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Landwirtschaft

Milchbauern befürchten den Zusammenbruch

Der Bund deutscher Milchviehhalter schlägt bei der Kreisversammlung Kriseninstrumentarien gegen die prekäre Situation vor.
Von Andreas Friedl

Bei der Versammlung des BDM taten die Milchbauern ihren Protest kund.
Bei der Versammlung des BDM taten die Milchbauern ihren Protest kund.Foto: Friedl

Velburg. Zum 31. März dieses Jahres fiel die Milchquote weg, was im Klartext heißt, dass jeder Erzeuger derzeit so viel Milch abliefern kann, wie er möchte. Wegen des Überangebotes ist der Preis in den Keller gefallen. Der Bund Deutscher Milchviehalter e.V. (BDM) hatte zu diesem Thema nach Hollerstetten eingeladen. Als Referent zum Thema „Milch“ war Manfred Gilch als Landvorsitzende des BDM gewonnen worden.

Anwesend war auch Albert Pröpster, der erste Vorsitzende des „Milchboards“ (Deutsche Milcherzeugergemeinschaft) im Landkreis Neumarkt. Die beiden Kreisvorsitzenden des BDM, Fritz Wienert aus Dantersdorf und Bernhard Hiltl aus Darshofen erläuterten bei einem Gespräch gegenüber dem Tagblatt die prekäre Situation der Milchviehhalter, die im BDM organisierte seien: „Der Preis für einen Liter Milch beträgt derzeit in unserem Bereich um die 28 Cent. „Hiervon kann kein Milcherzeuger überleben. Derzeit leben wir nur von der Substanz. Wir als Milcherzeugen wollen dem Steuerzahler doch nicht auf der Tasche liegen“, sagte Wienert. Um auf die derzeit schlechte Lage aufmerksam zu machen, führte der BDM an verschiedenen Orten Protestaktionen, wie im März und anfangs Oktober bei der Länderkonferenz der Agrarminister in Bad Homburg und Fulda durch. Zudem fand am 8. September eine große, europaweite, Protestveranstaltung mit über 3000 Traktoren und mehr als 5000 Personen in Brüssel statt. Hiltl und Wienert kritisierten die Politik von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der nur die Interessen der Milchindustrie vertrete. Im Oktober habe der Milchpreis noch zwischen 35 und 40 Cent gelegen. Bereits hier sei zu erkennen gewesen, dass der Milchpreis wegen des fallenden Exportes sinken werde. „Manche Landwirte spekulierten damals schon und lieferten mehr Milch ab, als es das Kontingent vorsah. Daraus entstand jetzt eine Strafzahlung, die der Deutsche Bauernverband abwenden wollte. Jedoch war die Bundesregierung damit nicht einverstanden. Die Strafe müssen jetzt auch diese Landwirte zahlen, die zu viel Milch geliefert haben“, fügte Hiltl an.

Der BDM schlug folgende Kriseninstrumentarien vor: Private Lagerhalterung, kombiniert mit zusätzlichen Anreizprogrammen zur Reduzierung der Anlieferungsmenge, wie beispielsweise Molkereiprogramme. Zudem allgemeinverbindliche, zeitlich befristete Rücknahme der Milchproduktion aller Milchviehhalter, sowie staatliche Intervention als Instrument, das den kompletten Marktzusammenbruch verhindern solle.

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