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Hotel-Serie

Im Park Inn läuft ohne Tablet nichts

Oliver Schäfer könnte die Gäste im Park Inn in Neumarkt ins Schwitzen bringen, selbst wenn er daheim auf der Couch sitzt.
Von Stefanie Roth

Oliver Schäfers wichtigster Begleiter im Alltag ist das Tablet – vieles ist digital miteinander vernetzt. Foto: Stefanie Roth
Oliver Schäfers wichtigster Begleiter im Alltag ist das Tablet – vieles ist digital miteinander vernetzt. Foto: Stefanie Roth

Neumarkt.Oliver Schäfer kann die Temperatur in jedem der 105 Zimmer im Park Inn in Neumarkt einfach per Button am Tablet steuern. „Im Tagungsraum gibt es keinen einzigen Lichtschalter mehr. Alles läuft sehr technisch“, erklärt Schäfer und wischt mit dem Finger über das Dashboard, auf dem zahlreiche Symbole angeordnet sind: Licht, Heizung, Klima, die ganze WLAN-Technik – alles ist mit ein paar Handgriffen einstellbar.

Werfen Sie einen Blick in die Junior Suite, blicken Sie auf die Dächer von Neumarkt und sehen Sie, wie die Digitalisierung im Hotel einzieht:

Neumarkt: Hotelserie Park Inn

So lässt sich die Deckenfarbe in jedem Zimmer farblich per Knopfdruck verändern, ebenso die LED-Lichtleiste, die das Bett umrahmt. Eine Farbskala ermöglicht es dem Gast, selbst zu wählen, ob er seine Umgebung lieber in Blau, Rosa, Gelb oder Grün taucht. Die moderne Lichttechnik kommt allerdings nicht bei jedem gut an. Kurz nach der Eröffnung 2015 habe es Beschwerden über die LED-Uhren am Fernseher gegeben.

Sehen Sie hier auf der Karte, wo die Hotels in Neumarkt liegen und welche Teile unserer Hotel-Serie noch folgen:

Gäste mit den „tollsten Ideen“

Neben dem Bett lässt sich via Touch-Screen die Lichtfarbe einstellen. Foto: Stefanie Roth
Neben dem Bett lässt sich via Touch-Screen die Lichtfarbe einstellen. Foto: Stefanie Roth

Der blaue Leuchtton habe die Gäste beim Einschlafen gestört. „Wir haben sofort Tönungsfolien machen lassen“, sagt Schäfer und ergänzt: „Wenn Leute etwas stört, kommen sie auf die tollsten Ideen. Ein Gast zog den Stecker, weil er wegen der Schwingungen nicht schlafen konnte.“ Er rät, lieber den Haustechniker kommen zu lassen, als selbst irgendwo unter dem Schreibtisch herumzukriechen und Möbel zu verrücken.

Sonderwünsche erfüllen

Alle Zimmer sind auf dieselbe Temperatur eingestellt. Da aber den einen schneller friert als den anderen, kann der Gast die Temperatur von plus oder minus 6 Grad selbst regulieren. Gibt es mal einen Sonderwunsch, kann Schäfer das auch von Zuhause regeln, denn das Tablet hat er immer dabei. Kommt es zu einer Störung, erhält er eine Push-Nachricht via Ticket-System. „Da weiß ich, dass etwas im Argen liegt“, erklärt er.

Schäfer war Kraftfahrer

Diese Nachrichten könne er sowohl am Tablet auch am Smartphone abrufen. Der 52-Jährige liebt seine Technikspielereien, das ist ihm schnell anzumerken. „Mit Gastro hatte ich bisher gar nichts am Hut. Ich bin gelernter Gas- und Wasserinstallateur“, sagt er. In diesem Beruf sei er aber nie tätig gewesen. Stattdessen habe er noch eine Ausbildung als Kraftfahrer gemacht, war in verschiedenen Sparten auf Montage unterwegs. Seit 13 Jahren wohnt der gebürtige bayerische Schwabe in Neumarkt.

Lesen Sie hier alles zur Auftaktveranstaltung zum „Tag der offenen Hoteltür“ in Neumarkt im Boardinghouse.

