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Wirtschaft

Vom Maschinenbauer zum Kaffeeröster

Bernhard Burnickls kam zu seinem Beruf in Velburg über Umwege. Ein Schlüsselerlebnis war ein schlechter Kaffee in einer Cafeteria.
von Wolfgang Schön

Zuschauer können Bernhard Burnickl beim Kaffee rösten über die Schultern schauen.
Zuschauer können Bernhard Burnickl beim Kaffee rösten über die Schultern schauen. Foto: Schön

VELBURG. Wie kommt ein studierter Maschinenbauer zu einer Kaffeerösterei? Dieser Frage konnten die Mitglieder der Werbegemeinschaft Velburg nachgehen, als sie den Gewerbekollegen Bernhard Burnickl in dessen im Juni diesen Jahres eröffneten neuen Ladengeschäft in der Burgstraße in Velburg aufsuchten und dabei auch eine Showröstung miterlebten.

Mittlerweile hat der Jungunternehmer auch die Zertifizierung für die Mitgliedschaft in der Deutschen Röstergilde, die sich maßgeblich für Qualität, Gesundheitsbewusstsein, Transparenz, Fairness und Nachhaltigkeit einsetzt, was die „braune Bohne“ Grano Moreno anbelangt.

Bernhard Burnickl fand über die Wissenschaft Zugang zur Leidenschaft für die braune Bohne und ihre vielfältigen Geheimnisse, wie er im Kreise der Velburger Gewerbetreibenden erzählte. Für ein Seminar an der Technischen Hochschule in Regensburg analysierte der Kaffeefreund unter anderem auch die Thermodynamik von Espressomaschinen, was natürlich viele Kaffeeverkostungen notwendig machte und bei Bernhard Burnickl eine gewisse Faszination auslöste.

Kaffee das beliebteste Getränk

Der endgültige Aha-Effekt kam für Burnickl dann bei der Verkostung einer Tasse langweiligen Industriekaffees in der Cafeteria, wie er sagt. Spätestens hier wurde ihm bewusst, wie komplex dieses Genussmittel ist, von dem die Deutschen im Pro-Kopf-Jahresverbrauch mehr zu sich nehmen, als Wasser oder Bier. Kaffee rangiert im Verbrauch mit 150 Litern auf Platz eins vor Wasser (130 Liter) und Bier mit 116 Litern.

Bernhard Burnickl dehnte sein Studium auf das Analysieren der Kaffeebohne aus und untersuchte verschiedene Prozesse bei der Verarbeitung und Verpackung der Kaffeebohne, zugleich belegte er auch eine Ausbildung zum Röster. Nebenher experimentierte Bernhard Burnickl bereits mit eigenen Kaffeemischungen. Das Ziel für seinen weiteren beruflichen Werdegang war klar. „Ich wollte eine eigene Spezialitätenrösterei für richtig guten, ehrlichen und ursprünglichen Kaffee betreiben“, erzählt er seinen Velburger Gewerbekollegen.

Seit knapp einem halben Jahr ist Bernhard Burnickl nun in diesem Metier tätig und überrascht, wie gut das mit dem „ehrlichen Kaffee aus Leidenschaft“ angelaufen ist. Die Kunden gäben sich die Türklinke in die Hand und wollten miterleben, wie Kaffee geröstet wird und was die besonderen Geheimnisse dieses Genussmittels sind. Ganz nebenbei hat Bernhard Burnickl mit seinen Schauröstungen auch noch eine Tourismusnische für Velburg entdeckt, wie er sagt.

Aufmerksam lauschen die Besucher, um beim Röstungsvorgang den „First Crack“ – das Aufbrechen der Bohnen – nicht zu verpassen. „Bei Grano Moreno kehren wir ganz bewusst der Industrialisierung des Kaffees den Rücken und setzen auf traditionelles Handwerk“, sagt Bernhard Burnickl und freut sich ganz nebenbei auch noch darüber, dass mit seiner Idee der Kaffeerösterei das unternehmerische Schaffen der Familie Burnickl nun in der dritten Generation in dem Haus in der Burgstraße in Velburg seine Fortsetzung findet.

Kaffeeverkauf für guten Zweck

„Der Opa betrieb hier eine Uhrmacherwerkstatt, der Vater ein Fernsehgeschäft und ich biete nun fair gehandelten Kaffee an, wobei sich der Kunde seine Kaffeemischung sogar noch selbst zusammenstellen kann“.

Beim Velburger Weihnachtsmarkt wird am dritten Adventswochenende im Herzlstand der Aktion „Eine Stadt zeigt Herz“ für Charivari-Einzelschicksale eine spezielle Sorte „Velburger Weihnachtskaffeemischung“ von Burnickl zum Kauf angeboten werden. Der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt.

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