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Porträt

Seubersdorferin schreibt einen Roman

„Grasmond“ spielt Ende des Zweiten Weltkriegs. Vom Schreiben war Gerda Stauner schon als Jugendliche fasziniert.
Von Peter Tost

  • Die gebürtige Seubersdorferin und Wahl-Regensburgerin Gerda Stauner hatte zunächst gar nicht an eine Veröffentlichung ihres Romans gedacht. Foto: Tost
  • „Grasmond“ heißt der Roman von Gerda Stauner. Foto: Tost

Seubersdorf.Eigentlich ging es Gerda Stauner nur darum herauszufinden, ob sie es schafft, ein Buch zu schreiben. Herausgekommen ist dabei der zeitgeschichtliche Roman „Grasmond“, der Ende Juli im SüdOst Verlag erscheinen wird. Dessen Handlung spielt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in einem Oberpfälzer Dorf und in einer zweiten Handlungsebene in Regensburg Anfang der 1970er Jahre. Dort lebt die 1973 in Seubersdorf geborene Gerda Stauner seit 1999.

„Ich habe die Realschule in Parsberg besucht und anschließend eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert“, erinnert sich die 42-Jährige. An der Berufsoberschule machte sie anschließend ihre fachgebundene Hochschulreife. „Weil mich das Schreiben schon damals interessierte, habe ich danach ein vierwöchiges Praktikum in der Parsberger Redaktion des Tagblatts gemacht und anschließend im Regensburger Funkhaus in den Journalismus hineingeschnuppert.“

Schließlich entschloss sie sich aber doch dazu, in Rosenheim Betriebswirtschaft zu studieren. „1999 zog ich nach Regensburg und erfüllte mir einen großen Wunsch, indem ich am Alten Kornmarkt das kleine Themenhotel Künstlerhaus eröffnete“, erzählt Gerda Stauner. „Das war schon immer ein Traum von mir.“ Viele bekannte Künstler wie die Fantastischen Vier, Georg Ringsgwandl, oder Sammy Deluxe stiegen damals bei ihr ab.

„Schön, spannend und lustig“

„Das war ein sehr schöne, spannende und auch sehr lustige Zeit“, erinnert sie sich an die Begegnungen mit den bekannten Musikern. In dieser Zeit begann sie auch mit dem Schreiben. Als allerdings 2007 der Pachtvertrag auslief und die neuen Konditionen aus wirtschaftlicher Sicht deutlich schlechter wurden, musste Gerda Stauner ihr Hotel schließen.

„Bis vergangenes Jahr habe ich dann freiberuflich als beratende Betriebswirtin gearbeitet.“ Mit ihrem Mann, den sie 2001 geheiratet hatte, teilte sich sich die Arbeit so ein, dass beide genügend Zeit für ihren gemeinsamen Sohn hatten. „Ende 2014 entschloss ich mich dann, meinen zweiten großen Traum zu verwirklichen und zu versuchen, einen Roman zu schreiben.“

„Die Geschichte wollte raus.“

Gerda Stauner

Die Geschichte dazu hatte sie schon ein paar Jahre lang im Kopf. „Und die wollte raus“, sagt sie lachend. Als sie mit ihren fünf Geschwistern in Seubersdorf aufwuchs, hörte sie von Großeltern, Eltern und Verwandten immer wieder Erzählungen vom Kriegsende, als die Amerikaner Seubersdorf einnahmen. „Mich hat das Thema sehr interessiert, weil ich die Geschichten unglaublich spannend fand“, erinnert sie sich.

Folgerichtig spielt ihr Roman „Grasmond“ in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in dem Oberpfälzer Dorf Fichtenried. „Diesen fiktiven Ort habe ich gedanklich in der Nähe meines Heimatorts Seubersdorf angesiedelt“, erklärt die 42-Jährige. Die nahe gelegene Stadt Neumarkt und ihr Schicksal in den letzten Kriegstagen im April 1945 seien ebenfalls Teil der Geschichte.

Dreh- und Angelpunkt sei die drohende Zerstörung durch die anrückenden Amerikaner. Gleichzeitig spanne der Roman einen Bogen zu den turbulenten Geschehnissen rund um das erste Regensburger Bürgerfest im Sommer 1973 und die Anfänge der Altstadtsanierung.

Gründliche Recherche inklusive

Dazu habe sie viele Zeitzeugen befragt und Vorträge besucht. „Obwohl ich anfangs gar nicht vorhatte, den Roman zu veröffentlichen, erfuhr ich zufällig vom Gietl-Verlag in Regenstauf, der wohl Interesse an dem Thema hatte.“ Nach mehreren Terminen erhielt sie schließlich Weihnachten 2015 die Zusage, dass ihr Roman im Sommer als Buch erscheinen wird. Ende Juli wird es so weit sein.

Der Termin für eine Lesung in ihrer alten Heimat steht auch schon fest. „Am 17. September um 19 Uhr werde ich das Buch im Parsberger Rittersaal vorstellen – musikalisch unterstützt von der Velburger Sängerin Steffi Polster“, sagt Gerda Stauner.

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