Wie ein „Sechser im Lotto“

Egal, wohin man schaut: Auf Screens lässt sich vieles im Hotel steuern. Foto: Stefanie Roth
Egal, wohin man schaut: Auf Screens lässt sich vieles im Hotel steuern. Foto: Stefanie Roth

Für ihn sei der jetzige Beruf wie ein „Sechser im Lotto“. Als das Hotel eröffnete, habe er nach einer beruflichen Veränderung gesucht. Heute sagt er: „Es hat tatsächlich geklappt. Ich fahre jeden Tag zwei Kilometer zur Arbeit.“ Jeden Tag trifft er neue Menschen. Einfach sei das natürlich nicht immer gewesen: „Anfangs musste ich viel dazulernen. Das alles kannte ich ja nicht. Die ganze Technik in diesen Dimensionen. Ein stückweit ist das schon eine große Verantwortung.“

Anfangs musste ich viel dazulernen. Das alles kannte ich ja nicht. Die ganze Technik in diesen Dimensionen.

Park Inn Mitarbeiter Oliver Schäfer

Mobile Trennwände bei Tagungen

Mit den Gästen bespricht er Technik-Wünsche für Tagungen. Susann Sarstedt, die noch bis Oktober das Hotel leitet, bevor sie der Liebe wegen nach Wien zieht, sagt: „Herr Schäfer muss 5,80 Meter hohe Wände umstellen. Die Tagungs-Fläche umfasst 800 Quadratmeter. Die Räume kann man durch eine mobile Trennwand je nach Bedarf aufteilen und für Gruppenarbeiten strukturieren.“ Oliver Schäfer richtet zuvor alles ein, so dass sich der Referent nur noch hinsetzen und loslegen muss.

Eine App für Gäste und eine Anekdote aus dem Alltag zur Digitalisierung – lesen Sie selbst mehr dazu:

Das digitale Zeitalter ist längst da:

  • Running App:

    Das Hotel Park Inn hat eine eigene App entwickelt, die zum Beispiel den Gästen Laufrouten in Neumarkt anzeigt, wie etwa entlang des LDM-Kanals.

  • Digitalisierung:

    Immer wieder kommt es vor, dass Manager bei Tagungen nach dem Lichtschalter fragen. Schnell bemerken sie, dass hier alles digital gesteuert wird, egal ob Licht oder Belüftung.

„Lampenfieber“ aus Neumarkt dabei

Die Mitarbeier im Hotel wissen, dass die Leute angespannt sind und alles perfekt haben wollen, wenn sie eine Tagung oder einen Empfang mit bis zu 300 Leuten haben. Bei Großveranstaltungen unterstützt sie die Firma „Lampenfieber“ aus Neumarkt und dazu kommen die Kollegen der Veranstaltungstechnik im Hause. „Wir testen alles im Vorfeld. Gerade wenn Headsets dabei sind, stellen wir diese passend ein. Die Redner sind häufig schon einen Tag vorher da, um zu proben“, sagt Sarstedt. Bei großen Events gibt es die Möglichkeit, das Kino, das über eine Brücke mit dem Hotel verbunden ist, für eine „Highlight-Kaffeepause“ zu nutzen.

Übernachten in Neumarkt? Das Gastgeberverzeichnis bietet eine gute Übersicht.

Regionale Aspekte einer Kette

Grundsätzlich hebe sich das Park Inn nicht vom Rest der Kette ab, alle Standards seien gleich. Ein regionaler Bezug ist allerdings schon bemerkbar: Am Frühstücksbüfett gibt es Wittmanns Weißwürste und Getränkelieferant ist die Brauerei Glossner. Sarstedt erinnert sich noch an die Anfänge, als sie selbst im „Pre-Opening-Office“ saß. „Wir waren das erste Ketten-Hotel hier“, erinnert sie sich. „Wir wurden mit Vorsicht beäugt.“

Stop-Over für Holländer

Susann Sarstedt hat die Anfänge des Park Inn selbst miterlebt. Foto: Stefanie Roth
Susann Sarstedt hat die Anfänge des Park Inn selbst miterlebt. Foto: Stefanie Roth

Allerdings habe sich das aufgrund einer gemeinsamen Weihnachtsfeier mit dem Tourismusverband und anderen Hoteliers aus Neumarkt schnell gelegt. Für alle gab es vorab eine Baustellenführung. Zu Stoßzeiten, wie im September/Oktober oder im Januar/Februar frage sie auch bei anderen Hotels in Neumarkt an, wenn die Zimmer im Park Inn ausgebucht sind. Die Direktorin ist vor allem über das „Stop-Over-Geschäft“ von Bussen überrascht. „Sie halten hier und fahren dann in den Süden weiter oder zurück. Neumarkt ist ein typisches Holldand-Stop-Over.“

Den ersten Teil der siebenteiligen Hotel-Serie lesen Sie hier! Die Mittelbayerische das erste Boardinghouse in Neumarkt besucht.

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