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Jubiläum

250 Jahre Wallfahrtskirche am Habsberg

Wann die Kirche tatsächlich geweiht wurde, war zunächst unklar. Bischof Hanke feiert die Messe am Sonntag.
Von Wolfgang Schön

  • Die Wallfahrtskirche ist ein vielbesuchter Pilgerort. Sie feiert 250-jähriges Bestehen. Foto: Wolfgang Schön
  • Die Gottesmutter wird am Habsberg als „Heil der Kranken“ verehrt Foto: Wolfgang Schön
  • Wallfahrtskirche Habsberg 1 Foto: Wolfgang Schön

Velburg.Das 250-jährige Bestehen der Wallfahrtskirche auf dem Habsberg wird am kommenden Sonntag groß gefeiert. Beim Pontifikalgottesdienst wird Diözesanbischof Gregor Maria Hanke der Hauptzelebrant und Festprediger sein.

Die Festsetzung des 250-jährigen Bestehens – und damit die Feier der Wallfahrtskirche – stand dabei zunächst auf etwas wackligen Beinen, wie Wallfahrtsrektor Elmar Spöttle in seinen Ausführungen zum aktuellen Habsberger Jahreskalender schreibt.

Der Grund dafür ist, es gab damals keine eigentliche Weihe (Konsekration) der Kirche. Vielmehr wurde nur eine Benediktion „aqua simplici“ vorgenommen, was einer Segnung mit einfachem Wasser entspricht, wie es heißt. Diese nahm der damaligen Stadtpfarrer von St. Johannes in Neumarkt vor. Nachdem die „Herrschaft von Helfenberg“ bereits im Jahr 1760 die Planung zum Bau der Wallfahrtskirche veranlasst hatte, verlangte die kirchliche Obrigkeit in Eichstätt einen Kostenvoranschlag, der jedoch nur mit sehr vagen Berechnungen eingereicht worden war.

Eichstätt gab daraufhin zwar grünes Licht für den Bau der Kirche, jedoch mit der Einschränkung, dass die Wallfahrtskasse und damit der Unterhalt der Geistlichen nicht zu sehr durch den Bau beeinträchtigt werde durften. Bereits zwei Jahre später, 1767, war der Kirchenbau weitestgehend fertiggestellt. Im gleichen Jahr erhielt der Habsberg die Gebeine des frühchristlichen Märtyrers Fortunatus aus der Katakombe des heiligen Saturninus in Rom. Zwei Jahre später 1769 wurden dann die Reliquien und auch das Gnadenbild aus der Gnadenkapelle in die neue Kirche übertragen. Weitere Schriftwechsel waren zwischen Eichstätt und der Herrschaft Helfenberg notwendig, bis dann endlich auch die Zelebrationserlaubnis in der Wallfahrtskirche erteilt wurde. Dies sind die maßgeblichen Kriterien dafür, warum nun das Jahr 1769 als das Geburtsjahr der Wallfahrtskirche Habsberg angesehen werden darf und somit nun auch jetzt die 250-Jahr-Feier ihre geschichtliche Berechtigung hat.

Alle Unwägbarkeiten beseitigt

„Wir feiern dieses Jubiläum zum Dank für 250 Jahre Glauben, Beten und liturgisches Feiern der Getauften in der Wallfahrtskirche“, sagt Wallfahrtsrektor Elmar Spöttle und freut sich darüber, dass nun auch von Eichstätter Seite alle Unwägbarkeiten aus den Entstehungsjahren ausgeräumt sind und der Bischof höchstpersönlich zum Festgottesdienst kommt. Für das Datum 1769 als Entstehungsjahr spricht die Tatsache der Übertragung der Reliquien, die zum Weiheakt gehört.

Die musikalische Gestaltung des Pontifikalgottesdienstes übernehmen der Chor der Wallfahrt Habsberg sowie der LuBuChor aus Lupburg und die Lupburger Bläser unter der Gesamtleitung von Dr. Christian Preithschaft und Veronika Fischer. Zur Feier, zu der alle Gläubigen eingeladen sind, erwartet die Kirchenverwaltung auch das Kommen zahlreicher Ehrengäste, darunter frühere Wallfahrtsgeistliche, Priester der benachbarten Pfarreien, Vertreter des öffentlichen Lebens und der Vereine sowie Abordnungen von über 40 Wallfahrergruppen, die den Gnadenort mit zu dem gemacht haben, was er heute ist, nämlich ein Wallfahrtsort in der Region, wie Wallfahrtsrektor Spöttle und Kirchenpfleger Karl Weber feststellen.

Zu den geladenen Gästen und Ehrenamtlichen werden noch viele Gläubige erwartet, die dem Habsberg seit Jahr und Tagen treu verbunden sind. Auch die Wallfahrtsgaststätte hat an diesem Tag geöffnet. Spöttle freut sich auf die vielen Begegnungen, die es zu diesem Jubiläum nun wieder geben wird. Die offizielle Feier endet um 14 Uhr mit einer Marienandacht in der Wallfahrtskirche, mitgestaltet vom Duo Doppelherz. Interessierte können noch an einer Kirchenführung mit Turmbesteigung teilnehmen.

Weitere Feier am 15. August

Wallfahrtsrektor Spöttle verweist auf eine zweite noch größere Feier zum Patrozinium der Gnadenkapelle. Sie findet am 15. August mit dem traditionellen Habsberger Bergfest statt. Als hohen Gast wird Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg erwartet. Seit vielen Jahren kommen auch Gruppen aus der fränkischen Nachbardiözese im Monat auf den Habsberg.

In seinem Grußwort zum Wallfahrtskalender stellte Spöttle das Jubiläumsjahr 2019 unter das Motto „Maria – Stern der Hoffnung“. Damit wünscht er allen Besuchern des Habsberg, besonders den Wallfahrern Gottes Segen und die Ermutigung im Glauben durch die Gottesmutter.

Nach seiner Einschätzung zum Gnadenort der Gottesmutter gefragt, antwortet Spöttle mit dem Verweis auf den zweiten großen Marienwallfahrtsort in Portugal auf den Sameiro im Norden des Landes.

Dort liest der Besucher am Zugang zum Heiligtum den ins Steinpflaster gelegten Schriftzug: „Nur im Himmel ist es schöner“.

Kurz & knapp

  • Patrozinium: Sonntag wird das Patrozinium der Wallfahrtskirche mit Diözesanbischof Gregor Maria Hanke als Hauptzelebrant und Festprediger beim Festgottesdienst um 9.30 Uhr gefeiert. Um 14 Uhr Marienandacht.
  • Bergfest und Gnadenkapelle: Am 15. August ist das Habsberger Bergfest und das Patrozinium der Gnadenkapelle mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg.

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