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Erster Weltkrieg

Himbeeren mitten im Krieg

In den ersten Kriegswochen kontrastieren sich in der Berichterstattung des Neumarkter Tagblatts häufig heile Alltagswelt und die Schrecken des Kriegs.

Zum Schutz vor Artilleriefeuer graben sich die Soldaten an der französischen Front tief in den Boden ein (hier deutsche Soldaten vor dem Eingang einer unterirdischen Küche). Foto: dpa

Neumarkt.Die Welt scheint heil zu sein, wenn man diese Zeilen aus dem Neumarkter Tagblatt vom 21. August 1914 liest: „Kaufe ab heute wieder Heidelbeeren und Himbeeren“. Doch am Tag, an dem diese Anzeige der Neumarkter Drogerie Fritz Feist in der Heimatzeitung steht, beginnt die deutsche Armee mit der Beschießung der Festung Namur in Frankreich.

Ist mein Mann, Vater, Bruder oder Freund noch am Leben? Diese Frage stellen sich in diesen frühen Tagen des Ersten Weltkriegs wohl viele Menschen – nicht nur in Neumarkt und Umgebung. Weil von offizieller Seite nach wie vor die Bestätigung in Form von Gefallenenlisten fehlt, sprießen die Gerüchte. Im Tagblatt wird in einem Bericht darauf eingegangen. Der Artikel warnt vor den Gerüchten in der Feldpost, die Namen von angeblich Gefallenen verbreiten, und spricht von „Herumschwätzereien“ und „leerem Gerede“.

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