motorsäge und der Unfallverhütungsvorschriften geht es einfach nicht“, sagt er. Infos gibt es beim Forstbetrieb Allersberg, Telefon (0 91 76) 9 96 40 oder info-allersberg@baysf.de.

Buchberg – Ein Wald von großer Bedeutung:

Wanderungen

Der Buchberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Schrafl
Der Buchberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Schrafl

Der Buchberg ist ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer. Es gibt dort viele Wanderrouten. Besonders beliebt ist der Fuchssteig. Beim Rundgang kann man Waldtiere beobachten und seltene Orchideen bestaunen.

Holz

Der Buchberg ist ein bedeutender Holzlieferant. Foto: Schrafl
Der Buchberg ist ein bedeutender Holzlieferant. Foto: Schrafl

Der Buchberg ist auch ein bedeutender Holzlieferant für die Wirtschaft. Die Staatsforsten bieten zudem der Bevölkerung Brennholz zum Selbermachen an. Die Preise liegen zwischen 15 und 65 Euro je Raummeter (Ster). Bekanntlich macht selbst gemachtes Brennholz dreimal warm.

Pflege

Für den Waldaufbau ist es wichtig, dass Altbäume entfernt werden. Foto: Schrafl
Für den Waldaufbau ist es wichtig, dass Altbäume entfernt werden. Foto: Schrafl

Für den Waldaufbau, vor allem für die Verjüngung, ist es wichtig, dass Altbäume entfernt werden. Nur durch das Licht von oben haben die Keimlinge aus den Samen der Altbäume die Möglichkeit, hochzuwachsen.

Biotopbäume

Biotopbäume bieten vielen Tierarten natürliche Lebensräume. Foto: Schrafl
Biotopbäume bieten vielen Tierarten natürliche Lebensräume. Foto: Schrafl

Sie bieten vielen Tierarten wie Insekten, Käfern, Vögeln und Fledermäusen natürliche Lebensräume. Buntspechte zählen zu den Höhlenbrütern. Sie nutzen am liebsten kranke und weiche Bäume zum Bau ihrer Höhlen in zwei bis zehn Metern Höhe. (nsf)

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