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Projekt

Historische Orgel wird restauriert

Die Herz-Jesu-Kirche in Velburg birgt eine kirchenmusikalische Kostbarkeit. Bald könnte das Instrument wieder erklingen.
von Wolfgang Schön

Martin und Wilhelm Sturm freuen sich schon, wenn sie die historische Orgel wieder erklingen lassen können. Foto: Schön
Martin und Wilhelm Sturm freuen sich schon, wenn sie die historische Orgel wieder erklingen lassen können. Foto: Schön

Velburg.Seit gut einem Jahr befindet sich die Orgel der Herz-Jesu-Wallfahrtskirche für Renovierungsarbeiten bei der Firma Boris Mettler in Olmütz in Tschechien. Die Arbeiten stehen nun kurz vor dem Abschluss und die Vorfreude ist bei der Velburger Organistenfamilie Sturm nun schon sehr groß: Alle freuen sich darauf, die Orgel dann wieder spielen zu können.

Orgel sieht aus wie früher

Das besondere daran wird sein, dass dieses historisch wertvolle Kircheninstrument dann wieder ihren ursprünglichen Klang haben soll – und die Orgel bekommt auch ihr ursprüngliches Aussehen wieder zurück. Dies war die Aufgabe, der sich die renommierte tschechische Orgelbauerfirma gestellt hatte.

Es gleiche einem Wunder, sagen die Sturms, dass neun der zwölf Register, der Spieltisch und die Windlade, sowie die gesamte Traktur und das ebenfalls noch aus dem Erbauerjahr 1803 stammende Gehäuse bis zum heutigen Tag überdauert hätten. Diese Tatsache sei dann auch die Grundlage für die Überlegungen gewesen, der Orgel wieder ihr früheres Aussehen und ihren ursprünglichen Klang zu geben.

Während die Orgelbauer in Tschechien mit der Orgel beschäftigt waren, war man auch in Velburg nicht ganz untätig. Man hat die Balken der Orgelempore, die in den zwei Jahrhunderten morsch geworden waren, und den Boden repariert und so die Statik wieder hergestellt. Nun kann die Empore die Orgel wieder zuverlässig tragen.

Wie Wilhelm Sturm bei der Jahresversammlung vor den Unterstützern des Orgelverein Velburg erläutert hatte, sieht der Zeitplan nun vor, dass nach den Osterfeiertagen mit den Montagearbeiten für den Wiedereinbau des Instruments begonnen wird. Dieser Vorgang werde knapp vier Wochen dauern. Danach erfolgt die Intonation. Dabei werde jede einzelne Pfeife auf ihren Klangcharakter geprüft und durch Einstellungen so modifiziert, dass die Orgelpfeife ihren optimalen Klang entwickle, um so den bestmöglichen Beitrag zum Gesamtklang des Instruments beizusteuern. Für diesen Arbeitsvorgang sei sehr viel Zeit und noch mehr Sorgfalt erforderlichen, sagen Martin und Wilhelm Sturm. Doch sie wissen das wertvolle Kircheninstrument bei den Orgelbauern der Firma Mettler in den besten Händen. Dies hätten die bisher ausgeführten Arbeiten schon bestätigt.

Weihe am Herz-Jesu-Fest geplant

Mit dem Sonntag, 25. Juni, steht auch schon der Tag fest, an dem die restaurierte und damit in den „Urzustand“ zurückgebaute Orgel wieder ihrer offiziellen Bestimmung übergeben werden soll. Zum Herz-Jesu-Fest, das dann gefeiert wird, soll die Orgel bei der Andacht am Nachmittag den kirchlichen Segen erhalten. Am Abend wollen die Sturms bei einem Orgelkonzert die „Königin der Kirchenmusikinstrumente“ wieder in ihren Ur-Tönen erschallen lassen. Die Pfarrgemeinde Velburg feiert an diesem Sonntag ihr Pfarrfest als Bergfest am Herz-Jesu-Berg – so zumindest die bisherigen Überlegungen dazu.

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Hintergrund

  • Finanzierung:

    Die Renovierungsarbeiten für die Hepp-Orgel sind mit rund 70 000 Euro berechnet. Weil es sich um ein ausgesprochen wertvolles, historisches Kirchenmusikinstrument handelt, gewährt die diözesane Finanzkammer in Eichstätt eine Zuwendung von 40 Prozent.

  • Rest:

    Durch Einnahmen des Orgelvereins und großzügige Spenden von Einzelpersonen kann die Restfinanzierung gesichert werden.

  • Aktion:

    Weitere Einnahmen dürfen auch noch aus den Orgelkonzerten erwartet werden, die Martin und Wilhelm Sturm mit weiteren bekannten Organisten in der Herz-Jesu-Wallfahrtskirche organisieren werden.

  • Orgelbauer:

    Wilhelm Hepp, Nachfolger der berühmten oberpfälzer Orgelbauerfamilie Funtsch, baute 1803 die Orgel in der Herz-Jesu-Wallfahrtskirche auf dem Herz-Jesu-Berg. Dies war sein größtes schöpferisches Werk. (pws)

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